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Album:Heretic [EP]
Genre:Doom Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:14.09.12
CD kaufen:'Orchid - Heretic [EP]' bei amazon.de kaufen
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"Orchid Bloody Orchid"

San Francisco schickt sich an der Welt das nächste große Ding zu schenken: ORCHID, die letztes Jahr mit ihrem Debüt-Longplayer „Capricorn” nicht nur in Doomkreisen für feuchte Höschen gesorgt haben und vorzüglich in den vorherrschenden Retrowahn passen. Logische Konsequenz: Ein Branchenriese, in diesem Fall Nuclear Blast, hat sich die Band geangelt und wird sie groß machen. Auf dem Weg dahin gibt es mit dieser EP einen Vorgeschmack auf kommende Großtaten.

ORCHID klingen vor allem wie BLACK SABBATH zu ihren besten Zeiten [also wahlweise irgendwo zwischen 1970 und 1978 - demnach sind „Technical Ecstasy” und „Never Say Die!” tatsächlich eingerechnet!], scheuen sich aber auch nicht dafür PENTAGRAM und TROUBLE zu zitieren. Manchmal meint man gar dezente Classic Rock-Verwehungen zu entdecken. Mit anderen Worten: ORCHID sind dermaßen altbacken, dass sie damit momentan moderner nicht sein könnten. Die trockene, dumpfe, aber stets druckvolle Produktion macht den gelungenen Gesamteindruck komplett. Fronter Theo Mindell könnte auch Ozzy Liebling, bzw. Bobby Osbourne heißen und gibt den verdammt starken Songs noch das gewisse Etwas, so dass ORCHID völlig zurecht ihren Ruf als kommende Genregötter inne haben. „Heretic” bietet drei neue Songs, die allesamt zu überzeugen wissen: Der Opener und Titeltrack ist ein wüster, beschwingter Doomfeger mit Ohrwurmqualitäten, der das Schaffen von ORCHID wunderbar auf den Punkt bringt. „Falling Away” ist eine über sieben Minuten lange Doomballade, die natürlich [entfernt] an „Planet Caravan” von SABBATH erinnert, aber gerade zum Ende hin ein beeindruckendes Eigenleben entwickelt. Töfter Track! Das Highlight der EP ist allerdings das ebenfalls überlange „Saviours Of The Blind”, ein wunderbar arrangierter Doomer mit übergroßem Spannungsbogen, der gekonnt und wenig subtil die Gehörgänge angreift und dessen entfesselter Mittelteil kaum packender hätte ausfallen können.

Physisch gibt es diese EP lediglich in limitierten Auflagen beim Nuclear Blast-Mailorder (als CD im Mini-Vinyl-Digi und als 10” in diversen Vinylfarben), netterweise mit einem Bonustrack für Einsteiger versehen [„He Who Walks Alone” vom „Capricorn”-Album], während das Teil überall sonst nur digital als Drei-Tracker erhältlich ist. Egal, welche Version, aber haben muss man diese EP auf jeden Fall.

Trackliste:
01. Heretic
02. Falling Away
03. Saviours Of The Blind
04. He Who Walks Alone
Spielzeit: 00:26:34

Line-Up:
Theo Mindell - Vocals
Mark Thomas Baker - Guitar
Nickel - Bass
Carter Kennedy - Drums
Michael Siegl [nnnon]
10.09.2012 | 10:48
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