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Band: Nightwish Homepage  Metalnews nach 'Nightwish' durchsuchenNightwish
Album:Dark Passion Play
Genre:Gothic Metal, Melodic Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:28.09.07
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"Ovid wäre stolz"

Freiwillig eine Kritik zum neuen Album von NIGHTWISH zu verfassen, mutet etwas geisteskrank an. Schließlich ist derzeit wohl [neben MANOWAR] keine Band in der Metalszene so umstritten wie die Finnen um Songwriter Tuomas. Und eigentlich kann man es nur falsch machen. Aber ich denke, dass dieses Album zu den wichtigsten Veröffentlichungen dieses Jahres zählt und somit soll es nicht unkommentiert bleiben:

Drei Jahre sind vergangen seit der Veröffentlichung des letzten Werkes "Once". Zwei Jahre sind vergangen seit der Trennung der Band von ihrer langjährigen Sängerin Tarja Turunen. Diese Nachricht ließ viele Fans die Band bereits zu Grabe tragen und man kann ihnen den Unmut kaum verübeln, war Tarja doch nicht nur Gesicht, sondern mit ihrer Stimme auch Herz der Band. Der vorangegangene, unglaubliche Erfolg von "Once" ließ die Band nun noch tiefer stürzen, als es die Trennung alleine vermocht hätte. Insofern ist das neue Werk "Dark Passion Play" nicht einfach ein "neues NIGHTWISH-Album", sondern zugleich auch die Feuertaufe für die neue Dame am Mikrofon und wohl die einzige Chance für die Band, sich auch in der Metalszene wieder zu etablieren.

Das Album umfasst 13 Lieder und dauert über 75 Minuten. Für mich gliedert sich das Werk grob in drei Teile, die ich besprechen möchte. Den Anfang, den "Epischen Part", bilden die ersten fünf Titel. Die Single Amaranth darf man ohne Zweifel als gelungene solche bezeichnen. Das Lied geht durch die einfache Struktur sofort ins Ohr und überzeugt mit einem seinem zauberhaften Refrain auch umgehend. Dieses Lied wird sich wohl als eines der ersten abnutzen, aber die ersten Dutzend Durchläufen gehört es definitiv zu den Höhepunkten, wenngleich auch es zu keinem Moment aus dem Schatten des folgenden Meisterwerkes tritt: "The Poet And The Pendulum". Es wird nicht nur ein geschicktes Wortspiel im Titel und das gelungene Umsetzen von Motiven aus der Kurzgeschichte "The Pit And The Pendulum" von Edgar Allen Poe geboten, sondern musikalisch fast alles aufgefahren, woraus sich in den übrigens 60 Minuten das Album zusammensetzt. Mystische Chöre und Orchestereinsätze, die an den Soundtrack zu "Herr der Ringe" denken lassen, schnelle Keyboardläufe die in einem stürmischen Klimax ihren Wendepunkt finden und das Lied schließlich balladesk ausklingen lassen. Muss man gehört haben. Die drei übrigen Songs gehören, den Härtegrad betreffend, ebenfalls zu den Höhepunkten des Albums. "Bye Bye Beautiful" erinnert entfernt an "Wish I Had An Angel", ist aber nicht ganz so penetrant. "Master Passion Greed" wird in erster Linie vom Gesang Marco Hietalas getragen und zählt zu den wütendsten Werken der Band.
Den zweiten Teil, bis einschließlich "For The Heart I Once Had", würde ich als "Füllenden Mittelpart" bezeichnen. Denn trotz der guten Onlinesingle "Eva" und einiger Elemente aus Doom Metal und orientalischer Musik in "Sahara" stellst sich hier ein, was sich schon gegen Ende des ersten Teils leicht abzeichnete: Routine. Lieder wie "Cadence Of Her Last Breath", "Whoever Brings The Night" und "For The Heart I Once Had" klingen einfach zu austauschbar. Gut sind sie in jedem Fall, aber wer über 75 Minuten das Niveau von Songs wie "The Poet And The Pendulum" oder "Amaranth" halten will, muss mehr bieten oder solche Füller streichen. Schuld ist meiner Meinung nach das ziemlich uninspiriert Schlagzeugspiel und dass die Lieder neben den anderen, oft wesentlich spektakuläreren Titeln, etwas blass wirken. Wirklich zum Vorwurf kann man das den Songs natürlich nicht machen, aber dem Gesamteindruck des Albums tut es auch nicht gut. Insofern bleibt ein fahler Beigeschmack.
Den wieder deutlich besseren und letzten Teil nenne ich den "Experimentellen Part". Hier traut sich die Band einiges. "The Islander" singt wieder Marco fast alleine und bei "Last Of The Wilds" wird ganz geschwiegen. Beide Lieder haben eine sehr folkige Schlagseite. Beim ersten mehr in die irische, beim zweiten mehr in die traditionell skandinavische Richtung. Natürlich beides im typischen NIGHTWISH-Gewand, aber dennoch als tolles Gegengewicht zum Rest des Albums. "The Islander" würde ich sogar als eines der besten Lieder der Platte bezeichnen. "7 Days To The Wolves" lädt durch seine vielen Breaks zum mehrmaligen Hören ein und entwickelt sich ebenfalls zu einem Höhepunkt. Der Titel wurde übrigens von dem Buch "Wolves Of The Calla" aus Stephen Kings Saga um den Dunklen Turm inspiriert. Zum Abschluss werden am Ende der Ballade "Meadows Of Heaven" Gospelchöre und eine Soulsängerin aufgefahren. Fast progressiv.
Auch die neue Sängerin und Frontdame Anette Olzon macht ihre Aufgabe mehr als gut. Das angenehme Organ der Schwedin zaubert einen Ohrwurm nach dem anderen. Ihre Stimme ist zwar eher rockig und kaum opernhaft, warum das aber kein Problem ist, werden wir gleich noch feststellen.

Seit Freitag läuft dieses Album bei mir ohne nennenswerte Unterbrechung in Dauerrotation. Das haben dieses Jahr erst zwei anderen Platten geschafft [PURE REASON REVOLUTION mit "The Dark Third" und DEVIN TOWNSEND mit "Ziltoid The Omniscient"]. Und woran es genau liegt, kann ich nicht sagen, denn wie auch aus meiner Beschreibung hervorgeht ist dieses Album alles andere als perfekt und teilweise sogar etwas langweilig. Der Suchtfaktor ist dennoch immens groß und die vielen Hits entschädigen mehr als genug für zwei oder drei langweiligere Lieder.
Natürlich muss jeder, der sich mit diesem Album beschäftigen will, auch eine gewissen Toleranz Kitsch gegenüber aufbringen. Aber ich habe ohnehin noch nie verstanden, warum Kitsch automatisch schlecht ist.

Am meisten freut mich an dem Album aber nicht, dass es entgegen vieler Erwartungen sehr gut geworden ist, sondern, dass NIGHTWISH es tatsächlich geschafft haben, sich neu zu erfinden. Wo früher Tarja im Mittelpunkt stand und sich das auch in den Songs niederschlug, finden wir nun eine Band vor, die zwar symphonischen Metal mit klassischer Musik mischt, aber allen Elementen der Musik gleichmäßig Platz einräumt. Die neue Sängerin reicht nicht an Tarjas Stimmvolumen heran und klingt auch anders, was ihr oft schon zum Vorwurf gemacht wurde. Das spielt aber gar keine Rolle, denn die neuen Werke der Band brauchen keine kräftige Opernstimme mehr. Sie stehen für sich und werden durch den weiblichen Gesang perfekt ergänzt. Nicht umsonst befinden sich auf dem Album auch zwei Stücke mit fast ausschließlich männlichen Gesangslinie und ein Instrumental. Aus der Opernsängerin mit Band ist eine Band mit Sängerin geworden, so wie es eigentlich sein sollte. Metamorphose erfolgreich!

Trackliste:
01. The Poet And The Pendulum
02. Bye Bye Beautiful
03. Amaranth
04. Candence Of Her Last Breath
05. Master Passion Greed
06. Eva
07. Sahara
08. Whoever Brings The Night
09. For The Heart I Once Had
10. The Islander
11. Last Of The Wilds
12. 7 Days To The Wolves
13. Meadows Of Heaven
Spielzeit: 01:15:54

Line-Up:
Jukka Nevalainen: Schlagzeug
Marco Hietala: Bass und Gesang
Anette Olzon: Gesang
Tuomas Holopainen: Keyboard und Piano
Emppu Vuorinen: Gitarre

The Dark Passion Play Orchestra
The Metro Voices
The Metro Voices Gospel Choir
Nicolas Freund [Nicki]
30.09.2007 | 23:08
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