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Album:Monolithe III
Genre:Doom Metal
Label:Debemur Morti
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:16.11.12
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"Über den Tellerrand hinaus"

Mit „Monolithe III“ liefern die französischen Doom-Metaller MONOLITHE ihr [Überraschung!] drittes Album ab und verfolgen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter.

Warum? Weil die Jungs aus Paris erneut ein über 50-minütiges Stück präsentieren und somit einen sperrigen und unkonventionellen Brocken abliefern Dabei machen MONOLITHE ihrem Namen alle Ehre – unterstützt vom schlichten, aber sehr wirkungsvollen Artwork – und zeigen außerdem auf, dass man durchaus Songs mit Überlänge schreiben kann, ohne sich zwangsläufig zu verhaspeln oder sich letzten Endes völlig in ungewollter Monotonie zu verlieren. Allein dafür gehört MONOLITHE Respekt gezollt, auch wenn das Experiment nicht immer völlig gelingt und sich einige wenige Längen und Durchhänger im Spannungsbogen eingeschlichen haben. Trotzdem ist es schön, wie im Verlauf des Stücks immer wieder ähnlich geartete Motive auftauchen bzw. in anderer Form später erneut aufgegriffen werden, um für einen erkennbaren roten Faden zu sorgen. Hinzu kommen das Spiel mit der Laut-Leise-Dynamik, gute Ambient-Zwischenstücke, das erfreulicherweise dezent eingesetzte Keyboard, die eher sporadisch eingesetzten Growls sowie das gute Zusammenspiel des Gitarrengespanns Bégot/Blin, die mit vielen interessanten Melodien aufwarten. Dabei gibt es in der Musik von MONOLITHE – Doom hin oder her – erstaunlich viel Licht und eher weniger richtig finstere [Funeral Doom-]Abgründe à la EVOKEN, MOURNFUL CONGREGATION oder – mit Abstrichen – ESOTERIC. Dieses Ausweglose, Erbarmungslose und Abgrundtiefe macht meiner Meinung nach aber genau den Reiz dieser Musik aus, sodass MONOLITHE vergleichsweise hoffnungsvoll, weniger tiefgründig, dafür versöhnlich und streckenweise fast zu „glatt“ klingen – sprich: Freunde des Funeral Doom werden mit „Monolithe III“ streckenweise ein paar Probleme bekommen.

Insgesamt ist das dritte Album von MONOLITHE eine spannende und gelungene Angelegenheit geworden, die sich bewusst Kategorisierungen entziehen möchte [was oft funktioniert] und vor allem experimentierfreudig mit dem Format Musik bzw. mit dem Song an sich umgeht. Denn: Wer setzt sich heutzutage denn wirklich hin und hört einem einzigen Stück – oder auch einem Album – wirklich konzentriert zu, bringt die Zeit dafür auf und lässt alles andere dafür stehen und liegen? Der Ansatz ist auf alle Fälle sehr lobenswert, aber Interessierte sollten auf jeden Fall etwas mit Doom Metal an sich anfangen können und zudem viel Geduld bzw. Durchhaltevermögen mitbringen.

Trackliste:
01. Monolithe III
Spielzeit: 00:52:00

Line-Up:
Richard Loudin – Vocals
Benoît Blin – Bass, Guitars
Sylvain Bégot – Guitars, Bass, Keyboards, Programming
Sébastien Latour – Keyboards, Programming
Alexander Eitner [soulsatzero]
18.11.2012 | 15:34
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