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Album:Sorrow And Extinction
Genre:Doom Metal
Label:Profound Lore Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:18.05.12
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"Werdet geplättet!"

Wann hatten wir zuletzt einen derart heftigen Aufprall im Brachland des "klassischen" Doom Metal, in dem Trauerweiden-Gesang sowie tonnenschwere Gitarren-Nebelwände das A und O einer jeden Ernst zu nehmenden Truppe sind? Jedenfalls muss das letzte Großereignis schon einige Zeit zurückliegen; schließlich nahmen die Wellen, welche von diesem Album seit dessen US-Veröffentlichung ausgingen, bedrohliche Ausmaße an und stürmen nun europäische Küsten. Angesichts des gebotenen Inhalts bleibt einem auch nichts Anderes als die bedingunglose Aufgabe, verbunden mit hingebungsvollem Niederknien vor dem Heimaltar.

Die alteingesessenen Subgenre-Ikonen von "der Insel" geben sich ein - durch vier bodenständig agierende Männer kanalisiertes - Stelldichein, das keinen Deut abgerundeter hätte ausfallen können. Wobei "ausfallen" wiederum nach bloßem Zufall klingt, was bei einem derart intensiv voranschreitenden Potpourri wie ein blanker Affront wirkt. "Sorrow And Extinction" schafft nämlich über knapp 50 Minuten lang den Sprung von der bloß technischen Fehlerlosigkeit hin zu einem majestätisch-ewigen Schwebezustand, dem Anhänger von "Turn Loose The Swans" oder "Watching From A Distance" immer wieder verfallen. Genau dieser Götterfunke - manchmal offensichtlicher durch erleuchtende Hintergrund-Keys wie bei "Given To The Grave" - ist es auch, der in verschiedenster Form für gleichbleibend dicke Gänsehaut sorgt. Allein der verhallte, ins Dunkel hineinwandernde Gesang von Frontmann Brett Campbell dürfte viele anfängliche Skeptiker auf ihre Seite ziehen.

Und die Songs erst! Hilfe! Einer geiler als der Andere! Wo fange ich da in drei Teufels Namen denn an? Alle walzen sie mit einem Druck, der schlicht plättet und den Hörer mit jedem weiteren Durchlauf noch gleichmäßiger über den Boden verteilt... Egal, wo Ihr anfängt, Hauptsache, es passiert!

"Sorrow And Extinction" macht einfach einen richtigen Eindruck, da es scheinbar das Ergebnis eines langen Filterungsprozesses ist - ein großer Haufen Ideen wurde immer wieder destilliert, alles eliminiert, das auch nur im Entferntesten nach Füllmaterial klang, bis am Ende nur der reine Geist übrig war. Weiteres könnt ihr beim Hören auf eigene Faust entdecken. Und damit ich selbst endlich dazu komme, das Album ohne Gedanken an eine unfertige Besprechung zu genießen, schließe ich mit der eindringenden Empfehlung, diesen Upstartern mindestens zwei Ohren zu leihen. Ich bezweifle, dass Ihr es bereuen werdet.

Trackliste:
01 - Foreigner
02 - Devoid Of Redemption
03 - The Legend
04 - An Offering Of Grief
05 - Given To The Grave
Spielzeit: 00:48:50

Line-Up:
Brett Campbell - Gesang, Gitarren
Devin Holt - Gitarren
Joseph Rowland - Bass
Chuck Schaaf - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
03.06.2012 | 21:57
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