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Reviews von Ohrenfeindt
CD Review: Ohrenfeindt - Auf die Fresse ist umsonst

Ohrenfeindt
Auf die Fresse ist umsonst


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"Tigerblut!"
Cover von Ohrenfeindt -- Motor an!
Band: Ohrenfeindt Homepage  Metalnews nach 'Ohrenfeindt' durchsuchenOhrenfeindt
Album:Motor an!
Genre:Rock, Rock'n'Roll
Label:AFM Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:18.09.15
CD kaufen:'Ohrenfeindt - Motor an!' bei amazon.de kaufen
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"Läuft rund"

Schön zu wissen, dass der Deich hält und den Fluten trotzt. Dafür muss man einen solchen Deich auch nicht ständig ändern, ein paar Ausbesserungen hier und dort, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Aber ansonsten vermittelt der Deich den Menschen das Gefühl von Sicherheit. Er war immer dort und wird immer dort sein und einfach seinen Job machen.

Was hat dies nun mit OHRENFEINDT zu tun? Nun, die Hamburger sind so etwas wie ein Deich, oder ein Fels in der Brandung. Den Gezeiten trotzend und das Gefühl von „da-weiß-man-woran-man-ist“ erzeugend. Im regelmäßigen Abstand bringt die Band um Chris Laut beständige Platten auf den Markt. Immer mit diesem lachenden und augenzwinkernden AC/DC Touch, einer gehörigen Portion Blues beigemischt, dieser unverwechselbare hanseatische Charme und die dazu passenden Texte. Kiez Rock’nRoll, wie sich das Ganze dann zurecht schimpft. „Zeit für Rock’n Roll“ ist der perfekte Einstieg und der Fan weiß genau, hier kann ich mich auf die Band verlassen, da passt jeder Moment in die Erwartungen. „1910“ ist eine Liebeserklärung an den örtlichen Zweitligisten. Und wer sich mit den vorangegangenen Alben von OHRENFEINDT beschäftigt, weiß, dass dies nicht das erste Mal ist [„St.Pauli du rockst“]. Die Zielgruppe ist abgesteckt, wird dieses Album aufsaugen und sich wohlfühlen. OHRENFEINDT bieten auch 2015 keine Mogelpackung, sondern ihre ehrliche Variante vom Rock’n Roll, den man einfach mag oder eben nicht. Wenn ich einen Song heraus picken möchte, dann wäre es „Aus“. Mit der für Chris Laut so typischen und charmant herüber gebrachten Melancholie versteht er es, die Sehnsüchte zum Hamburger Kiez zu wecken wie kaum ein anderer. Nichtsdestotrotz gibt es eben noch ein kleines Problem. Und das heißt „Schwarz auf Weiss“. Das 2011er Album ist für mich persönlich das Referenzwerk der Hamburger und das wird es auch bleiben. Meine Lieblingsgassenhauer wie „St. Pauli du rockst“, „Valerie“ oder „Ich heul den Mond an“ suche ich auf dem neuen Werk vergeblich. Konnte man mit „Auf die Fresse ist umsonst“ diesbezüglich noch einigermaßen mithalten, so fehlt mir bei „Motor an“ doch der eine oder andere nachhaltige Ohrwurm, der einfach dazu gehört.

Fazit: „Motor an“ ist insgesamt gesehen kein schlechtes Album mit ordentlichen Songs ohne Totalausfälle, kann aber bei mir nicht ganz die Begeisterung der Vorgänger entfachen. Es ist eben wie mit dem eingangs erwähnten Deich. Er steht da, ist zuverlässig und verströmt Geborgenheit. Um einfach mal den Bogen zum Albumtitel zu schlagen: Der Motor springt zwar an und läuft auch rund. Allerdings deutlich mehr im Standgas als auf Hochtouren.

Trackliste:
01. Zeit Für Rock’n’Roll
02. 1910
03. Die Hoffnung Stirbt Zuletzt
04. Nimm Die Kohle Und Renn
05. Gib Mir Mein Problem Zurück
06. Früh Oder Später
07. Motor An
08. Aus
09. Für Rock’n’Roll Gebaut
10. Reich Würde Schon Reichen
Spielzeit: 00:41:31

Line-Up:
Chris Laut – Vocals, Bass, Dobro, Harp
Andi Rohde - Drums
Pierre "Keule" Blesse - Guitars
Frank Wilkens [Fränky]
11.09.2015 | 12:33
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