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CD Review: Mucc - Shion

Mucc
Shion


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Cover von Mucc -- Kyutai
Band: Mucc Homepage Mucc bei Facebook Metalnews nach 'Mucc' durchsuchenMucc
Album:Kyutai
Genre:Alternative, Nu Metal, Thrash Metal
Label:Gan-Shin Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:24.04.09
CD kaufen:'Mucc - Kyutai' bei amazon.de kaufen
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"Weniger wirr, mehr relaxt"

Keine zehn Monate nach dem letzten Album "Shion" legen die Japaner MUCC schon wieder nach. Die nach DIR EN GREY hierzulande wohl bekannteste J-Rock-Band klingt trotzdem wieder mal völlig anders als auf den beiden Alben zuvor. Den dunklen Touch und den '80-Pop-Appeal von "Shion" hat man ebenso eingemottet, wie die stilistische Überdrehtheit von "Gokusai", dem Album von 2007.

"Kyutai" wirkt auf erstes Hören hin erstaunlich straight und homogen. Immer noch abgefahren, aber längst nicht so spontan und Jukebox-artig, wie das noch früher der Fall war. Die Nu Metal-Elemente sind dieses Mal sehr weit in den Hintergrund geraten, um thrashigeren Arrangements Platz zu machen. Der Opener "Howling" ist dabei sogar ein Abziehbild von BULLET FOR MY VALENTINE's "Scream Aim Fire" geworden. Nicht unbedingt der schlechteste Song, um sich zu bedienen, aber nichtsdestotrotz sehr frech. Es wäre kaum verwunderlich, wenn die Japaner da noch einen bösen Anruf von dubiosen Anwälten bekommen würden. Die der EAGLES könnten sich dann auch gleich melden, denn das überlange "Hymn" ist teilweise mehr "Hotel California" als das Original selbst. Und die Idee, das Ganze durch einen bei MUSE geklauten Basslauf zu kaschieren, ist auch nicht die Beste. Vielleicht gehen MUCC doch so langsam die Ideen aus, was bei den Arbeitstempo eigentlich auch kein Wunder ist. Trotzdem sind Songs wie "Heat Devil" [angenehm relaxt], "Oz" [mit coolem Americana-Einschlag] oder "Flotage" [sehr "lässige" Gitarrenläufe] echte Perlen, die nicht nur eigenständig sind, sondern auch besser als alles, was MUCC in den letzten Jahren so verzapft haben. Stilistisch geben sich die Japaner immer noch mit keiner Schublade zufrieden und schaffen es trotzdem Welten zusammenzuführen, die eigentlich nicht zusammengehören. Selbst wenn man mit der Melange der Japaner nichts anfangen kann, muss man ihnen zumindest zugestehen, immer wieder interessante Hörerfahrungen zu verzapfen. Das Album kommt - zumindest in Deutschland - serienmäßig mit einer Bonus-DVD, die sechs 2008 in New York aufgezeichnete Livesongs bietet. Das Songmaterial und die Performance sind sehr Nu Metal-lastig, das Publikum besteht fast ausschließlich aus pubertierenden Mädels, die bei der von SLIPKNOT abgeschauten "Hinknien-und-auf-Kommando-aufspringen-und-durchdrehen"-Aktion gnadenlos versagen. Trotzdem nette Beigabe.

Die Scheibe zeigt MUCC in einem neuen, relaxterem Licht [obwohl "Howling" und "Ageha" mit zum Härtesten gehört, was die Band je geschrieben hat], das angenehm konträr zum überdrehten Image der ganzen Japan-Posse steht. Vielleicht das Beste, was MUCC jemals abgeliefert haben, vielleicht auch nicht. Eines ist nämlich gleich geblieben: Die Ratlosigkeit nach jedem Durchlauf.

Trackliste:
01. Sphere [Instrumental]
02. Howling
03. Ageha
04. Hide And Seek
05. Heat Devil
06. Lemming
07. Oz
08. Flotage
09. Hymn
10. Sora To Ito
11. Hanabi
Spielzeit: 00:48:06

Line-Up:
Tatsuro – Vocals
Miya – Guitar
Yukke – Bass
Satochi – Drums
Michael Siegl [nnnon]
03.05.2009 | 12:12
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