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Cover von Obituary -- Frozen In Time
Band: Obituary Homepage  Metalnews nach 'Obituary' durchsuchenObituary
Album:Frozen In Time
Genre:Death Metal
Label:Roadrunner Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:18.07.05
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"Götterdämmerung?"

Obituary sind sicher keine Band, die man kurz in die Schublade „Florida Death Metal“ steckt und dann mit dem dort gepflegten Standard vergleicht. Wer eine Obi-Scheibe kauft, will keine Progression, keine filigranen Instrumentalleistungen, nein – wer sich die neue Obituary-Platte zulegt, erwartet Lava-Riffs, fette Grooves und das unverwechselbarste Gebrüll dieses Planeten. Soweit wird „Frozen In Time“ den Anforderungen der Fans auch vollauf gerecht.

Das Problem, das ich mit diesem ersten Obi-Album seit acht Jahren habe, liegt in der Kalkuliertheit der Platte. Bis auf die seltsamen bzw. gewöhnungsbedürftigen Halleffekte auf John Tardys Gesang in manchen Songs, ist hier wenig vertreten, das man nicht schon früher gehört hat. Klar, ein Allen-West-Riff ist ein Allen-West-Riff – das weiß man, wenn man mal eben in die Scheiben seines „Side Projects“ Lowbrow reinhört. Aber das ist nicht alles. Ich werde nicht nur beim Cover an die eigenartig uninspirierte „The End Complete“-LP erinnert.

Der Reihe nach: Das Instrumental „Redneck Stomp“ enthält drei Riffs. Eins ist sehr gut, die anderen beiden belanglos. Mit 3:32 Minuten ist die Nummer klar zu lang und irgendwann auch nicht mehr so witzig wie geplant. „On The Floor“ ist dagegen der erste richtige Knaller des Albums. Obituary preschen schnell nach vorne, bauen das Stück harmoniemäßig ziemlich Rock’n Roll-like auf und Tardy brüllt, als ginge es mindestens um sein Gemächt. „Insane“ ist eine gefällige, aber nicht überragende Midtempo-Nummer, trotzdem gut. Dann aber folgt die Totalausfall-Trilogie. „Blindsided“, „Black Inside“ und „Mindset“ bestechen durch Einfallslosigkeit, umgesetzt in tausendmal gehörten Tonfolgen, die nur aus einer „scheiß egal, lass uns einen rauchen“-Session stammen können. Während ich mir noch die Haare raufe, folgt allerdings „Stand Alone“, das Highlight des Albums, das sich mit seiner punkigen Attitüde auch musikalisch wohltuend vom Rest des Materials abhebt. In „Slow Death“ glänzt Donald Tardy mit einem Tribal-Rhythmus, doch ansonsten zündet das Stück nicht richtig. „Denied“ ist dann wieder der typische Obi-Stampfer – tight gespielt und sehr gut gesungen – vielleicht John Tardys beste Leistung auf dem Album. Mit „Lockjaw“ hat man sich noch einmal einen echten Knaller für das Ende aufgehoben. Der Song baut sich langsam und spannend auf, lässt Donald Tardy genug Raum zur Entfaltung für abgefahrene Fills und galoppiert dann schön aggressiv in bester Old School-Manier los – ein Highlight.

Bleiben unterm Strich drei sehr gute, drei gute, ein durchwachsener und drei überflüssige Songs übrig, die von Mark Prator in ein gut drückendes, wenn auch nicht monumentales Soundgewand gekleidet wurden. Die schwächeren Stücke hätten durch einige kecke Soli vielleicht noch Punkte hinzugewinnen können, doch in dieser Hinsicht ist „Frozen In Time“ eh der absolute Tiefpunkt der Obi-Karriere. Die wenigen Leads auf der CD klingen gezwungen und uninspiriert. Es hätte ja niemand erwartet, dass West versucht, James Murphys Leistung auf „Cause Of Death" zu toppen, aber etwas mehr hörbarer Enthusiasmus wäre nicht übel gewesen.

Hätten Obituary die sechs super bis guten Nummern auf einer EP veröffentlicht, hätte diese von mir auch selbige Punktzahl bekommen. So bleibt ein leicht fader Nachgeschmack und das Gefühl, dass einiges auf dieser CD von Ökonomie-Spezialisten und nicht von leidenschaftlichen Musikern komponiert wurde. Im direkten Vergleich kommt „Frozen In Time“ jedenfalls an den sehr guten Vorgänger „Back From The Dead“ nicht heran, von den zwei ersten Scheiben reden wir mal besser erst gar nicht.

Trackliste:
01. Redneck Stomp
02. On The Floor
03. Insane
04. Blindsided
05. Back Inside
06. Mindset
07. Stand Alone
08. Slow Death
09. Denied
10. Lockjaw


Marcus Italiani [Mattaru]
10.07.2005 | 22:34
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