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Reviews von Orphaned Land
CD Review: Orphaned Land - The Never Ending Way Of ORwarriOR

Orphaned Land
The Never Ending Way Of ORwarriOR


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Cover von Orphaned Land -- All Is One
Band: Orphaned Land Homepage Orphaned Land bei Facebook Metalnews nach 'Orphaned Land' durchsuchenOrphaned Land
Album:All Is One
Genre:Folk Metal, Melodic Death Metal, Prog-Metal
Label:Century Media
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:21.06.13
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"Appell an den gesunden Menschenverstand"

Drei Jahre lang haben uns die israelischen Oriental Metaller ORPHANED LAND auf ein neues Studioalbum warten lassen – auch wenn diese Zeit mithilfe der DVD „The Road To Or-Shalem“ deutlich verkürzt wurde. Nun liegt das programmatisch und denkbar einfach betitelte „All Is One“ vor.

Worauf ORPHANED LAND noch einmal an ihrem Stil gefeilt und getüftelt haben, ohne dabei jedoch grundsätzlich von ihrem Pfad abzuweichen. Aber warum sollten sie das auch, zumal gerade bei „Mabool“, aber auch beim Vorgänger „The Never Ending Way Of ORWarrioR“ die Rechnung prima aufging und sehr abwechslungsreiche Kost geboten wurde. Auf „All Is One“ lassen sich die klaren Aussagen dann auch in musikalischer Hinsicht feststellen: So agiert das Quintett diesmal deutlich direkter und bringt alles schneller und vor allem präziser auf den Punkt [„The Simple Man“], während sowohl die Growl-Vocals massiv reduziert wurden – die einzige Ausnahme ist das grandiose „Fail“ – als auch die härteren Passagen weniger stark zum Zuge kommen. Dafür setzen ORPHANED LAND deutlich mehr auf episches Songwriting und Bombast, wie sich auch an der Anzahl der insgesamt 40 [!] Gastmusiker [Instrumentalisten, Chor, Gastsänger etc.] erkennen lässt, die für das i-Tüpfelchen auf „All Is One“ sorgen und gerade bei solchen Stücken wie „Brother“, „Shama'im“ oder „Freedom“ Akzente zu setzen vermögen. Und vor allem die ruhigeren Passagen scheinen sehr gut zur eindringlichen Botschaft der Band zu passen, die es nicht müde wird, möglichst ohne erhobenen Zeigefinger an die Völkerverständigung zu appellieren: Wir begreifen immer noch nicht, dass wir all gleich sind und im selben Boot sitzen, während Religion – durch das Artwork verkörpert und dadurch unterstrichen, dass in drei Ländern mit jeweils drei unterschiedlichen Religionen aufgenommen wurde – nebensächlich ist. Dabei wäre musikalisch in der zweiten Hälfte etwas mehr Biss nicht verkehrt gewesen, wobei die Gitarrenfraktion – allen voran wieder Yossi Sassi mit einigen großartigen Soli – wieder einiges zu bieten hat. Doch hier kommt das bereits erwähnte „Fail“ zum Zuge, denn dieses Lied dürfte eine wahre Freude für alle „alten“ Fans sein, da ORPHANED LAND hierauf ganz deutlich den Blick zurück wagen, härter und aggressiver sind und meiner Meinung nach mit diesem „Retro-Ansatz“ ironischerweise das packendste sowie eindrücklichste Stück des Albums geschrieben haben.

Fazit: Wer mit den Vorgängern etwas anfangen konnte, wird auch an „All Is One“ absolut nicht vorbeikommen, zumal alle Markenzeichen der Band sehr gut vertreten sind. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass ORPHANED LAND anno 2013 etwas ruhiger, direkter und mit deutlich mehr Bombast – der sich ganz selten haarscharf an der Grenze zum übertriebenen Pathos bewegt – agieren und mittlerweile fast alle Death/Doom-Anteile aus der Musik verschwunden sind [was man der Band kaum ankreiden kann]. Insgesamt ist „All Is One“ dann der schöne Beweis dafür, dass ORPHANED LAND auch auf ihrem fünften Studioalbum nicht auf der Stelle treten, sondern kontinuierlich an ihrem Stil arbeiten und wiederum ein sehr gutes [Progressive] Oriental-Metal-Album abgeliefert haben, auch wenn das Grundrezept inzwischen hinlänglich bekannt ist und man nun ein wenig Gefahr laufen könnte, zu durchschaubar/berechenbar zu werden. Aber wie ich ORPHANED LAND kenne, werden sie sicher in Zukunft noch die eine oder andere Überraschung parat haben! Tolles Album, das mit der Zeit viele weitere Details offenbart!

Trackliste:
01. All Is One
02. The Simple Man
03. Brother
04. Let The Truce Be Known
05. Through Fire And Water
06. Fail
07. Freedom
08. Shama'im
09. Ya Benaye
10. Our Own Messiah
11. Children
Spielzeit: 00:54:21

Line-Up:
Kobi Farhi – Vocals, Chants, Narration, Vocals [backing], Vocals [choirs]
Yossi Sassi – Guitars [lead & acoustic], Oud, Saz, Chumbush, Bouzouki, Piano, Vocals [backing]
Chen Balbus – Guitars [rhythm], Bouzouki, Piano, Xylophone, Vocals [backing]
Uri Zelcha – Bass
Matan Shmuely – Drums, Percussion
Alexander Eitner [soulsatzero]
22.06.2013 | 12:26
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