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Cover von Marionette -- Nerve
Band: Marionette Homepage Marionette bei MySpace.com Metalnews nach 'Marionette' durchsuchenMarionette
Album:Nerve
Genre:Modern Metal
Label:Pivotal Rockordings
Bewertung:1 von 7
Releasedatum:18.11.11
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"Eine musikalische Wurzelbehandlung"

Die Dinge sind nie das, was sie zu sein scheinen, aber auch selten etwas besseres. Diese bittere Erkenntnis könnte als eine ganz gute Überschrift für meine Erfahrung mit der schwedischen Band MARIONETTE genommen werden. Ein wenig rein gehört, einen schnellen positiven Eindruck bekommen, CD geholt, durch gehört, im Strahl gekotzt.

Schon die zunächst widerwillige Wiedergabe meines CD-Players hätte ich als böses Omen erkennen müssen. Die als kapriziöse Launen interpretierten Störanfälle meiner Audioanlage sollten sich als geheime Rettungsversuche vor der sich anbahnenden musikalischen Qual entpuppen. Am Anfang der CD neigt man aufgrund der vielen gesamplten Kanonenschüsse zur Vermutung, dass es gleich so lieblich in den Ohren knattern wird. Was darauf folgt ist allerdings so enttäuschend wie das einsame Duftbäumchen in einem überdimensionalen, bis zum Bersten mit Schaumstoff gefüllten, Geschenkkarton, garniert mit einem gehässigen Brief von den Eltern, in dem die Symbolik von Inhalt und Verpackung auf andere Lebenslagen übertragen und die hohe erzieherische Funktion dieser Geste gepriesen wird. Knapp: Sehr enttäuschend. Was man für die überfällige Verbindung zwischen Black Metal, Melodic Death Metal und neumodischem Djent gehalten hätte entpuppt sich als bis zur Unkenntlichkeit überproduzierter Diskometal, der musikalisch billigste Phrasendrescherei vom Stapel lässt und jedes halbwegs anständig begonnene Gitarrenriff mit käsigen Synthesizern hinwegschwemmt. Wieder mal ist es aber auch nur das Produkt eines Produzententeams, das es nur gut gemeint hat, indem es das Beste von PERIPHERY, DIMMU BORGIR und IN FLAMES kombinieren wollte, aber entgegen dem überzogenen Anspruch aus dem Promoheft, 'nicht auf ausgelatschten Pfaden zu wandeln ', machen MARIONETTE leider nichts anderes; sie stampfen sogar etwaige Unterschiede ein und bauen auf dem Fundament eine viel befahrene Autobahn, auf der anfangs originell anmutende Ideen mit Hochgeschwindigkeit zum internationalen Markt für musikalische Massenware geliefert werden, um dort konsumadäquat verbraten, anschließend vergessen und vielleicht irgendwann im Kontext einer Retrobewegung wieder entdeckt zu werden. Welche Rolle in diesem Zusammenhang Bands wie MARIONETTE inne haben, zeigt nicht zuletzt die äußerst ironische Namensgebung.

Das neue MARIONETTE-Album ist zusammengefasst kein Schuss in den Ofen, da man wohl kaum irgendeinem Heizungsgerät so ein Ende bescheren möchte, sondern ein erneuter Tiefschlag gegen den Glauben, dass heute überhaupt noch irgendwas den Fängen des ökonomischen Fließbands entkommen kann. Entsprechend kann man auf den Song „Remember Your Name“ nur antworten: Meinen Namen werde ich mir merken können, aber „Nerve“ hoffentlich bald verdrängen.

Trackliste:
1. From Marionette With Love
2. Stand In Line
3. Act Of Violence
4. Remember Your Name
5. Revelation 6:8
6. A New High
7. Something Forgotten
8. Smile Or Die Trying
9. The Last
10. När Du Ruttnar Bort
11. Brand New Day
12. Lights Out
13. Overdose*
14. The Sun, The Skies, The Clarity And Light
Spielzeit: 00:47:30

Line-Up:
Alexander Andersson - Vocals
Aron Parmerud - Guitars, Backing Vocals
Mikael Medin - Bass
Anton Modig - Guitars
Linus Johansson - Keyboards
Jimmie Olausson - Drummer
Oleg Pronitschew [John Gorerilla] | 17.12.2011 | 14:33

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