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Album:Frontschwein
Genre:Black Metal
Label:Century Media
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:19.01.15
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"Der Panzer rollt erneut!"

Na also, auf die Panzerdivision MARDUK ist in dieser Welt noch Verlass. Knappe drei Jahre nach dem viel bejubelten „Serpent Semon“ haben die schwedischen Schwarzwurzler eine neue Scheibe namens „Frontschwein“ in den Startlöchern, die sie via Century Media in die Regale bugsieren. Nachdem die letzten Alben diverse Kriegsthematiken nur am Rande gestreift haben – abgesehen von der kleinen EP „Iron Dawn“ –, packen MARDUK dieses Mal wieder die Keule aus und versuchen mit Songtiteln wie „The Blond Beast“ die neue Generation von Metalfans zu erschrecken.

MARUDK gelingt mit diesem erneuten Aufgreifen der Kriegsthematik ein gelungener Schachzug, veröffentlichen die Herren doch in sehr regelmäßigen Abständen Musik und sind nahezu dauerhaft auf Tour anzutreffen. Das alles führt dazu, dass man sich als MARDUK-Fan vielleicht manchmal die Frage stellt, ob man ein neues Album überhaupt noch braucht. Denn wie groß können die musikalischen Veränderungen schon sein? Da macht es zumindest Sinn, sich wieder einmal einem anderen Thema anzunehmen und mit diesem Interesse zu wecken. Aber auch musikalisch braucht sich „Frontschwein“ keinesfalls hinter „Serpent Semon“ zu verstecken. Die Schweden agieren auf ihrem dreizehnten [!] Album sehr variabel und teilweise überraschend einfallsreich. Ganz im Gegensatz zu „Panzer Division Marduk“ geht es auf „Frontschwein“ nicht um ein reines Durchgeballere, das nur verbrannte Erde hinterlässt. Nein, MARDUK spielen teilweise ausgeklügelt mit Melodien [„Falaise: Cauldron Of Blood“], lassen es langsam, düster und atmosphärisch angehen [„Wartheland“] und haben sogar einen eingängigen Hit [„The Blond Beast“] am Start, der mit mächtigen Drums aufwarten kann. Apropos Drums: Die hat dieses Mal nicht mehr Lars Broddesson, sondern Fredrik Widgis [RAGE NUCLÉAIRE] eingespielt. Eine allzugroße Veränderung in der Musik lässt sich deshalb aber nicht feststellen. Selbstverständlich haben MARDUK aber auch nicht darauf vergessen, dem Hörer oder der Hörerin ordentlich das Hirn freizuschießen, und so ist z.B. das abschließende „Thousand-Fold Death“ der totale Irrsinn geworden, bei welchem vor allem Mortuus Gesangstempo beeindruckt – quasi der KOLLEGAH des Black Metal! Aber auch Songs wie der Titeltrack oder „Afrika“ geben ordentlich Gas und werden Fans von High-Speed Black Metal zufrieden stellen. Die Schwächen von „Frontschwein“ halten sich in Grenzen. Klar, so nach 30-40 Minuten hat man begriffen, was MARDUK hier machen und wenn man ein oder zwei der neueren Scheibe kennt, reduziert sich auch die Anzahl der musikalischen Überraschungen. Und ja, nicht jeder Song ist ein Volltreffer, sondern manchmal auch „nur“ ein ordentlicher und typischer MARDUK-Track. Aber die Kraft und Energie, die von dieser Truppe ausgeht, sind einfach nach wie vor beeindruckend.

Alles in allem ist „Frontschwein“ wieder einmal ein beeindruckendes musikalisches Lebenszeichen von MARDUK geworden, welches aufzeigt, dass die Herren rund um Mastermind Morgan noch nicht alles gesagt haben und auch noch nicht alt werden. Tracks wie „The Blond Beast“ und „Thousand-Fold Death“ werden live wie ein Panzer einrollen und beweisen, dass auch im Mainstream angekommener Black Metal nicht immer langweilig und „soft“ sein muss. Ergo: Läuft bei MARDUK!

Trackliste:
01. Frontschwein
02. The Blond Beast
03. Afrika
04. Wartheland
05. Rope Of Regret
06. Between The Wolf-Packs
07. Nebelwerfer
08. Falaise: Cauldron Of Blood
09. Doomsday Elite
10. 503
11. Thousand-Fold Death
12. Warschau III: Necroplos [Bonustrack; Mediabook Edition]
Spielzeit: 00:52:39

Line-Up:
Mortuus - Gesang
Morgan - Gitarre
Devo - Bass
Fredrik - Drums
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
16.01.2015 | 20:53
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