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Cover von Octavia Sperati -- Winter Enclosure
Band: Octavia Sperati Homepage  Metalnews nach 'Octavia Sperati' durchsuchenOctavia Sperati
Album:Winter Enclosure
Genre:Black/Death Metal
Label:Candlelight Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:17.05.05
CD kaufen:'Octavia Sperati - Winter Enclosure' bei amazon.de kaufen
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"Auch so kann die holde Weiblichkeit klingen"

Frauen im Metal sind zum Glück keine Ausnahme mehr. Reine Frauenbands gehören allerdings noch immer zu den Exoten in der Szene. Um einen solchen Exoten handelt es sich scheinbar bei OCTAVIA SPERATI aus Bergen in Norwegen. Im Jahr 2000 aus einem Saufgelage geboren, wurden die Damen 2004 bei Candlelight Records unter Vertrag genommen.
Hier nun kommt das erste Album „Winter Enclosure“, mit dem Frau uns von ihren Qualitäten überzeugen möchte.

Und die sind reichlich vorhanden. Entgegen den Anpreisungen der Plattenfirma hat der Sound der Norwegerinnen allerdings reichlich wenig mit Doom à la CANDLEMASS zu tun.
Vielmehr bekommt man gekonnten Frauengesang geboten, der in der Tat an THE GATHERING zu Zeiten der „Mandylion“ erinnert. Dieser wird von einer recht eigenwilligen Stilmischung bereichert.
So wird recht häufig Death- und Black-Metal Riffing eingestreut und auch an typischen Gothic Metal Passagen kommt man nicht vorbei. Die Piano-Parts ergänzen sich meist traumhaft gut mit dem Gesang von Sängerin Silje Wergeland und beim letzten Song „Without Air (After)“ hat das in der Eröffnung schon fast Tori Amos Dimensionen.

Sehr auffällig ist, dass es keinen besonders herausstehenden Song oder echten musikalischen Höhepunkt gibt. Obwohl es sich um durchweg gutes bis sehr gutes Material handelt, wirken einige Passagen sperrig und die häufigen Tempiwechsel und Melodieumbrüche sind beim ersten Durchhören gewöhnungsbedürftig.
Was aber dem Hörgenuss nicht im Geringsten schadet, da sich herausstellt, dass die Platte erst beim mehrfachen durchhören ihre Geheimnisse preisgibt.
Fast mainstreamig wirkende Parts, wie die 44 sekündige „Hymn“ welche einen nicht geringen EVANESCENCE-Touch hat, lösen sich mit Nummern wie „Future Is“ mit einem eher folkigen Einschlag ab.
In Verbindung mit den bereits genannten Black Metal Einflüssen und deutlichen Rockanleihen macht diese Mixtur den Sound der Band recht einzigartig und interessant.

Und noch etwas wird deutlich:
„Winter Enclosure“ lebt prinzipiell mehr von der Gesamtatmosphäre, die das Album heraufbeschwört, als von technischer Finesse. Diese Atmosphäre umfasst von in Klang gefasster winterlicher Kälte, bitterer Melancholie und einem Hauch Verzweiflung ein recht ansehnliches Spektrum.
Der Erstling der Band ist ein Album, welches man intensiv von vorne bis hinten hören muss, damit es seine volle Wirkung entfalten kann.
Lässt man sich darauf ein, ist man gefesselt von der Intensität, die es erreichen kann.

Leider zollt die Produktion, die im Earshot Studio zusammengeschustert wurde, dieser Intensität nicht immer Tribut. Das Schlagzeug klingt etwas hölzern und die Gitarren hätten auch etwas mehr Klarheit verdient. Der Gesang wäre auch ohne die leicht nachhallenden Höhen ausgekommen, die ab und an hinzugefügt wurden.

Etwas befremdlich mutet auch der Versuch des Labels an, diese Band auf Biegen und Brechen in einer bestimmten Sparte, nämlich dem Doom, unterzubringen, obwohl dies nun mal nicht passt. Und derart darauf zu pochen, es handele sich um eine reine Frauenband ist weder notwendig noch klug. Vor allem da ein männlicher Schlagzeuger, der das Damenquintett irgendwann tatkräftig unterstützt hat, zwar mal erwähnt wird, aber nicht als Bandmitglied aufgeführt ist. Überflüssiges Manöver, da die Band musikalisch zu überzeugen weiß.

Jeder, der sich auch mal mit einen eigenwilligeren Ansatz im Metal beschäftigen möchte, sollte sich mit „Winter Enclosure“ auseinandersetzen.

Trackliste:
01. Intro
02. Lifelines Of Depths
03. Soundless
04. Icebound
05. Hymn
06. Hunting Eye
07. Future Is
08. Below Zero
09. Wasted On The Living
10. Without Air (Before)
11. Without Air (After)


Marco Cardoso [Mr.Vandemar]
14.05.2005 | 12:25
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