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Cover von Megadeth -- Dystopia
Band: Megadeth Homepage Megadeth bei Facebook Metalnews nach 'Megadeth' durchsuchenMegadeth
Album:Dystopia
Genre:Thrash Metal
Label:Universal
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:29.01.16
CD kaufen:'Megadeth - Dystopia' bei amazon.de kaufen
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"Megadave in Bestform"

Der internationale Terrorismus hält die Welt in Atem, die Wirtschaft steht jede Woche aufs neue vor dem sicheren Zusammenbruch und in Amerika ist Präsidentschaftswahl mit Donald Trump und Sarah Palin – MEGADETH-Boss Dave Mustaine bieten sich wahrlich mehr als genug Themen, über die er sich beschweren könnte. Umso schöner, dass mit „Dystopia“ ein neues Album seiner Band in den Startlöchern steht, denn wie hinlänglich bekannt, schreibt Mr. Mustaine immer dann die besten Songs, wenn ihm die Dinge so richtig gegen den Strich gehen.

So geht das gepflegte Thrash Metal-Gemotze auch gleich in die Vollen und könnte schöner kaum beginnen: Eingeleitet von orientalischen Klängen wird recht schnell klar, welche Bedrohung es ist, die der gute Dave in „The Threat Is Real“ heraufbeschwört. Nun ist es zweitrangig, ob das Thema islamistischer Terror derzeit Gegenstand musikalischer Unterhaltung sein sollte, denn das muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass „Dystopia“ hier mit dem besten Song beginnt, den MEGADETH seit „Endgame“ geschrieben haben - hier besinnen sich die Herren auf das, was sie am besten können und das ist eben Thrash Metal. Überhaupt scheint es dem Bandkopf gut zu tun, sich mal wieder so richtig zu ärgern. Der Albumtitel „Dystopia“ und Songnamen wie „Death From Within“, „Post American World“ und „Lying In State“ machen deutlich, welche Erfolgschancen Mr. Mustaine seinem Land und dem Rest der Welt in absehbarer Zeit so in Aussicht stellt und genau das scheint ihm Anlass gegeben zu haben, endlich mal wieder ein Album zu schreiben, in dem tatsächlich Herzblut steckt. Stilistisch decken MEGADETH auf ihrem neuen Album maßgeblich zwei Gebiete ab: Auf der einen Seite steht der kompromisslose Thrash Metal, den man in jüngerer Zeit bei der Truppe schmerzlich vermisst hat und den sie hier mit Songs wie dem vertrackten „Fatal Illusion“, das zunächst an „Countdown To Extiction“- und später gar an „Peace Sells“-Zeiten zu erinnern vermag oder auch „Lying In State“ und dem düsteren „Post American World“ überaus erfolgreich wieder aufleben lässt. Auf der anderen Seite stehen nicht weniger großartige Songs wie der Titeltrack, das beinahe rockige „Death From Within“ oder auch „Bullet To The Brain“. Hier offenbaren MEGADETH vordergründig das feine Gespür für eingängige Melodiebögen, welches die Band vor allem auf ihren jüngeren Alben entwickelt hat, ohne dabei allerdings Härte und Dringlichkeit aufzugeben. So geht die Radiotauglichkeit von „Dystopia“ anders als bei seinem direkten Vorgänger praktisch gegen null, was im Falle von MEGADETH durchaus wünschenswert ist. Vielmehr hört man hier häufig die typischen Harmonien, wie sie sich nur Dave Mustaine ausdenken kann - das ist hier allerdings keine Selbstkopie sondern vielmehr Selbstzitat und Beweis, dass MEGADETH ihrem stilbildenden Sound trotz fortschreitenden Alters und steter Besetzungswechsel treu bleiben können. Gerade die jüngsten Umbesetzungen dürften ohnehin ein Grund für den frischen Wind auf dieser Platte sein. Neuzugang Kiko Loureiro gilt Vielen ohnehin schon als Aushängeschild einer neuen Generation an Saitenhexern und kann nicht nur spielen wie der Teufel, sondern fügt sich auch bestens in den MEGADETH-Sound ein. Klingt, als wäre der Mann schon immer dabei gewesen. Das resultiert in atemberaubenden Duellen zwischen den beiden Klampfern - siehe das Instrumental „Conquer Or Die“.

Offenbar war ein Besetzungswechsel im Hause MEGADETH lange überfällig: Nachdem die letzte Inkarnation der Kalifornier mit „Endgame“ vermutlich eines der stärksten MEGADETH-Alben überhaupt eingespielt hatte, ging der Mannschaft mit ihren nächsten beiden Platten zusehends die Luft aus. Die Wiedergutmachung kommt mit „Dystopia“, denn hier ist nicht zuletzt dank runderneuerter Mannschaft alles wieder im Lot: Dave Mustaine und Co.liefern hier ein hartes, wütendes und bis auf ganz wenige Schwächen über jeden Zweifel erhabenes Thrash Metal-Opus ab, das des Namens MEGADETH in jeder Beziehung würdig ist.

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Der zweite Vorname von Dave Mustaine ist zweifellos Stehaufmännchen. Immer wieder von Rückschlägen und bandinternen Querelen geplagt, manövriert er sein Schlachtschiff MEGADETH durch die Untiefen der schwermetallischen Musikwelt. Irgendwann nimmt man gelassen zur Kenntnis, dass ein neues Album erscheint und schraubt die Erwartungen auf ein solides Mittelmaß. Doch dann kommt der magische Moment. Eben jener magische Moment nach circa einer Minute Spieldauer plusminus irgendwas. Der Moment, wo dich die Musik bei den Hörnern packt und du dich der musikalischen Darbietung zu Füßen wirfst. Genau das passiert bei „Dystopia“. Die Scheibe begeistert von Anfang an und offenbart auch nach einer Woche Dauerrotation kaum Ermüdungserscheinungen. Irgendwie hat Mr. Mustaine es geschafft, sich auf seine Stärken zu besinnen und liefert mit seiner Truppe eines der besten MEGADETH-Alben überhaupt ab. Mein persönlicher Anspieltipp ist „Post American World“, endlich mal wieder ein Megadave-Hit, der sich mit dem Gassenhauer „Symphony Of Destruction“ messen kann.
Fränky | 6 von 7 Punkten

Trackliste:
01. The Threat Is Real
02. Dystopia
03. Fatal Illusion
04. Death From Within
05. Bullet To The Brain
06. Post American World
07. Poisonous Shadows
08. Conquer Or Die
09. Lying In State
10. The Emperor
11. Foreign Policy [FEAR-Cover]
Spielzeit: 00:46:46

Line-Up:
Dave Mustaine - Vocals, Guitar
Kiko Loureiro - Guitar
David Ellefson - Bass
Chris Adler - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
22.01.2016 | 10:17
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