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CD Review: New Model Army - High

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Album:Anthology [2CD-Best-Of]
Genre:Alternative, Indie, Rock
Label:Attack Attack Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:12.11.10
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"Ausgewähltes aus 30 Jahren"

Seit 30 Jahren ist Szene-Ikone Justin Sullivan nun mit seiner NEW MODEL ARMY schon am Start, und auch wenn die Qualität der letzten Alben nicht ganz an die Veröffentlichungen früherer Schaffensphasen anknüpfen kann, sind NEW MODEL ARMY noch lange nicht reif fürs Altersheim bzw. zeigen der jüngeren Konkurrenz immer wieder gerne, wie man sich Spielfreude, Charisma und Bissigkeit über die Jahre hinweg bewahren kann – an geeigneten Themen fehlt es so oder so nicht. Ein Grund also, um mit „Anthology“ 30 Jahre NEW MODEL ARMY Revue passieren zu lassen.

Und zwar in Form einer Doppel-CD, die die gesamte Bandbreite der Engländer abdeckt und einen Einblick in die jeweiligen Line-ups erlaubt. Dass eine derartige Zusammenstellung nicht für völlige Zustimmung sorgen wird, dürfte klar wie Kloßbrühe sein, denn schließlich sind Geschmäcker nun einmal verschieden [ich vermisse z.B. „Snelsmore Wood“ und „Ghost Of Your Father“]. So ist zum Beispiel überraschend, dass die Bandhymne schlechthin, „51st State“, eben nicht vertreten ist – vermutlich können die Musiker das Stück inzwischen selbst nicht mehr sehen. Diese, will heißen: die jetzige als auch die alte Besetzung, durften nämlich ihre persönlichen Favoriten aus der Diskografie nennen und auswählen, sodass unterm Strich 30 Songs für, Ihr ahnt es, 30 Jahre herausgekommen sind. Und die können sich wie gesagt sehen lassen, denn solche Klassiker wie „Modern Times“, „Here Comes The War“, das wunderbare „Living In The Rose“, das noch viel bessere „Rainy Night 65“ [übrigens noch eindrücklicher in der Live-Version auf „… And Nobody Else“], „Whitecoats“, die obligatorischen „Vagabonds“ und „Green And Grey“, „Wonderful Way To Go“ und die ganzen alten Perlen à la „Vengeance“ aus der Anfangszeit sind nur einige Beispiele dafür, wie prägend NEW MODEL ARMY waren und immer noch sind. Dabei geht „Anthology“ nicht chronologisch vor, was umso deutlicher die musikalische Entwicklung der Band als auch die unterschiedlichen Schwerpunkte – von Punk über Wave zu Indie und rockigen Balladen bis zu erheblich größerem Keyboard-Einsatz, Folk und Metal – veranschaulicht. Und mit dem wunderbar besinnlichen „Marry The Sea“ hat man sowieso eine kleine Perle am Start, die Justin Sullivan auch bevorzugt solo spielt und die jeder NMA-Fan im Schrank stehen haben sollte. Daneben fällt das neuere, hauptsächlich auf der zweiten CD vertretene Material dann doch etwas ab, ist aber beileibe nicht schlecht und gehört auf jeden Fall auf diese Compilation, wobei mit „Today Is A Good Day“ und „Dawn“ verdammt gute Songs vertreten ist.

Dennoch: NEW MODEL ARMY definieren sich nun einmal über ihre alten Knaller, die auf zahlreichen Partys und Festivals rauf- und runtergespielt wurden und werden bzw. auf den Konzerten der Band lauthals eingefordert werden. Davon wird sich die Band nicht lösen können, und will sie wohl auch nicht, wie sich an der gelungenen Zusammenstellung der Compilation zeigt – warum auch? Insgesamt ist ihnen mit „Anthology“ eine gute, aktuelle Werkschau und Zeitreise mit einigen kleineren Überraschungen bei der Songauswahl gelungen, die allerdings kein unveröffentlichtes Material enthält, sodass die Doppel-CD in erster Linie etwas für Neueinsteiger in die Welt von NEW MODEL ARMY ist bzw. für diejenigen, die das Beste der letzten 30 Jahre auf zwei Silberlingen – teils neu gemischt und komplett neu gemastert – im Schrank stehen haben wollen.
Für langjährige Fans hingegen, die alle enthaltenen Songs und Alben eh schon besitzen dürften, lohnt sich dafür vielmehr die Rundum-sorglos-„Anthology“-Box, die zusätzlich drei DVDs mit gut neun [!] Stunden Laufzeit enthält; darunter komplette [!] Konzerte aus dem Marquee [1995], aus der Philipshalle [1990], vom Bizarre Festival [1996] sowie aus dem Kölner Palladium [2006]. Hinzu kommen alle Promo-Videos, Art-Videos sowie etliche Bootleg-Aufnahmen, die bislang noch nicht verfügbar waren. Ein Fest also für eingefleischte Fans von NEW MODEL ARMY, die hier ein zum Bersten gefülltes Paket serviert bekommen! – In diesem Sinne: Alles Gute, Justin & NEW MODEL ARMY!

Trackliste:
CD1:
01. Vengeance
02. Modern Times
03. Flying Through The Smoke
04. Masterrace
05. Today Is A Good Day
06. Here Comes The War
07. A Liberal Education
08. Lurstaap
09. Drag It Down
10. Christian Militia
11. Carlisle Road
12. Purity
13. Living In The Rose
14. Someone Like Jesus
15. Rainy Night 65

CD2:
01. Whitecoats
02. Dawn
03. Afternoon Song
04. Vagabonds
05. Bluebeat
06. South West
07. Wonderful Way To Go
08. Lights Go Out
09. Bloodsports
10. Red Earth
11. Green And Grey
12. Water
13. Mambo Queen Of The Sandstone City
14. Better Than Them
15. Marry The Sea
Spielzeit: 02:10:41

Line-Up:
Justin Sullivan - Vocals, Guitar
Marshall Gill - Guitar
Peter Nice - Bass
Dean White - Keyboard
Michael Dean - Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
05.11.2010 | 18:36
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