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Cover von Morbid Angel -- Illud Divinum Insanus
Band: Morbid Angel Homepage Morbid Angel bei Facebook Metalnews nach 'Morbid Angel' durchsuchenMorbid Angel
Album:Illud Divinum Insanus
Genre:Death Metal, Industrial
Label:Season Of Mist
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:10.06.11
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"Das musste gesagt werden"

An "Illud Divinum Insanus" werden sich auch noch in Jahren die Geister scheiden – so viel ist klar. Allerdings sollte jeder, der die Band nun aufgrund ihrer neuen Ausrichtung verteufelt, zunächst einmal ganz genau hinhören, anstatt die Songs unter entrüstetem "Wie konnten die nur" – Geschrei zu beerdigen.
Allen Traditionalisten sei zunächst einmal gesagt: halb so wild. Nüchtern betrachtet besteht dieses Album nämlich aus sechs Death Metal Tracks, vier Industrial-Nummern und einem Intro. Wir erinnern uns an die letzten Alben der kranken Engel und stellen fest, dass abgedrehtes Geplänkel immer schon seinen Weg auf die Veröffentlichungen dieser Band gefunden hat.
Aber davon ab. Natürlich liegt der Fall bei "Illud…" anders. Dennoch möchte ich zunächst die eher "traditionelleren" Songs beleuchten. Da wäre zum Beispiel "Existo Vulgore", das einen aufgrund des ultrabrutalen Chorus’ und der gestochen scharfen Phrasierung David Vincents sofort an die Wand drückt. Tim Yeung blastet und doublebasst wie eine Maschine, doch daran hat man sich schnell gewöhnt. Durch die typisch versetzt gespielten MORBID ANGEL-Riffs in der Strophe fühlt man sich gleich wie zuhause. Vincent gibt alles. Er singt deutlicher, aber nicht weniger brutal als bisher. Das Killer-Solo am Ende sorgt dann endgültig für multiple Orgasmen.
"Blades For Baal" ist dann der Song, den die meisten Oldschool MA-Fans erwarten. Mit seinem Groove, seinen Geschwindigkeitsausbrüchen und der Vocal-Line hätte er auch auf "Covenant" stehen können. Einzig das erneut weniger chaotische, aber nicht minder virtuose Solo erinnert daran, dass wir es mit der ganz neuen MORBID ANGEL zu tun haben.
Für den eingängigsten Song der Bandgeschichte hat man sich den schönen Titel "I’m Morbid" aufgespart. Und Leute, obwohl man an den Gitarrenanschlägen natürlich hört, wer hier spielt, könnte das hier auch eine Gene Simmons KISS-Nummer sein. Das mag verschrecken, aber der Track groovt wie Sau und ist unterm Strich einfach ein grandioser Live-Smasher.
Nach dem Stampfer "I’m Morbid" folgt mit "Ten More Dead" ein weiterer Midtempo-Brecher, der eher in der Tradition solcher Nummern wie "Where The Slime Live" steht. Erneut setzen sich Grundriff und Chorus sofort im Ohr fest. Plötzlich zieht man völlig unvermittelt das Tempo an und checkt die gesamte Geschwindigkeitsskala an, bevor die Engel wieder in ihr Anfangs-Mantra verfallen. Geile Nummer!
"Nevermore" ist erneut ein traditioneller, pfeilschneller MORBID ANGEL Track, der gleich zwei Jahrhundertriffs enthält und vom Aufbau her zu ganz frühen Tagen zurückkehrt. Die coolen "Chapel Of Ghouls"-Gedächtnis - Oh –Oh –Oh-Chöre im Mittelteil verschaffen die nötige Gänsehaut und der Gesang ist generell mal wieder nicht von dieser Welt.
Mit "Beauty Meets Beast" geht der nächste Midtempo-Song ins Rennen. Hätte so auch auf "Domination" stehen können und ist erneut megaeingängig. Trey probiert während des eigentlich solide dahingroovenden Songs die abwegigsten Rhythmen auf seiner Klampfe aus und verstärkt damit die hypnotische Wirkung des Tracks.
Sechs überragende Death Metal Songs, die aus dem Einheitsbrei mehr als herausstechen und die gemeinsam die Spielzeit von "Reign In Blood" toppen, dürften genug Grund sein, nicht in den Tenor der schadenfrohen und ahnungslosen Basher einzustimmen. Aber schauen wir uns die Songs an, die alle Welt so entsetzt haben.
Da ist zunächst mal die Terror-/Speedcore-Nummer "Too Extreme". Okay, das Ding ist ungewöhnlich. Vielleicht auch etwas "too long", aber andererseits auch durchaus gut gemacht. Hat man sich erst zurechtgefunden, öffnet sich der Track langsam und man versteht, worum es MORBID ANGEL geht. Hier wird nicht auf Massentauglichkeit geschielt, sondern hier wird dem [Death Metal -] Mainstream der Stinkefinger gezeigt. Wie gesagt: zwei Minuten weniger hätten’s auch getan, aber komplett daneben ist der Song deshalb noch lange nicht.
Der EBM/Goth-Rocker "Destructos Vs. the Earth/Attack" ist dagegen schon eher normal zu nennen. Geht gut in Ohr und Bein, hat aber mit MORBID ANGEL im engeren Sinne nicht viel zu tun. Der Gesang kommt teilweise robotmäßig, teils melodisch daher. Im Mittelteil übernimmt Trey dann wieder die Herrschaft mit seiner Klampfe. Auch hier verhindert die Länge letztlich, dass die Nummer kommerziell verwertbar wird, obwohl ich sie mir in einschlägigen Clubs gut vorstellen könnte.
Den größten Aufschrei gab es seitens der Szene-Polizei nachdem die erste Hörprobe von "Radikult" im Netz aufgetaucht war. Dieser Industrial-Swing-Track kann so manch intolerante Seele tatsächlich zurück in die Arme der himmlischen Heerscharen treiben. Die cool swingende Strophe wird im Refrain zu einem Manson-Klon, den natürlich kein Death Metaller gut finden darf. Operation geglückt. Die Nummer ist trotzdem obergeil und von den vier elektronischen Songs der abgefahrenste und schlüssigste – basta!
Überhaupt nicht meine Baustelle ist der zerfahrene Speedcore-Track "Profundis – Mea Culpa", den einzigen Song von "Illud", den ich mir freiwillig nicht mehrmals hintereinander anhören würde. Da hätte mich ein Drumcheck des kranken Pete Sandoval mehr gereizt.
Mein Fazit: Dicke 7 Punkte für die Death Metal-Seite des Albums, 4,5 Punkte für die Industrials und einen Bonuspunkt für den Mut, eine solche Aktion zu wagen und den vielen Besserwissern und Oberpriestern des reinen Metal zu zeigen, wer wen mal was kann. Ein nötiges, ein wegweisendes Album mit einem grandiosen David Vincent. Welcome back!

Trackliste:
01. Omni Potens
02. Too Extreme!
03. Existo Vulgoré
04. Blades For Baal
05. I Am Morbid
06. 10 More Dead
07. Destructos Vs. the Earth/Attack
08. Nevermore
09. Beauty Meets Beast
10. Radikult
11. Profundis - Mea Culpa
Spielzeit: 00:57:04

Line-Up:
David Vincent - Vocals, Bass
Trey Azagthoth - Guitar
Tim Yeung - Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
03.06.2011 | 19:21
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