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Band: Marathonmann Homepage  Metalnews nach 'Marathonmann' durchsuchenMarathonmann
Album:...und Wir Vergessen Was Vor Uns Liegt
Genre:Alternative, Post Hardcore, Post-Punk
Label:Century Media
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:25.07.14
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"Das verflixte zweite Album"

MARATHONMANN machten mit ihrem Debut Album „Holzschwert“ einen Sprint in die erste Liga der deutschen Postpunk/Hardcore Bands. Ihr Song „Die Stadt gehört den Besten“, der schnell zu einem YouTube Hit wurde, verhalf der jungen Band zügig zu einem Plattenvertrag mit CENTURY MEDIA. Es folgten Touren mit ITCHY POOPZKID und diverse Festivals. Nun etwas über ein Jahr nach dem zu Recht gefeierten Debut wird mit „… und wir vergessen was vor uns liegt“ nachgelegt, um den erspielten Status zu festigen.

Mit dem Trio aus „Alles auf Null“, „Onkalo“ und „Abschied“ wird melodisch und nach vorne treibend begonnen. Kein schlechter Einstieg eigentlich, wenn das alles nicht schon packender auf dem Debut realisiert worden wäre. Der Gesang von Sänger Michael Lettner, welcher auf dem Debut-Album positiv durch seine Mischung aus Heiserkeit und dem nötigen Funken Teenage-Angst bestach, erweckt bei mir mittlerweile nur noch müdes Gähnen. Auch aufgrund der ewig gleichen Gesangsmelodien hat man Ähnliches schon zuhauf auf „Holzschwert“ gehört. Sei es durch die kühle Produktion oder das Fehlen von wirklich packenden Melodien, das aktuelle Album hat es schwer die emotionale Tiefe des Debuts zu erreichen. „Auf dem höchsten Punkt der Welt“ oder „Landschaftsleben“ brechen mit etwas langsamerem Tempo aus dem gewohnten Trott aus, während „Rücklauf“ als einer der schnellsten Songs des Albums, es schafft an „Die Stadt gehört den Besten“ heranzureichen. Mit „Manchmal kommen sie wieder“ wird das Album dann noch einmal emotional packend beendet. Warum denn nicht gleich so? Textlich sinniert die Band über Rückschläge, die Umwege, die das Schicksal gerne nimmt und die Gefahr, im Alltagstrott den Sinn für die wichtigen Dinge zu verlieren. Da ein Großteil der Texte auf mich mittlerweile mehr konstruiert und bemüht als wirklich erlebt wirkt, habe ich auch hier meine Probleme mit. Vielleicht sind meine Ansprüche in diesem Genre mit TURBOSTAAT oder den aufgelösten MUFF POTTER aber auch etwas zu hoch gesteckt.

Unter dem Strich bleibt für mich ein sehr erzwungenes zweites Album, das mich nur punktuell überzeugen kann. Bitte nicht falsch verstehen: Das Album ist sauber arrangiert, produziert und Szenekompatibel präsentiert. Einige werden an diesem Album ihren Spaß haben. Da die Band allerdings in ihrem eigenen Schatten steht kann ich den Nicht-Fans nur schwerlich eine Empfehlung für diesen Tonträger aussprechen.. Etwas mehr Wagnis, Dynamik und vor allem Abwechslung beim Gesang und mit einem zukünftigen Album Nummer drei dürfte wieder alles gut laufen. Ein bisschen mehr Zeit lassen. Eben ein Marathon. Ich weiß das ihr das könnt Jungs!

Trackliste:
01. Alles auf Null
02. Onkalo
03. Abschied
04. Diese Hände
05. Auf dem höchsten Punkt der Welt
06. Der grosse Sturm
07. Neumondnacht
08. Zwei mal Zwei
09. Landschaftsleben
10. Rücklauf
11. 73162
12. Manchmal kommen sie wieder
Spielzeit: 00:39:07

Line-Up:
Marcel - Drums
Robin - Gitarre
Michi - Bass, Gesang
Christian - Gitarre
Dominic Kappelhoff [Dom]
18.07.2014 | 19:24
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