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Cover von Nadir -- Big Open Wound MCD
Band: Nadir Homepage  Metalnews nach 'Nadir' durchsuchenNadir
Album:Big Open Wound MCD
Genre:Doom Metal
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:00.03.04
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Aha, die heißen also NADIR. Ist das nicht das Gegenteil von Zenith (also dann der tiefste Stand der Sonne)? Tja, ob sich die sechs Jungs aus der Gegend von València in Spanien mit ihrem Namen was Bestimmtes gedacht haben? Da konnte ich nur hoffen, dass nicht auch musikalischer Tiefstand angesagt war. Aber was mir da aus meinen Boxen entgegen schallte, war viel mehr als eine positive Überraschung.

Der Opener und Titeltrack „Big Open Wound“ eröffnet mit einer angenehmen Piano-Passage und geht dann in Gitarrenriffs über, die auf Anhieb an MOONSPELL in ihrer frühen Schaffensphase erinnern, ohne wie ein Klon zu wirken. Ausschlaggebend dafür ist wohl auch das heisere Stimmorgan von Sänger Vicent Riera, welches einen wunderbar kränklichen und verzweifelten Ton erzeugt. Die melancholischen Melodiebogen werden durch gut aufgebaute Bridges verbunden und das Ganze kommt recht kraftvoll daher, obwohl wir das Midtempo nie verlassen. Auch doomige Einflüsse kommen dabei nicht zu kurz. Irgendwas am Sound ist sehr interessant, in dem Song aber noch nicht so recht auszumachen. Das ändert sich aber bei der zweiten Nummer „So Tired“, die ebenfalls mit Piano eröffnet, dann aber in sehr verspielte Keys übergeht, die man so eher bei einschlägigen Wave- Gothic- Bands erwartet. In Kombination mit den eingängigen Riffs klingt das aber ziemlich gut und dann wird auch klar, was den besonderen Sound ausmacht: Die spielen mit zwei Bässen! Da macht das doch Spaß! Das Stück ist dann auch gleich noch mal ein wenig besser als der vorherige Track. Danach kommt ein VOIVOD Cover-Song namens „The Prow“. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Original nicht kenne (Asche auf mein Haupt), aber die Version, die mir hier vorgelegt wurde, hat mir sehr gut gefallen. Im Anschluss wird es dann richtig faszinierend. Bei „Waterfalse“ wird man mit einem Gitarrengeschrei begrüßt, welches stark wie eine Kreuzung aus TYPE O NEGATIVE und den alten CELESTIAL SEASON klingt und hier wird dann doch wirklich zum ersten Mal auch die Double Bass getreten und die schnellsten Teile, die bisher zu hören waren, heraufbeschworen, nur um dann von den langsamsten und getragensten Parts der MCD abgelöst zu werden. Diese Mischung ist einfach toll und dank der Basswand, die aufgebaut wird, immer mit reichlich Power ausgestattet.
Die Schlussnummer „Blame Me“ setzt dann noch mal stärkere Akzente in Richtung Gothic-Metal. Wenn man einen Vergleich heranziehen will, so bietet sich am ehesten PARADISE LOST zu Zeiten der „Shades of God“ und der „Icon“ an. Dennoch ist „Blame Me“ eines der schnelleren Teile, wobei schnell hier insgesamt sehr relativ zu sehen ist, denn weggelaufen wird einem tempomäßig nicht. Das tut dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch.

Insgesamt haben wir hier eine überzeugende und angemessen produzierte MCD, die auf gekonnte Weise Gothic- und Doom- Elemente verbindet, mit einem schönen Schuss Melancholie aufwartet und großes Potential erkennen lässt. Ich bin ehrlich gespannt, wann die Jungs einen richtigen Longplayer nachschieben. Werft auch mal einen Blick auf ihre Homepage, da kann man auch mal in aktuelles und älteres Material reinhören.


Trackliste:
01. Big Open Wound
02. So Tired
03. The Prow
04. Waterfalse
05. Blame Me


Marco Cardoso [Mr.Vandemar]
20.10.2004 | 21:03
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