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.: CD-REVIEWS :: Meshuggah - Koloss
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"Koloss(ales Überwerk)" | ||||||||||||||||||
| MESHUGGAH, die Urgesteine des polyrhythmischen extremen Metals, haben die letzten Jahre, und spätestens seit „ObZen“, den großen Durchbruch erlebt und sind alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Der Wandel vom lupenreinen, technisch angehauchten Thrash Metal bis hin zum Lehrwerk aller Bands, die sich im progressiven, tiefergestimmten und vor allem verschobenen Bereich wiederfinden, ist mehr als beachtlich. Kommerzielle Anbiederungen gab es zu keinem Zeitpunkt, die Band scheint bisher immer ihren eigenen Willen durchgesetzt zu haben. Nun erscheint mit „Koloss“, nach vier Jahren, das neue Werk der Schweden. Die Erwartungen sind beinahe ins Unendliche hochgeschraubt. „I Am Colossus“ ist jedoch erstmal die Klatsche für alle, welche die Band erst seit „ObZen“ kennen. Mit einer unglaublichen, intensiv dichten, doomigen und verschobenen Atmosphäre drischt eine dichte Gitarrenwand auf den geneigten Hörer ein. Vergleichbar mit gezielten, harten Schlägen in den Nieren und/oder Leberbereich. Ein äußerst verschobenes Gerüst hält diesen Song auf dem Fundament eines 4/4 Taktes, wenn auch, zugegebenermaßen, leichter nachvollziehbar denn je. Überraschung Nummer zwei: „The Demon's Name Is Surveillance“ prügelt über die beinah gesamte Songdauer mit einem Doppelbass-Gewitter auf einen ein und stellt den ersten Fredrik Thordendal Song des Albums dar. Hier sind noch leichte parallelen zu „Bleed“ vom Vorgängerwerk erkennbar, überzeugt aber durch eigenen Charme und einem außerordentlich schiefen und atonalen Solo. So ist auch der erste Eindruck der ersten zwei Songs absolut psychotisch und atmosphärisch dicht. Vor allem fällt hier schon der glasklare, verdichtete und absolut natürliche Sound des Albums auf. Vor allem das Schlagzeug klingt nicht mehr nach dem altgedienten „Drumkit From Hell“, sondern nach dem Liveset. Weiter geht’s mit „Do Not Look Down“, einem der ersten zwei im Voraus releasten Songs, der einen recht simplen Groove und ab der Mitte auch mehr Polyrhythmik bietet. Im Gesamten zählt dieser auch durch das Solo zu den leichter verdaubaren Songs und weckt Erinnerungen an das Album „Nothing“. MESHUGGAH erweitern nun ihre Übersongliste mit „Beyond The Sun“, einem absolut doomigen, atmosphärischen und an den Nerven zehrenden Song: Eingeleitet mit semiakustischen Gitarren und der niedrigsten Geschwindigkeit des Albums, steigert sich diese Nummer in einen psychotischen Doublebass und melodiegeführten Riffs, den Hörer erdrückenden Track, welcher platt macht. Sofort wird das Ruder aber wieder herumgerissen und bekommen einen untypschen Song serviert, der locker auf „Contradiction Collapse“ stehen könnte: „The Hurt That Finds You First“ startet thrashig, mit simplen „uff ta uff ta“-Drums und ist straight forward. Gegegn Ende steigert sich auch dieser wieer in atmosphärische Spielereien. Schon lange nichts mehr in der Richtung gehört, höchstens „Combustion“ von „ObZen“ hatte mal wieder in diese Richtung geschielt. Nun liefert Thordendal mit „Marrow“ seinen zweiten Beitrag ab. Groovig, taktverschoben und mit jazzig atonalen Soli gespickt knallt dieses Werk aus den Boxen. Zum Ersten und Letzten Mal schwach auf diesem Album ist der Song „Break Those Bones Whose Sinews Gave It Motion“ zu bezeichnen. Bei aller Trägheit und „Chunk“-Riffs, ähnlich wie beim grandiosen Opener, will dieser Song einfach nicht zünden, greift aber auch das Albenkonzept auf: Träg, voranpirschend und Atmosphäre. Nach dieser kleinen Enttäuschung nähert sich das Album der Zielgerade und liefert noch zwei Lehrwerke in Sachen Brutalität ab: Das überragend „Swarm“ zeigt, wie sich ein Boxbeutel mit gezielten einzelnen Schlägen fühlen muss und „Demiurge“, wie man einen geradelinigen Track mit einem außerordentlich krummen und verschrobenen Takt absolut grandios enden lässt. Song zehn, „The Last Vigil“, stelt die einzige große Überraschung dar: Ein reiner Ambienttrack, gänzlich ohne Gesang, Bass und Schlagzeug. Spreche ich einfach nochmal ein paar kleine Details an: Der Sound ist erste Sahne. Daniel Bergstrand hat eine grandiose Arbeit abgeliefert und beschert uns Songs, die wie direkt vom Livemischpult abgenommen klingen. Vor allem das Schlagzeug überzeugt durch seinen druckvollen und natürlichen Sound. Außerdem ist das Album endlich wieder deutlich atmosphärischer, was bei „ObZen“ nahezu komplett gefehlt hat. Roh, atmosphärisch und druckvoll: MESHUGGAH liefern hier ein Monster von einem Album ab. Die Songs wollen an einem Stück gehört werden und machen dem Albentitel alle Ehre. Nach dem für mich eher durchschnittlichen „ObZen“ klingt dieses Werk zwar ein wenig zugänglicher, frisst sich aber, so wie bei mir nach nun beinahe zwei Monaten Hörzeit, in die Gehörgänge, nistet sich ein und bietet doch, trotz typischen Songs, die ein oder andere kleine Überraschung im Detail. Für mich eines ihrer besten Werke, direkt neben "Chaosphere", "I" und "Catch 33" ------------------ Nach dem überragenden „ObZen“ liefern MESHUGGAH mit „Koloss“ zwar keineswegs schlechte Kost, aber trotz des klangvollen Namens keinen Überflieger ab. Dafür agieren die Schweden teils überraschend eingängig [relativ gesehen natürlich], sodass die Songs mit viel Groove versehen sind und direkt ins Ohr gehen, es dafür aber schnell nicht mehr viel zu entdecken bleibt. Songs wie „The Demon's Name Is Surveillance“ oder „Demiurge“ knallen dafür ordentlich und zeigen, dass MESHUGGAH handwerklich natürlich immer noch in einer anderen Liga zocken, aber dennoch hätte ich mir von „Koloss“ deutlich mehr erwartet. Ein insgesamt gutes Album, das sofort als MESHUGGAH erkennbar ist, aber längst nicht die gleiche Durchschlagskraft und dauerhafte Intensität entfaltet wie die letzten Scheiben. soulsatzero | 5 von 7 ------------------ Meshuggah arbeiten seit Langem mal wieder songorientiert! Der minimale Verlust von Tiefe ist verschmerzlich, leider kann aber nicht jeder Song 100%ig überzeugen. shub | 4,5 von 7 | ||||||||||||||||||
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