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Band:  Metalnews nach 'Pain Of Salvation' durchsuchenPain Of Salvation
Album:In The Passing Light Of Day
Genre:Prog Rock, Prog-Metal
Label:InsideOut
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:13.01.17
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"Arbeitstitel: Remedy Lane 2"

Das letzte PAIN OF SALVATION-Album "Road Salt Two" ist schon wieder ganze sechs Jahre alt. In der Zwischenzeit gab es Besetzungswechsel, die die Band fast auseinander fallen ließen, den "Remedy Lane"-Remix, das Akustik-Album "Falling Home", aber vor allem wurde der PAIN OF SALVATION- Kosmos durch die schwere Erkrankung Daniel Gildenlöws durcheinenandergewirbelt, in deren Verlauf der Kopf der Band fast gestorben ist. Kein Wunder also, dass das neue Konzeptalbum [bisher waren noch alle POS-Alben Konzeptalben] sich mit dieser dringlichen und schwierigen Phase seines Lebens beschäftigt.

Die beiden "Road Salt"-Alben waren sehr Hardrock- und Blues-lastig. Wenn der ein oder andere Fan vielleicht befürchtet hat, die Schweden würden weiter diesen Weg gehen, dann kann ich Entwarnung geben.
"In The Passing Light Of Day" ist ziemlich heavy geworden, etwas roh, aber sehr fett durchproduziert, komplex, abwechslungsreich und eingängig zugleich. Jedes einzelne Lied dieser 70 minütigen Reise ist mit songwriterischer Ober- oder Weltklasse komponiert worden, instrumentell phantastisch dargeboten und wie gesagt soundtechnisch mehr als nur einwandfrei aufgenommen. Zum Teil gehen POS ein klein wenig den Weg zurück zum Prog, wie er bereits auf dem Debütalbum "Entropia" gezeigt wurde. Dies liegt vor allem am höheren Härtegrad und den oft im Vordergrund stehenden akzentuierten Gitarrenriffs, sowie den teilweise polyrhythmischen Strukturen. Auf der anderen Seite stehen wieder viele baladeske Momente, ein klein wenig an "Remedy Lane" erinnernd, bei denen neben Gildenlöws Gesang, oft irgendwo eine Akustikgitarre einsam im luftleeren Raum vor sich hin hallt.
Ähnlich wie teilweise EVERGREY, verstehen es POS hervorragend, einzelne Details nach vorne zu stellen und diese zu einem wichtigen und expliziten Protagonisten des Songs zu machen. Dies gibt den Achterbahnfahrten einige Widerhaken und damit Wiedererkennungswert. Bei "Meaningless" ist es das phantastische Keyboard-Intro, bei "Full Throttle Tribe" das Krankenhausgepiepse, mal ist es das Zählen von 1 bis 11 in "Reasons" und mal eine Mundharmonika ("If This Is The End"). Gildenlöws Gesang ist pathetisch, episch und melancholisch wie eh und je, hin und wieder wird stakkatoartiger Sprechgesang wie auf "Scarsick" eingebaut, aber wirklich nur pointiert. Das 15 minütige "In This Passing Light Of Day" ist das Opus Magnum des Albums. Erinnert ihr euch nach an "Road Salt" von "Road Salt One"? So beginnt es, unglaublich traurig, mit diesem zerbrechlichen Gesang versehen. Zwischendurch bäumt sich der Song wahnsinnig auf und Gildenlöw schreit: "None of that can touch me now" .

Viel Platz für die tolle lyrische Qualität der Platte hatte ich hier nicht mehr übrig. Neben der textlichen Seite, beeindrucket bei PAIN OF SALVATION wieder einmal die musikalische Seite auf ganzer Line. Auch alte POS-und "Remedy Lane"-Fans, die den neuen Weg nicht mitgegehen wollten, können hier mal ein Ohr riskieren [Gildenlöws Arbeitstitel war tatsächlich Remedy Lane 2]. Für alle anderen Fans der Band, oder Freunde der anspruchsvollen und melancholischen Rockmusik: Kaufen!

Trackliste:
1. On a Tuesday (10:22)
2. Tongue of God (04:53)
3. Meaningless (04:47)
4. Silent Gold (03:23)
5. Full Throttle Tribe (09:05)
6. Reasons (04:45)
7. Angels of Broken Things (06:24)
8. The Taming of a Beast (06:33)
9. If This Is the End (06:03)
10. The Passing Light of Day (15:31)
Spielzeit: 01:11:46

Line-Up:
Daniel Gildenlöw – vocals, guitars, lute, additional keyboards, additional bass, additional drums and percussion, accordion, zither
Ragnar Zolberg – guitars, vocals, additional keyboards, samplers, accordion, zither
Daniel D2 Karlsson – grand piano, upright, keyboards, backing vocals
Gustaf Hielm – bass, backing vocals
Léo Margarit – drums, percussion, backing vocals
Phillip Hildebrandt [Armand]
17.01.2017 | 17:24
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