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Cover von Opeth -- Sorceress
Band: Opeth Homepage Opeth bei Facebook Metalnews nach 'Opeth' durchsuchenOpeth
Album:Sorceress
Genre:Prog Rock, Prog-Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:30.09.16
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"Endlich keine Verkopfungsprobleme mehr!"

Irgendwie schreibe ich derletzt immer häufiger Reviews, in denen ich auf mein Alter zu sprechen komme. Muss am Alter liegen. OPETH sind für mich auch so ein Altersphänomen. Mit unter 30 konnte ich damit gar nichts anfangen, war immer total verkopfte Angebermusik für mich. Was für alte Leute quasi.

Noch ein paar Jahre später weiß ich: Tatsächlich machen OPETH ziemlich verkopfte Angebermusik. Und Mikael Akerfeldt ist tatsächlich ein Gockel. Aber mittlerweile weiß ich das zu schätzen, denn der Mann arbeitet seit zwanzig Jahren konsequent an einem Platz im Olymp der Rockmusik. Den hatte ich vor allem mit "Blackwater Park" und "Ghost Reveries" gerechtfertigt und mit "Pale Communion" akut gefährdet gesehen. "Sorceress" aber ist ein so tolles Album, dass ich - wäre ich in der Jury für "Schwedens next Rockmusiklegende" - für den Mann voten würde. Vor allem, weil "Sorceress" tatsächlich wieder ein deutlich härteres Stück Musik ist und weil es alles andere als müde wirkt. Das unfassbar fette Titelstück mit Gitarren, die bis kurz vor die Knöchel gestimmt sind und einem Mainriff wie aus einer anderen Welt ist da nur ein Beispiel. Die Platte ist voll mit hart rockenden Progsongs, die diesmal gar nicht so überaus progressiv ausgefallen sind. Zumindest weit wenig verstockt als auf den letzten beiden Scheiben. "The Wilde Flowers", "Chrysalis" oder das ziemlich an DEEP PURPLE erinnernde "Strange Brew" wären da gute Beispiele, aus denen die Spielfreude, aber auch die Erfahrung nach allen Seiten überquillt.

Andererseits ist OPETHs zwölftes Album auch eines der leisen Töne, die aber nicht minder beeindruckend sind. "Will O The Wisp" ist ein wunderschönes, ruhiges und beinahe romantisches Akustikstück, das mit zum Besten gehört, das Akerfeldts Genius hervorgebracht hat und in dem er Sphären erreicht, die bisher Giganten wie JETHRO TULL vorbehalten waren. In eine ähnliche Kategorie fällt "The Seventh Sojourn", in dem die Band mit orientalischen Harmonien experimentiert und damit zumindest bei mir euphorische Reaktionen auslöst.

Bestechend an "Sorceress" ist im Direktvergleich nicht nur mit vielen eigenen Vorgängeralben, sondern auch mit Mitbewerbern im Musikzirkus eines: Die unheimliche Selbstsicherheit, mit der die Musiker solch ein Album auf die Beine stellen. Was für viele Bands ein Lebenswerk wäre, braucht bei OPETH zwei Jahre. Und da haben wir über die gnadenlose großartige Performance aller (!) Musiker, die zeitlos gute Produktion oder das hübsche Cover noch gar kein Wort verloren. Es zeigt sich also, dass echte Kreativität, seltenes Talent, eine klare Vision und harte Arbeit durch nichts zu ersetzen sind. Deshalb sind OPETH da, wo sie sind, und da gehören sie verdientermaßen auch hin. Ich bin ernstlich gespannt, wie Akerfeldt ein so in sich ruhendes, aber gleichzeitig spannendes und durch und durch musikalisches Album toppen wird. Wenn er das schafft, darf er im Rockolymp meinetwegen nicht nur im Staub vor Lemmys Füßen sitzen, sondern sogar neben ihm.

Trackliste:
01. Persephone
02. Sorceress
03. The Wilde Flowers
04. Will O The Wisp
05. Chrysalis
06. Sorceress 2
07. The Seventh Sojourn
08. Strange Brew
09. A Fleeting Glance
10. Era
11. Persephone (Slight Return)
Spielzeit: 00:55:08

Florian Dammasch [Alboin]
10.11.2016 | 08:30
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