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Cover von Melechesh -- Enki
Band: Melechesh Homepage Melechesh bei Facebook Metalnews nach 'Melechesh' durchsuchenMelechesh
Album:Enki
Genre:Black Metal, Black/Thrash Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:27.02.15
CD kaufen:'Melechesh - Enki' bei amazon.de kaufen
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"Der Orient erwacht zum Leben"

Die letzten Jahre müssen für Ashmedi und MELECHESH nicht ganz einfach gewesen sein. Denn nicht nur Langzeit-Gitarrist und Weggefährte Moloch hat im Jahre 2013 sein Instrument an den Nagel gehängt, um sich auf seine universitäre Karriere zu konzentrieren, sondern auch Drummer Xul [THANATOS] hat im selben Jahr die Band verlassen. Mastermind Ashmedi musste sich also auf die Suche nach neuen Mitstreitern machen, um das neue und sechste Album „Enki“ aufzunehmen und fertig zu stellen. Man könnte sagen, er hat dafür eine typisch österreichische Lösung gefunden – Gitarrist Moloch ist rein für die Studioaufnahmen kurzfristig zurückgekehrt und für die Drums wurde Alt-Drummer Lord Curse rekrutiert, der auf dem ersten Album „As Jerusalem Burns … Al’Intisar“ zu hören ist. Bevor sich diverse Leser aber zu früh freuen, MELECHESH suchen nach wie vor einen fixen neuen Drummer und auch live wird man die beiden Herren nicht zu Gesicht bekommen.

Diese chaotischen Tage scheinen Ashmedi aber kreativ nicht behindert zu haben, denn mit „Enki“ legt er ein gut einstündiges Brett vor, das einen nach dem ersten Hördurchlauf erst einmal die Kinnlade herunterfallen lässt. Wirkt Opener „Tempest Temper Enil Enraged“ zuerst noch etwas verhalten und fast so, als würde man sich vorsichtig an die neue Scheibe herantasten, gibt es beim nachfolgenden „The Pendulum Speaks“ kein Halten mehr. MELECHESH packen mächtige und typisch orientalisch-angehauchte Riffs aus und Ashmedi geifert ins Mikro und klingt manchmal wie eine giftige und gefährliche Viper, die sich ihrem Opfer nähert. Das Drumming mag nicht ganz so originell sein wie jenes von Proskriptor, aber dessen Weggang werden Altfans sowieso nie verkraften können. Macht nichts, „The Pendulum Speaks“ ist ein erster Hit. Ashmedi und Konsorten genügt das aber noch nicht, sondern liefern mit „Lost Tribes“ einen weiteren Brecher ab, welchen Max Cavalera [SOULFLY et cetera] mit seinem tiefen Organ veredelt. Zuerst denkt man, dass das nicht zusammenpassen kann, und ist dann doppelt erstaunt, wenn sich dessen Part perfekt in den Song einfügt. Mit „Multiple Truth“ folgt dann die erste Single der neuen Scheibe. Intelligente Texte treffen auf melodiös-brutale Riffs, die zudem noch kraftvoll produziert sind. Es besteht kein Zweifel, dass es gerade die Gitarren und die Produktion sind, die einen immer wieder fasziniert zurücklassen. Ganz davon abgesehen, dass Ashmedi gute und vor allem mitreißende Songs schreiben kann, was er auch bei „Multiple Truths“ unter Beweis stellt. Lediglich das folgende „Enki Divine Nature Awoken“ fällt etwas ab, denn MELECHESH nehmen das Tempo raus, wagen sich an Mid-Tempo Part und wirken bei diesem Track etwas zu zaghaft. Das kann auch Sakis Tolis [ROTTING CHRIST] nicht ändern, der auf dem knapp neunminütigen Song zu hören ist. Wer jetzt Angst hat, dass „Enki“ in der zweiten Hälfte abfällt, der kann sich beruhigen – die darauffolgenden „Metatron And Man“ und „The Palm The Eye And Lapis Lazuli“ [hier hört man Rob Caggiano an der Gitarre] gehen wieder auf’s Ganze. Double Bass Attacken und die schneidenden Riffs fräsen sich in den Gehörgang und führen automatisch zum Headbangen, ganz egal, ob man das Album im heimischen Wohnzimmer oder während einer Busfahrt hört. Einfach großartig, wie Ashmedi in der Lage ist, Riffs rauszuhauen, die sich sofort in Körper und Geist festsetzen und ihn instinktiv reagieren lassen. Noch ist „Enki“ aber nicht zu Ende, denn es folgen noch ein achtminütiges meditatives Folk-Stück namens „Doorways To Irkala“, welches einen runterholt, einem Zeit zum Verschnaufen gibt und in die mystischen Schreine des Nahen Ostens entführt. Ein schönes Stück, das aber vielleicht auch etwas kürzer sein könnte. Das gilt vor allem, wenn man bedenkt, dass nach diesem Lied noch der Dreizehnminüter „The Outsiders“ wartet, welcher noch einmal alle Trademarks von MELECHESH aufweist und das Album würdig beendet.

Eine starke Sache, die uns MELECHESH hier zum Jahresanfang präsentieren. Zwar erfinden die Schwarzwurzler ihren Sound und ihr Konzept nicht neu, aber sie spielen die Stärken und die Einzigartigkeit ihrer Musik vollkommen aus. Wer frühere Alben von MELECHESH kennt, weiß also, was einen hier erwartet und wird mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht immer und immer wieder auf die Repeat-Taste drücken. Etwas objektiver betrachtet, muss allerdings gesagt werden, dass zwei Songs – der Opener und „Enki Divine Nature Awoken“ – etwas abfallen und, dass man das Album auch etwas kürzer und knackiger gestalten hätte können. Letztlich ist das zwar Jammern auf hohem Niveau, aber es gibt nun mal nach wie vor Luft nach oben. Trotzdem: Erstes zu erwartendes Jahreshighlight!

Trackliste:
01. Tempest Temper Enlil Enraged
02. The Pendulum Speaks
03. Lost Tribes
04. Multiple Truths
05. Enki Divine Nature Awoken
06. Metatron and Man
07. The Palm The Eye and Lapis Lazuli
08. Doorways to Irkala
09. The Outsiders
Spielzeit: 01:02:20

Line-Up:
Ashmedi - Gesang, Gitarre, Verschiedenes
Lord Curse - Drums
Moloch - Gitarre, Verschiedenes
Scorpios - Gesang

Gäste:
Rob Caggiano - Gitarre
Sakis Tolis - Gesang
Max Cavalera - Gesang
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
20.02.2015 | 18:11
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