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Cover von Papa Roach -- F.E.A.R.
Band: Papa Roach Homepage  Metalnews nach 'Papa Roach' durchsuchenPapa Roach
Album:F.E.A.R.
Genre:Alternative, Hard Rock
Label:Eleven Seven Music
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:23.01.15
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"Ohrwürmer?"

Wer sich schon einmal mit einer Kakerlake angelegt hat, weiß, was für unglaublich garstige, wendige und resistente Viecher das sind. Schlicht unkaputtbar. Insofern haben sich PAPA ROACH genau den richtigen Bandnamen ausgesucht. Die Kalifornier sind immer noch populär, obwohl „ihre“ Szene seit Jahren nicht mehr existent ist, und sind trotz des One-Hit-Wonder-Stigmas nicht komplett in der Versenkung verschwunden. Natürlich müssen auch PAPA ROACH, wie inzwischen fast alle Bands und Musiker, die rund um die Jahrtausendwende groß geworden sind, sehr viel kleinere Brötchen backen, aber die Jungs scheinen, vor allem Live, schlichtweg Spaß an der Sache zu haben. Umso besser.

Nachdem PAPA ROACH im Laufe der Jahre und mit Alben wie „The Paramour Sessions“ [2006] und vor allem „Metamorphosis“ [2009] die letzten Nu Metal-Reste gegen modernen, organischen Hard Rock eingetauscht hatten, kam mit „The Connection“ [2012] zum einen der leichte Schritt zurück zu den Wurzeln [Stichworte: Riffen und Rappen] und zum anderen der größere Schritt in neue Gefilde durch die Inkorporation elektronischer Elemente in Form von Beeps, Klonks und Synth-Teppichen. Was „The Connection“ so gut machte, war aber natürlich die Tatsache, dass PAPA ROACH die Ohrwurm-Dichte der Vorgänger beibehalten, wenn nicht sogar erhöhen konnten. Und das ist genau der Punkt, an dem der neue Dreher „F.E.A.R.“ deutlich schwächelt. Stilistisch knüpfen PAPA ROACH einwandfrei an „The Connection“ an, wenn auch die Elektronik wieder etwas dezenter eingesetzt wird, aber der Funke will dieses Mal nicht überspringen. Der Opener und Titeltrack „Face Everything And Rise“ wäre gerne großer, energischer Stadion-Rock und klingt deswegen furchtbar konstruiert und bemüht, „Love Me Till It Hurts“ und „Never Have To Say Goodbye“ triefen vor billigem Kitsch [nicht, dass das bei PAPA ROACH nicht öfter vorkommen würde, aber hier fehlt der Charme, der das Ganze sonst so verzeihbar macht], „War Over Me“ mutet wie eine THIRTY SECONDS TO MARS-B-Seite an und über das Rap-/Pseudo-Psycho-Spielchen „Gravity“ [mit Gastauftritt von IN THIS MOMENT-Fronterin Maria Brink] legt man lieber komplett das Mäntelchen des Schweigens. Sehr merkwürdig zudem, dass die beiden energischsten Stücke des Albums lediglich als Bonutracks gelistet werden [und sich somit wahrscheinlich nur auf der Erstauflage befinden werden], obwohl die Scheibe selbst mit ihnen auf lediglich 42 Minuten Spielzeit kommt. „Hope For The Hopeless“ und „Fear Hate Love“ sind zwar auch keine großen Highlights, brechen aber immerhin aus dem repetitiven Mid-Tempo-Muster aus, das die vorherigen Songs konstruiert haben und wären somit im Fluss des Albums deutlich besser aufgehoben.

Keine Ahnung, welchen atmosphärischen Störungen PAPA ROACH während des Entstehungsprozesses von „F.E.A.R.“ ausgesetzt waren, aber irgendwie stimmt dieses Mal einiges vorne und hinten nicht. Der Ohrwurm-Baukasten scheint dem Quartett hier abhanden gekommen zu sein. Schade!

Trackliste:
01. Face Everything And Rise
02. Skeletons
03. Broken As Me
04. Falling Apart
05. Love Me Till It Hurts
06. Never Have To Say Goodbye
07. Gravity
08. War Over Me
09. Devil
10. Warriors
11. Hope For The Hopeless [Bonustrack]
12. Fear Hate Love [Bonustrack]
Spielzeit: 00:42:11

Line-Up:
Jacoby Shaddix – Vocals
Jerry Horton – Guitar
Tobin Esperance – Bass
Tony Palermo – Drums
Michael Siegl [nnnon]
24.01.2015 | 16:17
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