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Band:  Metalnews nach 'Martin Popoff' durchsuchenMartin Popoff
Album:Das ultimative Deep Purple Kompendium
Genre:Classic Rock, Hard Rock
Label:Iron Pages Books
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:19.11.12
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"Persönlich, lesenswert und unterhaltsam"

Die Geburtsstunde von DEEP PURPLE ist auf den April 1968 datiert. Wie bei kaum einer anderen Band ihrer Größe und Klasse, wurde der Sound und die stilistische Orientierung derart stark von der jeweiligen Besetzung geprägt. Bis heute wird die Geschichte der britischen Rockgiganten in acht Kapitel bzw. Marks unterteilt – und ebenso gerne bis ins Detail analysiert.

Detailverliebt geht auch Autor Martin Popoff an diesen 504 Seiten starken Wälzer heran. Der kanadische Journalist schreib bereits zwei Bücher über DEEP PURPLE: „Getting Tighter – Deep Purple `68 – `76“, sowie das nachfolgende „A Castle Full of Rascals: Deep Purple '83-'09“. Sprich, mit der Geschichte der Rocklegende ist der 50jährige Autor bestens vertraut. Sein Wissen bezieht Popoff aus über 50 persönlich geführten Interviews mit den Bandmitgliedern, ehemaligen Musikern, sowie dem engen Umfeld der Formation. An Fachwissen mangelt es keinesfalls, weshalb das vorliegende Werk vor allem beinharte Fans von DEEP PURPLE begeistern wird. Fans, die mit der Geschichte vertraut sind und selbst gerne über deren Historie und das „was wäre wenn“ philosophieren. Denn Popoff verhaspelt sich gerne in Details und verliert dabei gerne mal den Faden bzw. setzt ein fundiertes Grundwissen voraus, wenn plötzlich Vertraute aus dem jeweiligen Musikerumfeld ohne einleitende Worte auftauchen und abgehandelt werden.

Dementsprechend unterscheidet sich dieses Kompendium von anderen Biographien, die meist die Geschichte aus der Sicht des Hauptprotagonisten erzählt und sich bei der Abhandlung auf das Wesentliche konzentriert. Nicht so bei Popoff, der zudem sehr analytisch vorgeht und seine subjektive Meinung permanent kundtut.

Die Früh- und Gründungsphase von DEEP PURPLE erzählt der Schriftsteller rückblickend aus später geführten Interviews, weshalb vieles auf Erinnerungen basiert. Zur Hochform läuft er auf, sobald es um die Neuphase und seinen ganz persönlichen Helden geht: Steve Morse. An dem Gitarristen, dessen Klasse zwar unbestreitbar hoch ist, schneiden sich dennoch seit Jahren die Geister und die Gemüter der Purple Fans. Dessen Fusion inspiriertes Gitarrenspiel hat so gar nichts mit dem klassischen Spiel von Ritchie Blackmore gemein, der seit 1993 seine eigenen Wege im Mittelalter und Folk Metier bestreitet. Bei dieser neuen Ära taut der Autor völlig auf und weckt zugleich das Interesse an grandiosen Perlen wie „The Battle Rages On“ bis hin zu ihrem noch aktuellen Longplayer „Rapture Of The Deep“.

Grundsätzlich werden alle jemals veröffentlichte DEEP PURPLE Song, sowie sämtliche B-Seiten angesprochen und analysiert. Jedes Album hat sein eigenes Kapitel und zudem wurden eine Menge unveröffentlichter Fotos ausgegraben. Das „ultimative Kompendium“ wird seinem Namen gerecht, allerdings erfordert es Geduld und Muse, sowie die uneingeschränkte Begeisterung zur Musik von DEEP PURPLE. Popoffs Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und eigenwillig, denn er schreibt was und wie er denkt – doch gerade auch dieses durch und durch Persönliche macht den dicken Wälzer so lesenswert und unterhaltsam.

Markus Wosgien


Trackliste:


Markus Jakob [shilrak]
05.03.2013 | 23:45
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