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Reviews von Mar De Grises
CD Review: Mar de Grises - Draining The Waterheart

Mar de Grises
Draining The Waterheart


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Cover von Mar De Grises -- Streams Inwards
Band: Mar De Grises Homepage Mar De Grises bei Facebook Metalnews nach 'Mar De Grises' durchsuchenMar De Grises
Album:Streams Inwards
Genre:Doom Metal, Prog-Metal
Label:Season Of Mist
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:27.08.10
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"An der schönen, blauen Doomau!"

MAR DE GRISES haben ein Händchen für passende Momente. Denn was gibt es für den Teilzeit-Sozialphobiker und Schreiber dieser Zeilen schöneres, als sich bei Sonnenschein im verdunkelten Zimmer mit Nordfenster zu verkriechen und sich durch mehr oder weniger dröge Lautwandelerscheinungen vom Indogermanischen bis zum Neuhochdeutschen zu wühlen?

Richtig, schöner kann eigentlich nur das Verkriechen in epischem, düster-melancholischem Death-Doom aus Chile sein. Während andere es vorziehen, draußen ihre Nahrung auf glühenden Holzresten und sich selber auf glühendem Sand zu garen, rotiert hier zum wiederholten Male "Streams Inwards" – und das bei Weitem nicht nur aus Angst vor Sonnenbrand und zu Prokrastinationszwecken. Denn MAR DE GRISES haben hier einen ausgesprochen würdigen Nachfolger zum grandiosen 2008er Album "Draining The Waterheart" abgeliefert. Rein stilistisch hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor mischen die Chilenen ihren Death/Doom aus Elementen zusammen, wie sie sich auch bei frühen OPETH, MORGION, SATURNUS und MY DYING BRIDE [vor allem zu Zeiten von "The Angel And The Dark River"] aufspüren lassen. Wieder türmen sich in den fast ausnahmslos überlangen Stücken Riffs zu hohen Brechern auf, durch deren Kämme wie lange Seegrasfasern die oft minimalistischen, eben dadurch aber hypnotisierend wirkenden Melodien treiben. Und wieder bringen Stücke wie "Starmaker", "Shining Human Skin" und "Sensing The New Orbit" den Hörer dazu, sich treiben zu lassen. Das MAR DE GRISES auch auf "Streams Inwards" eine für atmosphäreträchtigen Doom Metal geradezu verschwenderisch anmutende Musikalität an den Tag legen, dürfte wohl niemanden überraschen, der sich die Vorgängerwerke mehr als zweimal angehört hat. Doch auch auf dem neuen Werk der Südamerikaner muss man zunächst einige Male durch den Fluss der wunderbar zusammenpassenden Songs driften, ohne nach Anhaltspunkten greifen zu können.

Dazu gehört auch, dass man abschweift, sich nicht durchgehend auf "Streams Inwards" konzentriert, nicht immer gleich gut zuhört – und daher Gefahr läuft, sich in den scheinbar uferlosen Epikmonstern von MAR DE GRISES zu verlieren, keine Konturen mehr wahrzunehmen und vorschnell seichte Wasser aufzusuchen. Wer sich nach den ersten zwei, drei Durchläufen von "Streams Inwards" bei dem Gedanken ertappt, das alles klinge zwar "nicht schlecht aber ziemlich gleich", der muss aufpassen. Denn tatsächlich sind die Unterschiede zwischen Liedern wie "The Bell And The Solar Gust", "Knotted Delirium" oder dem mit weiblichem Gastgesang veredelten Bonusstück "Aphelion Aura" beträchtlich. Lediglich gleich gut sind sie alle. Statt also draußen eurem Hautkrebs bedenklichen Vorschub zu leisten oder euch in dröge Lautwandelerscheinungen zu verbeißen solltet ihr euch den Gefallen tun und euch mit oder ohne mentale Schwimmhilfe den tiefen, dunklen Doom Metal-Strom namens "Streams Inwards" hinuntertreiben lassen und seine Strömungen lesen lernen.

Trackliste:
01. Starmaker
02. Shining Human Skin
03. The Bell And The Solar Gust
04. Spectral Ocean
05. Sensing The New Orbit
06. Catatonic North
07. Knotted Delirium
08. A Sea Of Dead Comets
09. Aphelion Aura [Bonustrack auf dem Digipak]
Spielzeit: 00:47:07

Line-Up:
Sergio Alvarez - Gitarre
Alejandro Arce - Schlagzeug
Rodrigo Gálvez - Bass
Rodrigo Morris - Gitarre
Juan Escobar - Gesang, Keyboard, Synthesizer
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
20.08.2010 | 19:31
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