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Cover von Onkel Tom -- H.E.L.D.
Band: Onkel Tom Homepage Onkel Tom bei Facebook Metalnews nach 'Onkel Tom' durchsuchenOnkel Tom
Album:H.E.L.D.
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:SPV
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:19.09.14
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"Songs aus jeder Lebenslage"

Hauptsächlich für ein Schaffen als Frontmann der Thrash Metal-Legenden SODOM bekannt hat deren Frontmann Tom Angelripper noch ein zweites Leben: Unter der Flagge von ONKEL TOM tourt der Mann seit Längerem mit feucht-fröhlichem Kneipenrock durch die Republik und hat dabei auch schon etliche Alben veröffentlicht. Mit „H.E.L.D.“ ist es wieder soweit und der Onkel kredenzt seinen Fans eine neue Platte.

Was mit einem rhythmischen Mix aus Furzgeräuschen und dem Zischen einer Bierflasche beginnt, verspricht, ein reichlich prolliges Unterfangen zu werden. Das macht aber nichts, denn „Prolligkeit ist keine Schade“, wie der erste Song von „H.E.L.D.“ verrät. Stimmt tatsächlich – zumindest, wenn man seine Prolligkeit musikalisch so verpackt, wie es bei ONKEL TOM der Fall ist. Die Nummer eröffnet das Album mit ausgesprochen metallischem Kneipenrock samt bestem Mitgrölrefrain. Überhaupt geht es bei den Ruhrpöttlern aus musikalischer Sicht durchaus anspruchsvoll zu: „Zu wahr, um schön zu sein“ hat deutliche 80er-Schlagseite, „Ein bisschen Alkohol“ ist ein typisches ONKEL TOM-Trinklied, das in jede Pilzkneipe von München bis Husum passen würde und „Was Euch nicht passt“ ist ein treibender Deutschrock-Song, der es ohne Weiteres mit den stilbildenden Nummern von Kapellen wie den TOTEN HOSEN aufnehmen kann. Zwar verspricht das beiliegende Promoblatt, dass es hier nicht die üblichen Durchhalteparolen zu hören gäbe, die man sonst aus dem Genre gewohnt ist, aber natürlich sind auch ONKEL TOM in ihren lyrischen Ergüssen dem Deutschrock verpflichtet. Das mag von vornherein etwas authentischer als bei einem Großteil der Konkurrenz sein, zumal mit Tom Angelripper die Kultfigur des Ruhrpott-Metal beteiligt ist, aber dennoch bekommt der Hörer hier eine gehörige Dosis männlichen Weltschmerzes ab. Größter Unterschied zu bisherigen ONKEL TOM-Alben ist, dass es auf „H.E.L.D.“ diesmal keine Cover-Version bekannter Sauflieder oder Schlager, sondern ausschließlich Eigenkompositionen zu hören gibt. Dabei gehen die Herren um den SODOM-Frontmann auch angenehm abwechslungsreich zu Werke. Neben punkig-rockigen Stampfern findet sich etwa mit „Am Morgen danach“ so etwas wie die Power Ballade für den Kater, in „Wer nach dem Lied noch stehen kann“ kreist die Groove-Kelle und „Der Onkel kommt zum Hausbesuch“ trägt den Hard Rock-Wurzeln der Gruppe Rechnung. Zwei weitere Neuerungen hat die Platte obendrein zu bieten: „Der Duft von Lavendel“ und „Auf Gedeih und Verderb“ fallen für ONKEL TOM-Verhältnisse unwahrscheinlich ernst aus und mit „Ich bin noch am Leben“ findet sich hier erstmals auf einem Album der Band überhaupt eine waschechte Ballade. Die ist musikalisch absolut nicht verkehrt, bietet inhaltlich jedoch genau das, was ONKEL TOM nach Aussage ihrer Plattenfirma eigentlich nicht sein wollen. Dank der erwähnten Abwechslung ist „H.E.L.D.“ aber trotz seiner 13 Songs eine reichlich kurzweilige Platte geworden, die mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten möchte – und fällt damit nicht annähernd so prollig aus, wie der Einstieg nahelegt.

Mit „H.E.L.D.“ entwickeln sich die Mannen um Saufkumpan ONKEL TOM merklich und hörbar weiter. Statt verrockten Schlagern und High Energy-Saufliedern gibt es hier einen Strauß selbstbewusster Eigenkompositionen, die sämtliche bisherigen Schaffensphasen der Band berücksichtigen und ehren. Fans von treibender, vielfältiger Rockmusik mit deutschen Texten werden 2014 kaum irgendwo besser bedient als bei ONKEL TOM.

Trackliste:
01. Flatus Antelucanus
02. Prolligkeit ist keine Schande
03. Zu wahr, um schön zu sein
04. Ein bisschen Alkohol
05. Am Morgen danach
06. Was Euch nicht passt
07. Vom Paradies gen Süden
08. Wer nach dem Lied noch stehen kann
09. Der Duft von Lavendel
10. Im Suff
11. Der Onkel kommt zum Hausbesuch
12. Auf Gedeih und Verderb
13. Ich bin noch am Leben
Spielzeit: 00:45:31

Line-Up:
Tom Angelripper - Vocals
Marcel Mönnig - Guitar
Klaus Nicodem - Guitar
Marc Beste - Bass
Cornelius Rambadt - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
28.09.2014 | 17:40
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