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Album:Narnia
Genre:Melodic Metal
Label:Massacre Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:21.07.17
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"Rocken im Auftrag des Herrn"

Das bereits sechste Album der schwedischen Melodic Metaller NARNIA erschien ursprünglich bereits 2016 und wurde damals von der Band in Eigenregie herausgegeben. Weil solcherlei Veröffentlichungen oft nur eine vergleichsweise geringe Reichweite haben, tat sich die Truppe aus Jönköping neuerlich mit dem einheimischen Label Massacre Records zusammen, weshalb die Platte nun hoffentlich einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.

Bei einer Band mit dem Namen NARNIA möchte man schnell klebrigsten Power Metal-Kleister befürchten – obendrein, wenn die Truppe ihre Songtexte erklärtermaßen auf christlicher Symbolik aufbaut. Allerdings agieren die Schweden auf ihrem selbst betitelten Album eine ganze Ecke kerniger, als angesichts der genanten Rahmenbedingungen zu erwarten ist. Sicher, Death Metal klingt gewiss anders, dennoch ist die Band von Disney-Kitsch wie bei FREEDOM CALL noch ein paar Häuserblöcke entfernt: Die Riffs in Songs wie dem treibenden Opener „Reaching For The Top“, dem hymnischen „On The Highest Mountain“ oder auch im geradeheraus rockenden Abschlussstück „Set The World On Fire“ kommen angenehm mächtig aus den Boxen und orientieren sich in ihrer Machart nicht selten an den stilbildenden Melodic Metal-Formationen der seligen 80er. Entsprechend sind Keyboards und Synthie-Streicher für den Sound der Band zwar unerlässlich, stehen aber nie so weit im Vordergrund, dass sich der Gitarrenwand den Druck nehmen könnten. In dieser Zusammensetzung erinnern NARNIA nicht selten an ihre finnischen Kollegen STRATOVARIUS, was insbesondere in Songs wie „I Still Believe“ oder „Messengers“ deutlich wird. Da passt auch die Stimme von Frontmann Christian Rivel-Liljegren bestens ins Bild, weist der Mann doch stellenweise frappierende stimmliche Ähnlichkeit zu STRATOVARIUS-Sänger Timo Kotipelto auf. Somit bieten NARNIA auf diesem Album zwar wenig bis nichts, was erfahrene Metalheads schon an anderer Stelle zur Genüge gehört hätten, punkte hier jedoch überwiegend mit stilsicherem Songwriting und hochwertiger Umsetzung. Gut, der arg anbiedernde Jesus-Text nebst Electro-Beat in „Thank You“ wirken etwas befremdlich – bis zum Solo könnte es sich hier um eine andere Band handeln – und auch in „One Way To The Promised Land“ hat es die Formation mit Zuckerguss und Lobpreisungen ein wenig übertrieben. Selbst diese Ausrutscher werden jedoch vom superben Gitarrenspiel C.J. Grimmarks wieder ausgeglichen, denn der Mann brennt auf dem aktuellen NARNIA-Album ein wahres Feuerwerk explosiver Leadgitarrenarbeit ab.

Mit ihrem schlicht mit dem Bandnamen versehenen neuen Album erfinden NARNIA den Melodic Metal sicherlich nicht neu, zeigen aber, dass sie Songs mit Hand und Fuß schreiben können und nicht nur dank atemberaubender Gitarrensoli im Genre ihre Berechtigung haben. Dabei steht es außer Frage, dass die Hörerschauft auf dieser Platte keinerlei Überraschungen erlebt und gerade erfahrenere Metaller werden manches schon anderswo gehört haben, eine Chance hat die neue Platte aus dem Hause NARNIA jedoch allemal verdient.

Trackliste:
01. Reaching For The Top
02. I Still Believe
03. On The Highest Mountain
04. Thank You
05. One Way To The Promised Land
06. Messengers
07. Who Do You Follow?
08. Moving On
09. Set The World On Fire
10. Living Water [Bonustrack]
11. Utvandrarna [Bonustrack]
Spielzeit: 00:38:02

Line-Up:
Christian Liljegren - Vocals
C.J. Grimmark - Guitar
Jonatan Samuelsson - Bass
Martin Härenstam - Keyboards
Andreas "Habo" Johansson - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
01.08.2017 | 15:24
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