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"Zu viel des Guten"
Cover von Orden Ogan -- To The End
Band: Orden Ogan Homepage Orden Ogan bei Facebook Metalnews nach 'Orden Ogan' durchsuchenOrden Ogan
Album:To The End
Genre:Melodic Metal, Power Metal
Label:AFM Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:26.10.12
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"Eiskalt erwischt"

Das letzte Album von ORDEN OGAN „Easton Hope“ aus dem Jahre 2010 ließ mehr als nur erahnen, welches Potential in dieser Band schlummerte. Die Tatsache, dass der Kulthit „We Are Pirates“ als Begleitmusik für das RTL Spektakel Formel 1 herhalten durfte, kam dementsprechend nicht von ungefähr. Für Sebastian „Seeb“ Levermann und seiner Band galt es also nun, nachzulegen und mit dem dritten Album weitere Akzente zu setzen.

Und das gelingt in der Tat. Der Albumtitel „To The End“ ist also nicht auf die Band selbst zu beziehen, denn ORDEN OGAN sind noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil, sie stehen erst am Anfang. Denn einigen Besetzungswechseln zum Trotz wurde hier ein Album eingespielt, welches zum Besten zählt, was der melodische Power Metal seit gefühlten Ewigkeiten zu bieten hat. Nach „coolem“ Intro „The Frozen View“ deutet allerdings beim etwas sperrigen Opener „To The End“ eigentlich erst einmal nichts darauf hin. Diese Nummer, wie einige andere auch, müssen erst einmal sorgfältig im Kopf reifen, bis auch hier der Funke überspringt. Anders sieht es da bei „The Things We Believe In“ aus. Eine auf Anhieb greifende Hymne, die selbst ORDEN OGAN nicht alle Tage aus dem Hut zaubern. Zwischen den epischen, aber dennoch für diese Band ungewöhnlich harten Songs „Land Of The Dead“ und „Till The Stars Cry Out“ bettete man das furiose „The Ice Kings“ ein. Eine Bombast Ballade, die zu Beginn an „The Quest“ von FREEDOM CALL erinnert. Gerade bei dieser Nummer zeigt sich die deutlich auf höherem Level befindliche Gesangsleistung von Seeb, ohne die bisherigen Werke diesbezüglich in irgend einer Weise abwerten zu wollen. Bei „This World Of Ice“ tauchen dezent ungewöhnliche Metalcore Elemente auf, die ebenfalls dieses Album auf ganz eigene Art und Weise bereichern. Spätestens jetzt fällt dem Leser auf, dass ORDEN OGAN sich thematisch in kälteren Gefilden aufhalten, was man auch am erneut von Andreas Marschall gefertigtem Cover und dem Video zu „The Things We Believe In“ deutlich zu spüren bekommt. Auch „Dying Paradise“ drückt die Endzeitstimmung aus, die auf diesem Album stets präsent wirkt. Mit „Mystic Symphony“ und „Angels War“ haben es zwei Bandklassiker endlich auf ein Album geschafft, die aus dem Live Repertoire der Band nicht weg zu denken. Vor Allem letztgenannter Song gilt als persönliches Highlight auf „To The End“. Eine weitere Ballade „Take This Light“ beschließt dann ein Album, welches der Gruppe einen gewaltigen Schritt nach vorn ermöglichen sollte. Sicher sind hier und da immer noch Elemente von RUNNING WILD oder gerade auch von BLIND GUARDIAN zu entdecken, dennoch reden wir hier von einer Band, die sich systematisch ihren eigenen, individuellen Weg in Richtung nationale Spitze pflastert.

Denn „To The End“ ist allerhöchstes Niveau. Ein cool produziertes Werk, mitreißende Songs, Langweilfaktor tendiert gegen Null. Das Warten hat sich gelohnt, die Erwartungen dezent übertroffen. Die Entwicklung bei ORDEN OGAN gehen in eine positive Richtung, auch wenn der Titel des Albums, wie bereits erwähnt, Schlimmes vermuten lassen könnte. Bleibt nur zu hoffen, dass die aktuelle Besetzung etwas länger Bestand hat. Mit ihrem dritten Album sind ORDEN OGAN eine Bereicherung für die einheimische Heavy Metal Landschaft. Da müssen sich manch andere Bands warm anziehen, denn es weht ein eisiger Wind aus dem Sauerland herüber.

Trackliste:
01. The Frozen Few
02. To The End
03. The Things We Believe In
04. Land Of The Dead
05. The Ice Kings
06. Till The Stars Cry Out
07. This World Of Ice
08. Dying Paradise
09. Mystic Symphony
10. Angels War
11. Take This Light
Spielzeit: 00:54:44

Line-Up:
Gesang,Gitarre - Sebastian "Seeb" Levermann
Lead-Gitarre - Tobias "Tobi" Kersting
Bass - Niels Löffler
Schlagzeug - Dirk Meyer-Berhorn

Frank Wilkens [Fränky]
19.10.2012 | 15:56
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