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Band: Nachtgeschrei Homepage Nachtgeschrei bei Facebook Metalnews nach 'Nachtgeschrei' durchsuchenNachtgeschrei
Album:Hoffnungsschimmer
Genre:Folk, Rock
Label:Massacre Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:02.05.08
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"Klischeefrei durch die Nacht geschrien!"

Erst seit gut zwei Jahren schreit das Frankfurter Septett durch die Nacht und konnte sich im Untergrund einen beachtlichen Status erspielen. So gibt es schon jetzt ein alljährliches, „traditionsreiches“ Jahresabschlusskonzert im heimischen Hessen und die Band ist auf den einschlägigen Festivals [egal ob Metal, Gothic oder Mittelalter] ein oft und gern gesehener Gast, der jedes Mal mehr Fans auf seine Seite ziehen kann. Kein Wunder also, dass die Truppe sich im frühen 2008 nach nur so kurzer Zeit mit Massacre Records einen geeignetes Label anlachen konnte...

Mit „Hoffnungsschimmer“ liegt nun auch schon kurz nach Vertragsunterzeichnung der erste NACHTGESCHREI-Longplayer vor, der sich vor den Genre-Kollegen keinesfalls verstecken muss. Äußerlichkeiten wie der relativ dezente Bandname und die Tatsache, dass man sich nicht mit Lächerlichkeiten wie „auf-Teufel-komm-raus“ auf Mittelalter getrimmten Songtiteln [lass uns bitte jedes i in ein y abändern...] oder ähnlichem aufhält bzw. gleich von Anfang an ins Abseits schießt, fallen sofort positiv auf. Derlei Gimmicks haben NACHTGESCHREI auch gar nicht nötig – der Authentizität wegen krampfhaft so authentisch wie möglich zu sein, hat schon so manchem Komponisten die Melodie versaut. Von dem Einsatz genialer, eingängiger solcher, die von so ziemlich jedem Instrument der Formation [abgesehen von Bass und Drums] im Kreuzfeuer auf den Hörer losgelassen werden, muss hier eigentlich kaum berichtet werden! Nein, hier legt man Wert auf die ganze eigene Kreation aus Rock mit ab und an leicht metallischer Schlagseite [man zögert nicht, die Doublebass auch mal für kurze Zeit in Blastbeat-Nähe zu rücken oder scheut sich davor, die Roots vereinzelter Bandmitglieder vor allem beim Instrumental „Wütis“ durchscheinen zu lassen], der angenehmen Reinhard Mey- [<-- da war's – 'schuldigung] / Herbert Grönemeyer-ähnlichen [<-- schon wieder! Sorry!] Stimme von Sänger Hotti sowie passendem, aber nicht übertriebenem Einsatz von Mittelalter-Instrumenten ohne in inflationäres Gedudel abzudriften. Noch dazu verzichtet man auf überflüssige Geschichten von Hexen, Minnesängern, Trollen oder ähnliche Märchen. Eher bewegt man sich vor allem im vokalen [wie mit obigem Vergleich bereits angedeutet] und textlichen Bereich in der Liedermacher-Ecke, was dem Ganzen einmal mehr einen eigenen Touch verleiht.

Auch wenn man sich so zwar in der Nähe von Bands wie [mittlerweile] SUBWAY TO SALLY bewegt, die sich vom reinen Mittelalter-Thema zusehends entfernen bzw. es schon haben, ist man doch nicht eine direkte Kopie solcher Truppen. Auf allzu metallische, oder besser RAMMSTEINige Riffs verzichten NACHTGESCHREI nämlich so ziemlich in Gänze. Trotzdem sei „Hoffnungsschimmer“ natürlich jedem Fan von eben Acts wie IN EXTREMO, SUBWAY TO SALLY, SALTATIO MORTIS, SCHLEMISH oder gar den APOKALYPTISCHEN REITERN schwerstens ans Herz gelegt.
Die Frankfurter sind definitiv eine Bereicherung für eine Szene die vor Klischees und Teils Musikantenstadl-/Bierzelt-Geschunkel beinahe erstickt. Ein „Hoffnungsschimmer“ eben, der aufgrund seines absoluten Crossover-Potentials zu einem hellen Stern am Firmament aufsteigen könnte!

Trackliste:
01. Intro
02. Hoffnugsschimmer
03. Räuber der Nacht
04. Deine Spur
05. Windstill
06. Drei Lügen
07. Lass mich raus
08. Wütis [Instrumental]
09. Die Flügel
10. Das Spiel
11. Der Meister
12. Reise zu den Seen
Spielzeit: 00:50:16

Line-Up:
Danu – Schlagzeug, Gesang
Oli – Bass
Joe – Akkordeon, Drehleier, Gesang
Hotti – Gesang, A-Gitarre
Nik – Dudelsäcke, Tin- und Lowwhistles
Tilman – Gitarre
Sane – Gitarre, A-Gitarre
Markus Jakob [shilrak]
25.04.2008 | 20:59
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