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Cover von My Cold Embrace -- Hausgeist
Band: My Cold Embrace Homepage My Cold Embrace bei Facebook Metalnews nach 'My Cold Embrace' durchsuchenMy Cold Embrace
Album:Hausgeist
Genre:Death Metal
Label:Eigenproduktion
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:23.02.08
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"Der Diamant unter den Edelsteinen"

Extratipp: MY COLD EMBRACE aus Kassel geistern jetzt schon seit jecken elf Jahren durch die Szene, bringen einen hochklassigen und hoch gelobten Output nach dem anderen unters Volk und werden – wie so ziemlich alle innovativen Bands – beharrlich von der Industrie ignoriert. Vorhang auf für das neueste Album der wahrscheinlich unterbewertetsten Extrem Band Deutschlands, das leider schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, hier aber trotzdem noch mal zu späten Ehren kommen soll.

„Hausgeist“ besticht erneut mit einer Mischung, die eigentlich nur MY COLD EMBRACE so fabrizieren dürfen. Hier wird melodischer Death Metal mit heftigsten Crust-Anleihen und dann wieder mit Black Metal Versatzstücken kombiniert. Sobald die Kasseler zwei Stühle erblicken, nehmen sie Anlauf und springen mit Kawummnich dazwischen. Im Gegensatz zum Underground-Oberhammer und Vorgänger-Album „Katharsis“ ist die Produktion noch einmal ein Stück verbessert worden, das Songmaterial an sich klingt dadurch fokussierter, aber nicht unspannender.
Aber die Platte ist anders sortiert als der letzte Longplayer. Die erste Hälfte ist melodiebetonter, vielleicht musikalisch eindeutiger, aber immer, wenn man sich sicher fühlt, auch wieder überraschend. „Blood Written“, „More Or Less“ und „Apollo“ sind Hymnen vor dem Herrn und bleiben sofort hängen. Mit „Hausgeister“ wird dann die dreckige Seite der Band aufgedeckt. Der punkig-crustige Song leitet über zu der Sorte Musik, die man von MY COLD EMBRACE gewohnt ist – wilde Prügel-Eskapaden, versetzt mit Parts die sich immer wieder melodisch aus dem Krustenland herauswinden wollen, aber dann wieder mit ungestümer Underground-Kraft ins schwarze Loch zurückgeprügelt werden – nach wie vor ein Traum.
Zudem ist man an der Gitarrenfront gereift, hat in Sänger Dennis einen mehr als würdigen Ersatz für den nach „Katharsis“ ausgestiegenen Ernie gefunden, der die Truppe vor allem in Sachen Aggressivität noch ein Stück weit nach vorne bringt.

Fazit: Schon wieder holt man sich mit 100 von 100 erreichbaren Punkten das Zeugnis ab. Und schon wieder haben die Plattenfirmen nicht genug Schneid gehabt, um diesen Diamanten unter den Edelsteinen zu signen, obwohl er direkt vor ihren Füßen liegt. Schade, dass auch im ach so rebellischen und unangepassten Metal-Zirkus inzwischen nur noch die Nuclear-Blade-Lifeforce-Media-Gleichschaltungs-Lobby bestimmt, was man heutzutage hören darf. Statt die nächste SONIC SCHWACHSINNIGKEIT, TRIVIAL oder SCHEISSREGEN wieder über alle Maßen zu pushen und sich dann zu wundern, warum die Fans der Industrie in Sachen Oberflächlichkeit nicht nachstehen wollen und den Großteil der austauschbaren Produktionen aus dem Netz saugen, um mitreden zu können, könnte man ja auch mal wieder das Augenmerk auf hochklassige Musik legen. Aber der Zug ist wohl endgültig abgefahren.

Trackliste:
01. Bloodwritten
02. More Or Less
03. The Isolated Society
04. Apollo
05. No More Headtrips
06. Hausgeister
07. Ghost Of Our Suicide
08. Everything You´ve Wronged
09. Das Grüne Führt Ins Schwarze
10. A Tear Shed And A Promise Made
11. My Surf Embrace (Bonus Track)
Spielzeit: 00:35:13

Line-Up:
Dennis Hirth – Vocals
Dirk Wettlaufer – Guitar
Marco Reidelbach – Guitar
Tim Knödgen – Bass
Dennis Dörfler – Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
01.05.2009 | 08:15
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