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Cover von Ministry -- From Beer To Eternity
Band: Ministry Homepage  Metalnews nach 'Ministry' durchsuchenMinistry
Album:From Beer To Eternity
Genre:Industrial Metal
Label:AFM Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:06.09.13
CD kaufen:'Ministry - From Beer To Eternity' bei amazon.de kaufen
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"Anfang oder Ende?"

Mit dem Reunion- und Release-Overkill [gefühlte 666 Live-Scheiben, DVDs, Remix-Alben und Compilations] und inzwischen drei „Abschiedsalben” hat sich Mastermind Al Jourgensen in Sachen Glaubwürdigkeit definitiv keinen Gefallen getan, obwohl die Qualität des ersten [und eigentlich ja letzten!] Reunion-Albums „Relapse” [2012] zweifellos stimmte und für das ganze Ge[s]eier entschädigte. Dazu kamen allerdings noch zahlreiche schwache Liveshows, die den Verdacht aufkommen ließen, dass es mit dem guten Al, der dieses Jahr, so Gott, Satan oder wer auch immer will, immerhin 55 wird, nach einem turbulenten, von allen möglichen legalen und illegalen Substanzen und merkwürdigen Krankheiten [geplatze Geschwüre, Spinnenbisse, massive Dehydration etc.] geprägten Leben doch so langsam zu Ende geht. Aber weit gefehlt: Statt Al musste tragischerweise sein Gitarrist und Sidekick Mike Scaccia [RIGOR MORTIS], der seit 1989 zum MINISTRY-Umfeld gehörte und auch auf „Psalm 69” [1992] und „Filth Pig” [1996] einige Parts einspielte, mit 47 Jahren viel zu früh von dieser Welt gehen. Die Aufnahmesessions zu „From Beer To Eternity” konnten allerdings kurz vor seinem Tod am 23.12.2012 [Herzinfarkt während eines RIGOR MORTIS-Gigs] abgeschlossen werden, so dass Album Nummer 13 zu seinem Vermächtnis verkommen ist.

„From Beer To Eternity” präsentiert sich dabei auch noch als faustdicke Überraschung, denn hier handelt es sich locker um das vielseitigste, interessanteste und weirdeste MINISTRY-Album seit „Dark Side Of The Spoon” [1999] und ist mit Leichtigkeit das unverdaulichste, Industral-lastigste Werk seit dem immer noch nicht komplett kompensierten Abgang von Paul Barker im Jahre 2003. Zwar kommt „From Beer To Eternity” qualitativ nicht ganz an die Massaker von „Houses Of The Molé” [2004] und „Rio Grande Blood” [2006] heran, aber wer mit den Post-Barker-MINISTRY schon immer seine Probleme hatte, der sollte genauer hinhören. Hier tummeln sich Perlen wie die fast unhörbare Krachorgie „Side FX Include Mikey's Middle Finger [TV 4]”, das epische, teils wunderschöne „Change Of Luck” [mit leichtem „Filth Pig”-Einschlag, hell yes!], der von einer Tom Waits-artigen Rezitation eines William S. Burroughs-Gedichts [„A Thanksgiving Prayer”] eingeleitete Acht-Minüter „Thank But No Thanx” oder das von coolen, weiblichen Vocals getragene „Lesson Unlearned”, die allesamt aus dem eingefahrenen Muster ausbrechen, dass sich bei MINISTRY in den letzten Jahren eingeschlichen hatte. Trotzdem gibt es mit „Punch In The Face”, „Perfect Storm”, „Fairly Unbalanced” und zu großen Teilen „PermaWar” auch genug Stoff, der Fans der „neuen” MINISTRY [also ab 2004] sehr gut reinlaufen wird. Auffällig ist vor allem, dass Al so gut bei Stimme wie seit Jahren nicht mehr ist. Unter dem Strich ist „From Beer To Eternity” eine gute Kombination aus mehreren Schaffensphasen der Krachlegenden und lässt endlich wieder erahnen, dass MINISTRY früher richtig gefährlich waren.

Natürlich hat Al im Vorfeld verlauten lassen, dass „From Beer To Eternity” das definitiv letzte MINISTRY-Album ist, da er sich die Band ohne Mike Scaccia nicht vorstellen kann. Einerseits verständlich, außerdem wäre dieses Werk tatsächlich ein gelungener Schlusspunkt, aber da jetzt der Ruf sowieso schon ruiniert ist, wäre eine „richtige” MINISTRY-Reunion mit Paul Barker samt dem definitiv allerletzten Album vielleicht eine verdammt gute Idee.

Trackliste:
01. Hail To The Majesty [Peasants]
02. Punch In The Face
03. PermaWar
04. Perfect Storm
05. Fairly Unbalanced
06. The Horror
07. Side FX Include Mikey's Middle Finger [TV 4]
08. Lesson Unlearned
09. Thanx But No Thanx
10. Change Of Luck
11. Enjoy The Quiet
Spielzeit: 00:54:43

Line-Up:
Al Jourgensen – Vocals, Guitar, Keyboard, Programming
Mike Scaccia – Guitar
Sin Quirin – Guitar
Tony Campos – Bass
Aaron Rossi – Drums
Michael Siegl [nnnon]
29.08.2013 | 17:03
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