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Album:Those Whom The Gods Detest
Genre:Death Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:06.11.09
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"Stark, jedoch spürbar routinierter"

Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Abräumer „Ithyphallic“ sowie zahlreichen Konzerten zu dieser Scheibe haben sich die Hobby-Ägyptologen von NILE, inzwischen wieder zum Trio geschrumpft, wieder ins Studio begeben und veröffentlichen nun mit „Those Whom The Gods Detest“ ihr inzwischen sechstes Album. Doch kann nach den Ankündigungen von Karl Sanders, dass weitere Einflüsse in die Musik von NILE integriert wurden, das hohe Niveau der Vorgänger gehalten werden?

Rein technisch gesehen besteht die Antwort in einem eindeutigen Ja, denn nach wie vor spielen NILE einen Großteil der technischen Todesbleiszene im Schlaf an die Wand. Doch bekanntlich ist das noch lange nicht gleichbedeutend mit durchweg exzellenten Songs. Nun enthält „Those Whom The Gods Detest“ zwar keinen einzigen schlechten Song, doch haben sich ein paar Längen eingeschlichen, da es an wirklich neuen und bahnbrechenden Ideen schlichtweg fehlt. Gut, die meisten NILE-Fans wird das überhaupt nicht stören, und solche Songs wie das Titelstück oder „Permitting The Noble Dead To Descend To The Underworld“ sind großartig, aber trotzdem fehlt mir anno 2009 ein wenig der Ideenreichtum und der Mut zu neuen Experimenten – wie sie ja vollmundig angekündigt wurden. Hinzu kommt, dass die orientalischen/akustischen Einflüsse noch etwas mehr reduziert wurden, aber zum Beispiel zu Beginn des Titelsongs sowie beim kurzen und rein akustischen Interludium „Yezd Desert Ghul Ritual In The Abandoned Towers Of Silence“ schön zur Geltung kommen. Bitte mehr davon! Reduziert wurde allem Anschein nach auch der Gesang von Karl Sanders, sodass Dallas Toler-Wade nun einen Großteil der Growls übernimmt und somit ein wenig die Abwechslung der Zweistimmigkeit unterlaufen wird. Was jetzt insgesamt klingen mag wie ein Verriss, ist vielmehr Jammern auf hohem Niveau, denn NILE können ganz einfach mehr, was sie von Album von Album immer wieder sehr eindrucksvoll bewiesen haben. Natürlich macht es Spaß, „Those Whom The Gods Detest“ zu hören, und immer wieder gibt es Momente, in denen die unbestrittene Klasse dieser Band überdeutlich aufblitzt. Es fehlt dafür jedoch an wirklichen, richtigen Hits der Marke „Lashed To The Slave Stick“, „Unas Slayer Of Gods“ oder „The Essential Salts“, um nur einige Beispiele zu nennen. Dafür wirken einige Stellen routiniert, auf Nummer sicher gegangen und ein wenig vorhersehbar, und wenn NILE beim Songwriting für ihr nächstes Album nicht richtig aufpassen, dann könnte sich das bei allem musikalischen Können in Stagnation äußern – was ich nun wirklich nicht hoffe. In produktionstechnischer Hinsicht hat sich übrigens die Entscheidung, Erik Rutan die Schlagzeugaufnahmen zu übertragen, während Neil Kernon erneut souverän für den Rest verantwortlich zeichnet, auf alle Fälle gelohnt, denn meiner Meinung haben wir es mit der bislang besten und differenziertesten Schlagzeugproduktion auf einem NILE-Album zu tun. Ebenfalls passend ist das sehr schlichte, aber sehr schöne und düstere Artwork, das bestens zum Konzept der Band passt.

Fazit: Mit „Those Whom The Gods Detest“ veröffentlichen NILE ein Album, das durchweg gute und in einigen Fällen sehr gute Songs enthält, es aber an richtigen Hits vermissen lässt. Rein spielerisch und technisch gibt es wie gesagt absolut gar nichts zu bemängeln, während auch die Produktion ausgezeichnet ist. Dennoch wirkt „Those Whom The Gods“ etwas routiniert, und es fehlen die Überraschungen, die bislang jedes NILE-Album zu etwas ganz Eigenständigem und Besonderem gemacht haben. Aus diesem Grund können solche Überfliegeralben wie „Black Seeds Of Vengeance“, „In Their Darkened Shrines“ [auch wenn da der Sound nicht stimmt] oder auch „Ithyphallic“ weder übertroffen noch erreicht werden. Und aus diesem Grund schrammt „Those Whom The Gods Detest“ als immer noch starkes Album, von dem kein Fan von NILE wirklich enttäuscht zu sein braucht, unterm Strich an den sechs Punkten vorbei. Anspieltipps: „Kafir! “, „Those Whom The Gods Detest“, „Permitting The Noble Dead To Descend To The Underworld“, „Iskander D’hul Karnon“.

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nnnon / 6 Punkte
„Auch wenn für mich persönlich wahrscheinlich auf immer „Black Seeds Of Vengeance“ das wichtigste NILE-Album bleiben wird, hat die Band mit „Annihilation Of The Wicked“ und „Ithyphallic“ zwei objektiv bessere Alben auf einem schwindelerregend hohen Niveau rausgehauen. „Those Whom The Gods Detest“ macht den Hattrick perfekt. Der nächste große Klassiker ist das Teil nicht, aber das Album fällt im Vergleich zu den Großtaten auch nicht ab. Saustarke Scheibe!"

shub / 4,5 Punkte
„Nach „Annihilation Of The Wicked“ und „Ithyphallic“ ein weiteres Album auf technisch höchstem Perfektionsgrad. Allerdings ist mir das Ganze zu routiniert und zu eingefahren. Wo soll der Reiz sein, sich auch dieses Album anzuschaffen bzw. es intensiv zu hören, wenn fast alles bereits bekannt ist? Zu sehr auf Nummer sicher gegangen, viel zu wenig kreatives Komponieren. Da erwarte ich von NILE deutlich mehr!"

Border / 6 Punkte
„NILE galten Zeit ihres Lebens für mich als hektische, wenngleich technisch extrem hochwertige Death Metal Band, zu der ich auf Dauer einfach keinen Zugang finden konnte. Mit dem neuen Album gelingt ihnen allerdings der Schlag gegen meine Abneigung und, wahrscheinlich nicht zuletzt, durch die Eingängigkeit und Geradlinigkeit, ich kann dieses Album wieder und wieder mit absoluter Begeisterung hören. Ich bin sicher, dass NILE damit einigen Leuten und wohl vor allem den Freunden zügelloser Frickelei vor den Kopf stoßen werden, aber mir bescheren die Amis mit dem neuen Material eine positive Überraschung!"

Mattaru/6,5 Punkte
Habe ich "Annihilation Of the Wicked" geradezu vergöttert, so war ich vom deutlich gestiegenen Chaos-Faktor und den meiner Meinung nach zu vielen Füller-Parts auf „Ithyphallic“ ein wenig abgeschreckt. Das Album hat sich mir bis heute nicht wirklich erschlossen. Mit der neuen Scheibe könnte das anders aussehen ["könnte", weil man bei einem NILE-Album immer erst einige Monate ins Land ziehen lassen muss, bevor es vom Hörer völlig durchdrungen werden kann]. Was ich absolut beklatsche, ist die neu gewonnene Eingängigkeit bei gleichbleibend hohem technischen Niveau - das dient den Songs und schränkt die Magie nicht wirklich ein. Bislang bin ich auf jeden Fall begeistert.

Trackliste:
01. Kafir!
02. Hittite Dung Incantation
03. Utterances Of The Crawling Dead
04. Those Whom The Gods Detest
05. 4th Arra Of Dagon
06. Permitting The Noble Dead To Descend To The Underworld
07. Yezd Desert Ghul Ritual In The Abandoned Towers Of Silence
08. Kem Khefa Kheshef
09. The Eye Of Ra
10. Iskander D’hul Karnon
Spielzeit: 00:56:36

Line-Up:
Karl Sanders – Vocals, Guitars
Dallas Toler-Wade – Guitars, Bass, Vocals
George Kollias – Drums, Percussion
Alexander Eitner [soulsatzero]
30.10.2009 | 14:20
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