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Cover von Nazxul -- Iconoclast
Band: Nazxul bei Facebook Metalnews nach 'Nazxul' durchsuchenNazxul
Album:Iconoclast
Genre:Black Metal
Label:Eisenwald Tonschmiede
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:27.07.09
CD kaufen:'Nazxul - Iconoclast' bei amazon.de kaufen
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"Hammer von Down Under"

NAZXUL, einer der, wenn nicht sogar DIE dienstälteste, noch aktive Black Metal-Combo aus Australien, hat binnen ihres mittlerweile 16jährigen Bestehens dieser Tage ihr zweites, vollwertiges Album rausgehauen, sage und schreibe 14 Winter nach ihrem alles andere als schlechtem Einstand "Totem". Womit eine Band so lange Zeit verbringt, vermag man angesichts der recht kurzen Vita nur vermuten können, wirklich entscheidend ist derlei allerdings überhaupt nicht, galt das Sextett [welches einen Songwriter in einem Motorradunfall verlor] schon seit jeher als heißer Anwärter auf das nächste Ding in der melodisch sinfonischen Unterkategorie dieses Genres, welches lange Zeit von bekannten Größen wie LIMBONIC ART besetzt wurde und kaum ernst zu nehmenden Zuwachs verzeichnen durfte. Dies ändert sich mit "Iconoclast" schlagartig.

Ich renne gleich einmal mit der Tür ins Haus: Diese Platte ist von vorne bis hinten der reine Wahnsinn. Musiktheoretisch auf recht simplen Stützen getragen, ist es vor allem die unglaublich packend gehaltene Mischung aus himmelsaufrollenden, unendlich verhallten Keyboards sowie düsteren, ohne viel Politur grollenden Gitarren-Aufmärschen, die den zeitlosen Charakter von "Iconoclast" prägt. Kein unnötiges Gefrickel, keine Mängel, vor allem keine Experimente nur um des Experimentes Willen. So wundert es einen nicht, dass die vielen, sich ausschließlich im Dark Ambient-Bereich befindlichen Zwischenstücke als perfekte Atempause dienen und nicht - wie zum Beispiel beim heute noch enttäuschenden BELENOS-Reinfall "Chants De Bataille" - den Lauf der Scheibe jedes Mal vehement bremsen. So kommen alle Hauptstücke wesentlich besser zur Geltung, von erhaben melancholischen Brechern wie "Stain Of Harrow" bis hin zu den mystisch dunklen Schädelspaltern eines "Symbol Of Night And Winter" profitiert jede Hymne vom genialen Mix, der ihre Stärken auf einem dezent wummernden Bass-Fundament aufbaut: Melodische "Twin-Leads" der Tasten- sowie Saitenfraktion, ein wuchtiges, im Gegensatz zu früheren Arbeiten von NAZXUL keineswegs übersteuerndes, jederzeit majestätisches Gesamterscheinungsbild als auch die stets durchscheinende Mischung aus vorauspreschender Aggression und darüber gelegter Schwermut sind Teil des nicht nur äußerst kurzweiligen, sondern zudem auch süchtig machenden Wesens von "Iconoclast", das einem alles andere vergessen lässt.

Eine längst vergessen geglaubte Schublade des Black Metal wird mit einem Mal auf die Oberfläche gehievt. Was NAZXUL hiermit geleistet haben, lässt sich kaum in Worten ausdrücken, sondern bedarf eines intensiven Hörchecks, um wirklich verstanden zu werden. Kurzum: Wer meint, von schwarzmetallischen Krachern eine Ahnung zu haben, kauft sich dieses Teil, Ende der Debatte!

Trackliste:
1. Apoptosis
2. Dragon Dispitous
3. III
4. Black Wings
5. V
6. Iconoclast
7. I
8. Set in Array
9. II
10. Symbol Of Night & Winter (Ancient Lords)
11. Oath (Fides Resurrectio)
12. Stain Of Harrow
13. World Oblivion
14. Threnody
Spielzeit: 01:01:49

Line-Up:
Adrian Henderson - Gitarren, Bass, Keyboards
Lachlan Mitchell - Keyboards, Gitarren
Luke Mills - Gesang
Mitchell Keepin - Gitarren
Greg Morelli - Gitarren, Keyboards, Hintergrundgesänge
John - Schlagzeug

Michael Bambas [Micha]
05.09.2009 | 16:46
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