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Band: Non-Human Level Homepage  Metalnews nach 'Non-Human Level' durchsuchenNon-Human Level
Album:Non-Human Level
Genre:Death/Thrash Metal, Melodic Death Metal
Label:Listenable Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:24.10.05
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"Darkane-Gitarrist auf Solopfaden"

Daß Christofer Malmström ein herausragender Gitarrist ist, sollte jedem, der auch nur am Rande von seiner Hauptband DARKANE gehört hat, bekannt sein. Daß er auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen wagt und ein Album im Alleingang schreiben, aufnehmen und veröffentlichen kann, stellt er nun mit seinem Soloprojekt NON-HUMAN LEVEL eindrucksvoll unter Beweis. Ausgeholfen haben ihm Ryan van Poederooyen (STRAPPING YOUNG LAD), Gustaf Hielm (ex-MESHUGGAH) und DARKANE-Kollege Peter Wildoer, und das Ergebnis kann sich hören lassen.

Freunde von DARKANE werden sich sofort heimisch fühlen, ist die Musik stilistisch doch nicht übermäßig weit davon entfernt - moderner Thrashmetal (nicht MACHINE HEAD-modern, sondern eher "nicht-altmodisch") mit Melodien im Übermaß, einem gesunden Florida-Death-Einschlag und ausgedehnten Instrumentalparts. Den Sound der Scheibe kann man getrost als klar und sauber bezeichnen, man hört die einzelnen Instrumente sehr deutlich heraus - Gustaf Hielms Bassgitarre wird teilweise etwas von den Drums erdrückt, aber man merkt ihre Anwesenheit dennoch deutlich. An manchen Stellen kommen die Crash&Splash-Becken etwas leise rüber, was aber am guten Gesamteindruck und der tighten Performance seitens Ryan van Poederooyen (DEVIN TOWNSEND BAND) nichts ändert. Die Produktion ist erwartungsgemäß sehr gitarrenlastig, aber nicht in dem Außmaß daß es unbalanciert klingen würde.

Für das Shouting zeichnet Peter Wildoer (seines Zeichens auch für mix&mastering des Albums zuständig, und nebenbei noch Schlagzeuger bei DARKANE) verantwortlich - als Shouter macht der Mann eine wirklich hervorragende Figur, schafft er es doch die Texte so richtig schön thrashig mit Gift und Galle ins Mikro zu bellen. Belege für Malmströms kompositorische Fähigkeiten und gitarristisches Talent sind schon im Opener "Divine Creation Of Void" mit dem Salzstreuer verteilt. Düstere Akustikgitarrenparts, thrashende Vers/Chorus-Sektionen, genretypisch moll-lastige Melodien (die gibts in Schweden ja anscheinend im Dutzend billiger) und überaus kompetente Soli erwarten den Hörer. Die Stücke sind im hohen Uptempobereich anzusiedeln, mit gelegentlichen Halftime-Breaks und langsameren Harmonieparts. Mit "Windows On The World" und "The Second Plane" befinden sich allerdings auch "langsamere" Songs im Gepäck (nur schnelles statt sehr schnellem Tempo), die etwas Abwechslung ins Gebolze bringen und das frenetische Tempo zumindest etwas drosseln. "Water" andererseits ist ein Track, der wirklich heraussticht - hier befindet sich Malmström schon fast im Territorium eines JOE SATRIANI, wenn auch düsterer und nicht ganz so unvorhersehbar wie der Großmeister. Langsam, mit einem Gespür für angenehme Kadenzen und schöne Melodien passt das Stück durchaus ins Gesamtkonzept, ist aber stilistisch definitiv anders als der Rest des Albums. Vollständig instrumental und eher in die "Instrumental Rock"-Schublade zu packen, sauber ausgeführt und gut implementiert. In die Kategorie "anders" fällt auch der Song "Instincts", auf dem eine Kirchenorgel und ein Keyboardsolo inmitten des üblichen Thrashinfernos zu vernehmen sind - im ersten Moment sicherlich überraschend, aber die Gesamtstimmung des Songs wird durch solche Stilelemente nur weiterhin unterstreichen, ohne in Kitsch abzudriften. Ganz aus dem Rahmen fällt der akustische Closer "Freaking Goose", der das Album auf einer sanften und leicht irritierenden Note ausklingen lässt.

Freunde modernen Thrash/Deathmetals und Metal-Gitarristen, die z.B. an Alexi Laiho einen Narren gefressen haben, sollten an diesem Album ihre helle Freude haben, denn wie auch auf den DARKANE-Alben gibt sich Malmström auf den fast 42 Minuten Songmaterial keine Blöße. Geschwindigkeitsrekorde werden nicht gebrochen, der diatonische Wahnsinn eines Michael Romeo wird auch nicht erreicht, aber dennoch ist das Album insgesamt eine Lehrstunde für angehende Yngwie Malmsteen-Clones - so wird neoklassisch gespielt, ohne wie ein stumpfes Plagiat zu klingen. Fans von Shred Marke Rusty Cooley oder Instrumentalrock wie Joe Satriani kommen hier nur bedingt auf ihre Kosten, da "Non-Human Level" ein Album ist, das eindeutig Wert auf funktionierende Songs legt - weniger auf Griffbrettzauberei seitens Malmströms (mit Ausnahme des Tracks "Water"). Insgesamt klingt das Album eher nach einem Album einer "normalen" Band als nach irgendjemandes Soloprojekt. Herr Malmström erfindet hier das Rad zwar nicht neu, aber er hat es geschafft ein abwechslungsreiches Album zu veröffentlichen, das man fast jedem Fan schweren Metalls ans Herz legen kann. Es ist brutal, aber nicht stumpf, und melodisch, aber nicht kitschig, und man mag kaum glauben daß Songs dieser Qualität es vielleicht nie auf ein Album geschafft hätten.

Trackliste:
Divine Creation Of Void
Personal Hell
Windows On The World
The Second Plane
Instincts
Journal Of A Nightmare
Water
Untrustable Surface
The Genetic Failure
Freaking Goose


Christoph Zeller [Baum]
11.11.2005 | 17:39
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