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Band: Morgoth Homepage  Metalnews nach 'Morgoth' durchsuchenMorgoth
Album:Ungod
Genre:Death Metal
Label:Century Media
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:27.03.15
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"Solide"

Wer hätte das gedacht?! Sage und schreibe 19 Jahre nach ihrer letzten Scheibe, „Feel Sorry For The Fanatic“, und gute vier Jahre nach ihrer Reunion haben die deutschen Death-Metal-Urgesteine MORGOTH nun doch noch ein neues Studioalbum geschrieben: „Ungod“.

Dabei stand trotz der erfolgreich absolvierten Hallentournee mit BOLT THROWER im Herbst kurz vor den Aufnahmen alles auf Messers Schneide, denn die Band trennte sich nur wenige Tage vor dem Studiotermin von ihrem charismatischen Sänger Marc Grewe, der für viele als das Aushängeschild von MORGOTH galt. An dieser Stelle kommt jedoch gleich die Entwarnung: Mit Karsten „Jagger“ Jäger [DISBELIEF] konnte kurzfristig ein mehr als würdiger Ersatz gefunden werden, der zwar stimmlich nicht ganz an Grewe heranzukommen vermag, aber insgesamt eine sehr beachtliche Leistung abliefert. Der eigentliche Schwachpunkt von „Ungod“ liegt dabei vielmehr im Songwriting selbst, das sich zwar erwartungsgemäß primär an „Cursed“ und „Odium“ orientiert und im Falle von „Snakestate“ oder auch „Nemesis“ tatsächlich sehr gut umgesetzt wird, aber insgesamt zu selten die wegweisende Klasse dieser beiden Kultalben erreicht und dafür leider oftmals mit Durchschnittskost aufwartet [allen voran das etwas ungeschickt/platt betitelte „God Is Evil“]. „Ungod“ klingt aber natürlich an allen Ecken und Enden unverkennbar nach MORGOTH, bietet die typischen Sägeriffs und auch die groovigen Passagen, wobei es in spielerischer Hinsicht nichts zu beanstanden gibt, während die Produktion in Ordnung geht, aber ein bisschen zu glatt daherkommt. Leider sind die Songs aber eben „nur“ grundsolide, was ich als MORGOTH-Fan der nahezu ersten Stunde wirklich schade finde, aber da hätte mehr drin sein können und müssen – auch wenn man „Ungod“ gut anhören kann, die Scheibe ihre Momente hat und es absolut keine Totalausfälle während der dreiviertelstündigen Spielzeit zu verzeichnen gibt.

Letztlich bleibt natürlich die Gretchenfrage, ob und inwiefern Comeback-Alben [und auch Reunions] eine sinnvolle Sache sind bzw. ob damit eventuell sogar der Kultstatus der frühen Tage gefährdet werden kann. Diese Frage sollte letzten Endes jeder für sich selbst beantworten und „Ungod“ so oder so eine Chance geben. Fans werden sich das Teil vermutlich sowieso blind ins Regal stellen, aber an dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass „Ungod“ zwar solide, aber eben nicht überragend oder essenziell geworden ist, sodass man über kurz oder lang wohl eher nach „Cursed“ oder „Odium“ greifen wird.

Trackliste:
01. House Of Blood
02. Voice Of Slumber
03. Snakestate
04. Black Enemy
05. Descent Into Hell
06. Ungod
07. Nemesis
08. God Is Evil
09. Traitor
10. Prison In Flesh
11. The Dark Sleep
Spielzeit: 00:46:26

Line-Up:
Karsten “Jagger” Jäger – Vocals
Harry Busse – Lead & Rhythm Guitars
Sebastian Swart – Rhythm Guitars
Sotirios Kelekidis – Bass
Marc Reign – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
21.03.2015 | 20:12
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