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"Pure lettische Verzweiflung" | ||||||||||||||||||
| Das „Baltische Herz“, wie das lettische Volk sich selber gerne zu beschreiben weiß, pflegt ein ziemlich stiefmütterliches Dasein, wenn es um die Vertonung metallischer Songarchitekturen geht. Bis auf die famosen SKYFORGER und MACHINERIE PERFECT kam bis jetzt noch nicht sonderlich viel aus dem osteuropäischen Agrarstaat, was sich aber mit der Veröffentlichung der Letten NEGLECTED FIELDS und deren neuesten Output „Splenetic“ nun mit Sicherheit ändern wird. Kalte und sterile, ja fast sogar schon ekelhaft anmutende Musik, die ganz langsam wie ein Arachnid auf einen zuzukriechen scheint, quillt aus den Boxen. Schrille und gellende Gitarrenwände bohren sich wie ein Dorn in den Augapfel, welcher sich unaufhaltsam Richtung Großhirn bewegt; bitterböser Krächzgesang treibt einem schier die Verzweiflung auf die Gesichtszüge und ein perfides Schlagzeugspiel geht mit dem wummernden Bass eine Synergie der Klaustrophobie ein. Wem meine Rhetorik zu blumig erscheint, hat diese Platte noch nicht gehört, denn „Splenetic“ ist ein wirklich starkes Stück Musik, welches sämtliche Makel der menschlichen Seele preisgibt. NEGLECTED FIELDS schwimmen irgendwo zwischen progressivem Death Metal, den Finnen AJATTARA und späteren EMPEROR hin und her, verweilen hier mal ein bisschen, gehen dort mal für einen kurzen Spaziergang an Land und würzen die entliehenen Songstrukturen mit eigenen Ideen. Auch wenn der Sound schon oft seine Nachahmer fand, so wissen die verwahrlosten Felder dennoch, wie sie eine eigene kleine Identität innerhalb der experimentellen Musikszene aufbauen können. Einzig und alleine die viel zu kurze Spielzeit von gerade mal 35 Minuten trübt den sonst exzellenten Hörgenuss und lässt mich unweigerlich nach mehr Musik der Mannen aus Lettland schreien. | ||||||||||||||||||
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![CD Review: Dissection - Maha Kali [Single]](/images/cdcovers/cdcover_1773037909.jpg)









