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Album:Beyond Good And Evil
Genre:Avantgarde, Brutal Death, Progressive
Label:My Kingdom Music
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:26.09.08
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"Prog-Death jenseits von Gut und Böse"

Schubladendenken ist gemeinhin ja eher hinderlich, die Promotion-Informationen der Plattenlabels üblicherweise überschwänglich und zumeist recht -flüssig; wenn darin also der Stil einer Band als „Psychotic Death Metal“ bezeichnet wird, ist zunächst sicherlich mal Skepsis angebracht.

Trifft den Soundnagel diesmal aber ausnahmsweise ziemlich auf den Kopf, denn wer sich das - auch noch trefflich betitelte - Debüt „Beyond Good And Evil“ der Prog-Deather von ONE STEP BEYOND aus dem südaustralischen Adelaide zu Gemüte führt, wird zunächst wohl eher verdutzt aus dem Bandmerchandise schauen.
Deren in der Tat nicht uninteressante Melange aus Brutal Death Metal, Progessivgeschwurbel à la THOUGHT INDUSTRY, ATHEIST, CYNIC und abgepfiffenem, schwer Bass-lastigem Sound, wie ihn weilands PRIMUS kreierten, zusammen mit als [u.a.] weitere Einflüsse gedroppten Namen wie FRANK ZAPPA, NAPALM DEATH, INFECTIOUS GROOVES, LIVING COLOUR, FISHBONE, VADER, BAD BRAINS, SUFFOCATION oder BOB MARLEY lassen das Stilchaos in etwa erahnen.
Gutturale Vocals treffen hier auf fette Basslines, kollidieren mit Brutal Death-Riffs, ein Drumcomputer gibt den hektischen, oftmals grindigen Bollertakt an, mal regiert der Dub, dann sind da noch die zahlreichen, sphärischen Melodien und halt überall dieser dominante, funky Bass.
„Mirrorstance“ erinnert mich trotz seiner Growl-Vocals eher an Dark/New Wave, ab Track sieben [„Everyday“] kippt das Ganze dann noch in Richtung Stoner Metal, wo sogar vor [sic!] SANTANA-artigen oder jazzigen Instrumentalparts nicht mehr zurückgeschreckt wird.
Die zitierten Techno Death-Gottheiten fallen einem mangels Vergleichbarem zwangsläufig ein, gereichen aber auch nur als ungefähre Anhaltspunkte für vorliegenden, verspulten, kunterbunten Soundcocktail, der vor lauter Kreativität überzuschäumen scheint.

Das macht den [Hör-]Genuss vielleicht nicht immer ganz einfach, lotet die eigenen Geschmacksgrenzen in Sachen Death Metal redlich aus, läßt den Hörer oftmals tendenziell verwirrt zurück, birgt aber [eine gewisse Offenheit für nicht alltäglichen Metalsound vorausgesetzt] durchaus die eine oder andere Überraschung.
Kaum auszudenken, was das hier mit einem realen Drummer, etwas mehr Feinschliff/Schlüssigkeit beim Songwriting und einem anständigen Produktionsbudget hätte werden können...

Trackliste:
01.True Faced
02. Birth Of Disease
03. The Party
04. Your God
05. Maniac/Watch Your Back
06. Mirrorstance
07. Everyday
08. Black Light Blue
09. Depth Of Mind
10. Made For Cable
11. Chase
12. Foot High Tough Guy
13. Blinding Haze
14. The Calm Before
15. Free To Air
Spielzeit: 00:44:21

Line-Up:
Mad Matt – Vocals, Bass, Programming, Guitars
Justin Wood – Vocals
Pahl Hodgson – Guitars
Dirk Konz [dkay]
04.10.2008 | 21:00
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