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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Pallas -- The Dreams Of Men
Band: Pallas Homepage  Metalnews nach 'Pallas' durchsuchenPallas
Album:The Dreams Of Men
Genre:Progressive, Rock
Label:InsideOut
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:21.10.05
CD kaufen:'Pallas - The Dreams Of Men' bei amazon.de kaufen
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"Neo-Prog für Fans erster Stunde"

Nach 3:14 min Intro mit sehr sehr viel Synthie- und etwas Gitarren- und Geigeneinsatz beginnt endlich der eigentliche Teil des ersten Tracks „Bringer Of Dreams“. Worum handelt es sich bei PALLAS wohl? Richtig – Progressiven Rock. Die bereits seit 1981 bestehende schottische Band präsentiert mit „The Dreams Of Men“ ihr (erst) sechstes Studioalbum und schafft darauf den Spagat zwischen dem beginnenden Neo-Prog der frühen 80er und modernen Elementen des Hard Rock, Folk und sogar Pop.

Wie spannend das Ergebnis geworden ist, welches sich über gewaltige 73 Minuten dahinzieht, liegt dabei wohl im Auge des jeweiligen Betrachters. Fakt eins: vordergründiger Dreh- und Angelpunkt eines jeden Tracks ist der dominante und teils übelst nervig quiekende Synthesizer. Muss man mögen.
Fakt zwei: fast alle Lieder, insbesondere die Überlängen wie die epischen elf-Minuten-Marathons „Too Close To The Sun“, „Invincible” und “The Last Angel”, bestehen aus vielen einzelnen sehr guten Ideen und Arrangements, klingen aber in der Aneinanderreihung bisweilen wie wild zusammengeworfen (flotte Passage trifft auf langsame Passage, energiegeladen-bombastischer Sound trifft auf emotionalen Voice-only-Part, mal hier plötzlich ein Klaviersolo eingestreut, mal da ein ewig langes Synthie-Zwischenspiel, mal dort ein Teil mit reinen Samples etc.) und wirken damit schwer nachvollziehbar, wenn natürlich auch durch die Lyrics – handelt es sich bei „The Dreams Of Men“ doch um ein Konzeptalbum über die Träume der Menschen, wie Liebe, Macht, Reichtum, Heldentum und dergleichen - ein roter Faden geschaffen wurde, der in die Songstrukturen nur leider zu selten übertragen wurde.
Fakt drei: Epik und Pathos werden bei PALLAS nicht nur großgeschrieben, sie werden zelebriert. So knallt man in „Ghost Dancers“ Indianer mit dem Schlagzeug nieder oder lässt in „The Last Angel“ den Engel – natürlich Sopranistin – gleich höchstpersönlich die hohen hoffnungsvollen Töne auspacken. Das komplette Album schreitet dabei passend zur Pathetik bis auf die Ausnahme „Warriors“ und gelegentliche Zwischenteile sehr bedächtig und gemächlich dahin, und offenbart so bei einfach gestrickten Musikhörern wie mir erhöhte Fußeinschlafgefahr durch extremes Dauer-Seelestreicheln. Fans alter MARILLION sollten jedoch ihre Freude daran haben, wenn sie denn damit klarkommen, dass Alan Reed nur ganz selten den stillen Progrock-Sprecher gibt, sondern überwiegend im Stile eines STEVE THORNE dem glasklaren Gesang fröhnt.

Warum die Band in nunmehr fast 25 Jahren erst ihr sechstes Album veröffentlicht, erklärte Bassist Graeme Murray mit dem eigenen Qualitätsanspruch in Sachen „Klasse statt Masse“. Klasse haben die fünf Schotten technisch allemal (man achte nur mal auf das PINK FLOYDige Gitarrensolo in „Too Close To The Sun“) - doch krankt ihr Songwriting vielleicht an der Tatsache, dass etwas weniger manchmal eben auch mehr sein kann, damit man sich bei den künstlich erzeugten Längen nicht in der Langeweile verrennt.

Trackliste:
01. Bringer Of Dreams (9:49 min)
02. Warriors (7:14 min)
03. Ghost Dancers (7:31 min)
04. Too Close To The Sun (11:34 min)
05. Messiah (4:57 min)
06. Northern Star (4:00 min)
07. Mr. Wolfe (5:48 min)
08. Invincible (10:45 min)
09. The Last Angel (11:28 min)


Nadja Lemke [Sherry]
15.12.2005 | 17:37
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