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Band: OSI Homepage  Metalnews nach 'OSI' durchsuchenOSI
Album:Blood
Genre:Electro, Prog-Metal
Label:InsideOut
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:24.04.09
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"Mission Kühlschrank"

Drei Jahre nach „Free“ und immerhin schon sechs nach „Office Of Strategic Influence“ – dem ausgezeichneten Debüt von O.S.I. – melden sich Kevin Moore [ex-DREAM THEATER, CHROMA KEY] und Jim Matheos [FAIR WARNING] mit ihrem neuesten Langeisen „Blood“ auf der Bildfläche zurück. Dabei ist die Handschrift Moores wieder mal sehr deutlich zu erkennen und man könnte leicht den Eindruck gewinnen, er visiere mit seinem Kompagnon lediglich an, eine härtere Variante seines anderen Projektes CHROMA KEY zu erschaffen.

Mit „The Escape Artist“ geht „Blood“ recht O.S.I.-typisch, wenn auch überraschend flott, los. Besonders der Chorus des Songs setzt sich [was wiederum eigentlich untypisch ist] sehr schnell in der Ohrmuschel fest und findet so schnell keinen Weg mehr heraus. Die bedrohlich wabernden Synthies in „Terminal“ lassen dann direkt Erinnerungen an das großartige „No Quarter“ von LED ZEPPELIN aufkommen und auch die leicht apokalyptische Stimmung haben die beiden Stücke gemeinsam. Kevin Moore [sprech]singt dazu allerdings in gewohnt stoischer Manier, sodass in den Vocals der große Unterschied auszumachen ist. Wo Robert Plant bei LED ZEPPELIN auf seine unnachahmliche Art und Weise leidenschaftlich gegen die Düsternis anzusingen versucht, scheint Moore sich eher mit dem Schicksal abzufinden und passt sich der unterkühlten Atmosphäre des Stückes an. Bei „False Start“ packen die Herren dann wieder ein paar Briketts drauf, bevor sich mit „We Come Undone“ ein erster kleiner Hänger einschleicht: auch nach mehreren Durchläufen mag der Song nicht vollends zünden. „Radiologue“ ist dann wieder ein absolutes Highlight auf „Blood“, das trippig elektronische Strophen mit einem hammermäßig guten Refrain zusammenbringt und sich - nachdem es bereits fast verklungen scheint - noch einmal aufbaut, um erneut sein ganzes phantastisches Potential zu offenbaren. Beim folgenden „Be The Hero“ kann man bei genauem Hinhören gleich mehrere Referenzen ausmachen, dominant ist dabei allerdings in erster Linie der TOOL-Vibe, der durch das kraftvolle Schlagzeugspiel von Gastmusiker Gavin Harrison [PORCUPINE TREE] und die äußerst komplexe Songstruktur bedingt ist. Mit dem fast instrumentalen „Microburst Alert“ erreichen O.S.I. schließlich den – immer noch recht hoch gelegenen - Tiefpunkt auf „Blood“, da der Song recht unfertig wirkt, deshalb aber noch lange kein Totalausfall ist. OPETH-Mastermind Mikael Akerfeldt hat dann ebenfalls noch seinen Gastauftritt und kann mit seiner Gesangsleistung bei „Stockholm“ wieder mal voll überzeugen. Das zunächst eher ruhige und etwas beklemmende Stück ist in jedem Fall ein weiteres Glanzlicht einer richtig starken Scheibe. Zum guten Schluss folgt dann noch der Titelsong, der die Parallelen zu CHROMA KEY einmal mehr dick unterstreicht, agiert man doch hier wieder etwas ruhiger und elektronisch kühl.

Es ist schon fast ein wenig beängstigend, wie souverän Kevin Moore in den letzten Jahren fabelhafte Platten aufnimmt und veröffentlicht. Ob mit CHROMA KEY oder mit O.S.I. – die Ausrichtung ist recht ähnlich – es passt fast immer nahezu alles. „Blood“ macht dabei keine Ausnahme und bietet neben einigen nur guten Songs mit „The Escape Artist“, „Terminal“, „Radiologue“ und „Stockholm“ vier phänomenale Stücke, die sicherlich Klassiker im Bandkosmos werden könnten. In der Schnittmenge von CHROMA KEY, TOOL, ARCHIVE und PORCUPINE TREE ist den Herren ein grandioses und anspruchsvolles Album gelungen, das es zu entdecken gilt.

Trackliste:
01. The Escape Artist
02. Terminal
03. False Start
04. We Come Undone
05. Radiologue
06. Be The Hero
07. Microburst Alert
08. Stockholm
09. Blood
Spielzeit: 00:47:41

Line-Up:
Jim Matheos - Guitars, Keyboards, Programming
Kevin Moore - Vocals, Keyboards, Programming
Timo Beisel [kaamos]
28.04.2009 | 22:42
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