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Cover von Opeth -- Watershed
Band: Opeth Homepage Opeth bei Facebook Metalnews nach 'Opeth' durchsuchenOpeth
Album:Watershed
Genre:Death Metal, Progressive, Psychedelic
Label:Roadrunner Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:30.05.08
CD kaufen:'Opeth - Watershed' bei amazon.de kaufen
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"Musikalische Bewusstseinserweiterung ohne Drogen!"

Mit OPETH begegnet uns diesen Monat eine Band, die nicht dafür bekannt ist, jedes Jahr und somit beinahe schon inflationär neue Alben rauszuhauen. Mit „Watershed“ haben sich die Jungs nun drei Jahre Zeit gelassen, um wieder ein Stück weiter zu reifen, mehr als nur eine progressive Death Metal Band zu werden und – natürlich wie erwartet – beinahe bis ins letzte Details zu beeindrucken.

Achtung Premiere: Während uns mit dem introartigen „Coil“ ein sanfter, fein gesäuselter Opener entgegenschwebt und man sich voll und ganz der minimalistischen, jedoch nicht weniger dichten Atmosphäre hingibt, schreckt man kurz auf, wenn zum ersten Mal in der Geschichte der Schweden eine weibliche Stimme erklingt. Puh… das Mädel kann singen, Schwein gehabt! Überhaupt ist der Einsatz der jungen Sängerin namens Natalie – übrigens Freundin von Drummer Martin – eine Bereicherung und sorgt gleich zu Beginn für eine geglückte Überraschung. Allen Feinden weiblichen Gesangs sei gesagt, dass die junge Dame [übrigens zarte 21 Jahre jung] gerade einmal drei bis vier Textzeilen hat und während des ganzen Albums nicht noch einmal auftaucht. Zwar ist „Coil“ ordentlich schmalzig und emotional ausgefallen, jedoch wohl dosiert, so dass es zum Gesamtwerk passt und als hervorragendes Intro auf die restlichen gut 50 Minuten einzustimmen weiß.

Doomig geht’s weiter, wenn wir den Einstieg zu „Heir Apparent“ auf die Ohren bekommen. Langsame, schwere Riffs tun sich auf, die allerdings nach einem kurzen Klavierausflug und knapp eineinhalb Minuten in ein progressives Riffgewitter übergehen, wie man es von OPETH kennt. Dazu die typischen Åkerfeldt-Growls, die übrigens auf „Watershed“ generell dermaßen perfekt getimet und dargeboten sind, wie selten zuvor. Allein innerhalb der Vocallines zeigt man ununterbrochen sein Gespür für den perfekten Transport der Lyrics. Stimmungsvoll, energisch, situationsgenau… so soll es sein! Das beste Beispiel [ever!] hierfür stellt „The Lotus Eater“ dar, das auch noch mit so manch anderer Neuerung aufzuwarten vermag. Regelrechte Black Metal Blastbeats treffen hier auf Cleangesang und erst die langsamen Passagen fordern die erwarteten Grunzattacken ein. Warum nicht? Andersrum ist’s eben manchmal lustiger – wusste bereits Berlins Klaus Wowereit und das ist auch gut so!

Mit „Burden“ gibt’s dann die absolute Porno-Attacke, eine schnulzig-schleimige Ballade, die auch den letzten Kuttenkumpel an die romantischste Stunde seines Lebens erinnern sollte. Eine fies quäkende Hammond-Orgel, die sogar ein wenig an die Midrange einer AMORPHIS-Diskographie und somit natürlich an Bands wie THE DOORS oder sogar [mal die Soli betrachtet] an SANTANA erinnert. Nie war ein triefender Zuckerguss der Emotion gleichzeitig so stimmungsvoll und echt, wenn man es so ausdrücken will. Ich jedenfalls würde jetzt gern jemandem sagen, dass ich ihn lieb habe…

Es tut nicht Not, auf jeden der sieben Songs genau einzugehen, denn dieses Album will ergründet, erlebt und vor allem verstanden werden. Nur zu… ihr wisst, was ihr zu tun habt!

An sich ist „Watershed“, bis auf die Songs mit den Nummern zwei und drei, eher ruhig ausgefallen und es kommt nicht oft das vielleicht von so manchem Fan gewünschte Moshfest auf, jedoch ist das Album im Gesamten eine Reise durch die Zeit. Die psychedelischen End-60er, die progressiven 70er, das Ganze abgerundet mit einer ordentlichen Portion typischen OPETH-Sounds und eine Vielseitigkeit, wie sie kaum eine andere Band auf diesem Planeten zu erschaffen weiß. Dennoch entdecken wir an jeder Ecke neue Überraschungen, neue Einflüsse, neue Instrumente [„Hessian Peel“] unerschöpflichen Ideenreichtum und selbstverständlich kommt der gutturale Gesang nicht komplett zu kurz – falls jemand Angst bekommen haben sollte.

„Watershed“ ist Emotion pur und ein Tribut an jene vergangenen Tage, die – wie wir spätestens jetzt wissen – immer noch zeitlos sind. Wäre es wohl vermessen zu sagen, OPETH seien die LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE oder AMON DÜÜL 2 des modernen Metal? Drauf geschissen, jedenfalls bringt uns der 30. Mai 2008 ein weiteres Ausnahmealbum einer Ausnahmeband. Einziger Negativpunkt ist die Masse an Effekten, die die Band überhaupt nicht nötig hat. Klar, es trägt zur Stimmung bei, unterstützt die ohnehin schon perfekte Atmosphäre, allerdings ist weniger oft mehr. Natürlich trotz dieses halben Pünktchens ein absoluter Pflichtkauf für alle Freunde der Musik im generellen Sinn!

Trackliste:
01. Coil
02. Heir Apparent
03. The Lotus Eater
04. Burden
05. Porcelain Heart
06. Hessian Peel
07. Hex Omega
Spielzeit: 00:54:55

Line-Up:
Mikael Åkerfeldt – Gesang, Gitarre
Fredrik Åkesson – Gitarre
Martin Mendez – Bass
Martin Axenrot – Schlagzeug
Per Wiberg – Keyboard
Patrick Franken [Border]
23.05.2008 | 21:55
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