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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Manngard -- European Cowards
Band: Manngard Homepage Manngard bei Facebook Metalnews nach 'Manngard' durchsuchenManngard
Album:European Cowards
Genre:Black Metal, Death Metal, Thrash Metal
Label:Candlelight Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:21.09.07
CD kaufen:'Manngard - European Cowards' bei amazon.de kaufen
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"Das ist zu viel für nur 2 Ohren!"

Jesus, Maria und Norbert, was ist denn DAS? SLAYER meets BIOHAZARD meets ANTHRAX meets MAYHEM meets MESHUGGAH??? Also noch einmal langsam zum Genießen und Mitlesen: Wüster Thrash trifft auf groovige Moshpassagen, die sich mit flippigen Breaktiraden und Frickel-Death Metal abwechseln! Ja, richtig. Genau das scheinen sich wohl MANNGARD mit ihrem mittlerweile zweiten Album „European Cowards“ auf die Flagge geschrieben zu haben. Die vier scheinbar gewollt unentschlossenen Norweger weigern sich musikalisch auf Teufel komm raus, in irgendeine Schublade zu passen. Was allerdings in den ersten Durchgängen schier überfordert, reift über die Zeit zu einem genau durchdachten Chaos mit Struktur heran. Ob dieses gequirlte Genresüppchen allerdings seine dankbaren Gourmets findet, darf ob übertriebener Vielfalt bezweifelt werden.

Die Stirn legt sich in Falten, die rechte Augenbraue tut schon weh, weil man sie höher nicht mehr ziehen kann, der Mund bleibt zunächst offen stehen und die Asche der gerade angesteckten Kippe fällt aufgrund körperlicher Vollstarre auf den Tisch. So ungefähr will ich meine Reaktion beschreiben, als Track eins, „Pests In Pools Of Stagnant Water“ [bitte was???], sich in der Anlage breit macht. Wirres Drumgethrashe trifft auf Riffing aus der Kategorie schreddernder Frickeldeath und paart sich mit einem Gesang, hörbar angelehnt an offensichtliche Vorbilder, wie z.B. Tom Araya [SLAYER] oder Scott Ian Rosenfeld [ANTHRAX, STORMTROOPERS OF DEATH]. Jetzt nehme man noch einen beliebigen Death Metal Sänger und etwas Gekreische aus der Schwarzmetall-Szene hinzu und man erhält das gesamte Spektrum verbaler, in sich heran gezüchteter Massentierhaltung auf engstem Raum. Hin und wieder springen die Herren munter zwischen Black und Death Metal, stets aber der thrashigen Linie treu bleibend. Ich würde meinen rosigen Hintern darauf verwetten, dass sich so mancher gerade fragt, was ich hier überhaupt für einen kuriosen Hirnfurz von mir gebe, aber glaubt mir einfach, so wirr das alles klingt, so wirr klingen MANNGARD auf „European Cowards“! Man darf gewiss froh sein, dass ich hier nicht meinen Ersteindruck dieser Scheibe verfasst habe, denn der würde wohl in etwa so aussehen: „nfG%aüJF§NOk$sfhn@Hdh&cO!?!?!“. Gibt man sich diesem strukturierten und genau geplanten Chaos allerdings hin und versucht sich an einigen Durchläufen, wird schnell klar, dass hier keine Unentschlossenheit und erst Recht keine Unerfahrenheit am Werk sind, sondern Kreativität in höchstem Maße und der Spaß an allen Facetten des Heavy Metal. MANNGARD haben die Spielfreude für sich selbst neu definiert und setzen sich Song für Song keine Grenzen. Fakt ist, dass diese Mischung keine Musik ist, um damit Geld zu verdienen. Sollten sie das wirklich glauben, haben sie den Musikmarkt dezent missverstanden. Die Menge der Musikliebhaber, die diese Musik A) verstehen und B) nachvollziehen und für toll befinden können, wage ich auf ein Minimum innerhalb der Metalgemeinde einzustufen.
Auf einzelne Songs des Albums näher einzugehen, würde insofern nichts bringen, da man sich für jeden dieser Chaosklumpen eigentlich nur immer wieder diesen Text durchlesen müsste. Mal vorwärts, mal rückwärts, mal kreuz und quer.

Für mich sind MANNGARD jedenfalls eine Band, die es wohl lohnt, zu verfolgen und ich meine wirklich musikalisch und nicht mit einem Fleischermesser oder Ähnlichem.
Abschließend bleibt fürs Protokoll, dass MANNGARD sicher nicht jedermanns Sache sind, aber absolut Spaß machen, wenn man sich denn mit einem zwinkernden Auge darauf einlässt. Nach einigen Anläufen springt der Funke durchaus über und man versteht sogar die unbändige Spielfreude dieser verrückten Bergener. Es sind eben auch nur Metal Freaks! Fürs nächste Album wäre allerdings ein ausgereifter Sound und ein professionellerer Mix wünschenswert, denn das hier Gebotene wirkt an mancher Stelle doch etwas dünn und klapprig. So, wo war meine FANTÔMAS CD? Ah ja… alles wird gut!

Trackliste:
01. Pests In Pools Of Stagnant Water
02. Horrordementia
03. European Cowards
04. Republic Of Texas
05. Expulsion Of The Assailants Part 1: Implicit Approval Of Your Uninvited Guests
06. Expulsion Of The Assailants Part 2: Surgical Removal Of Your Evil Thoughts
07. Divine Justice
08. Evil Raping Evil
09. Miasma
10. You Smell Of Dust – Are You Alive?
Spielzeit: 00:41:00

Line-Up:
Olav Iversen - Vocals
Olav Kristiseter - Gitarre
Iver Sandoey - Drums
Einride Torvik - Bass
Patrick Franken [Border]
14.09.2007 | 02:02
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