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Interviews mit Paradise Lost
Reviews von Paradise Lost
Paradise Lost
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"Guter Querschnitt"
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"Rückblick nach vorne" | ||||||||||||||||||
| Nachdem die englischen Gothic-Metal-Pioniere PARADISE LOST bereits auf „Faith Divides Us – Death Unites“ [2009] spürbar eine Rückbesinnung an den Tag legten, setzt das Quintett auf „Tragic Idol“ diesen Ansatz nun noch konsequenter fort. So fällt vor allem sofort auf, dass PARADISE LOST anno 2012 jeglichen überflüssigen Ballast in ihrem Sound über Bord geworfen haben und nur noch sehr selten zusätzliche Instrumente oder Chorpassagen eingeflochten werden – als Ausnahme mag der Opener „Solitary One“ gelten. Davon mal abgesehen, legt die englisch-schwedische Truppe jedoch ihr Hauptaugenmerk auf direktes Riffing und eingängige Songstrukturen ohne viel Schnickschnack, die gelegentlich an klassischen Heavy Metal erinnern [„In This We Dwell“, „To The Darkness“]. Somit wirken sämtliche Songs auf den Punkt gespielt und somit sehr kurzweilig, während so manche Passage auf „Tragic Idol“ von der Grundstimmung und den Riffs her an die [unerreichbaren] Götterwerke „Icon“ sowie „Draconian Times“, ja, gelegentlich sogar an das nicht weniger starke „Shades Of God“ erinnern. Jetzt mag die Band selbst von dem Ausdruck „zurück zu den Wurzeln“ nicht sonderlich angetan sein [siehe Interview], jedoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass PARADISE LOST auf „Tragic Idol“ einerseits sehr modern und irgendwie „aufgeräumt“ klingen, aber andererseits ein deutlich spürbarer Retro-Faktor nicht von der Hand zu weisen ist. So zum Beispiel im wunderbaren „Crucify“ oder auch dem ebenfalls überragenden „Honesty In Death“, bei denen das Gitarrenduo Mackintosh/Aedy einmal mehr die Band-typische Arbeitsteilung von Solo- und Rhythmusgitarren perfektioniert – wie überhaupt die unverkennbaren Soli von Mackintosh wieder einmal erste Sahne sind und mehr als nur einmal unter die Haut gehen. Hinzu kommt ein schön röhrender und irgendwie aggressiver und bissiger wirkender Nick Holmes, während die gesamte Produktion schön trocken, erdig und wuchtig geworden ist, was sehr gut zu den Songs passt. Da stört es auch nicht weiter, dass PARADISE LOST auf „Tragic Idol“ nicht dauerhaft das sehr hohe Qualitätslevel halten können, denn im letzten Drittel gibt es vor allem mit dem etwas vor sich hinplätschernden „Worth Fighting For“ eine Nummer mit schwächeren, vorhersehbaren Parts. Und dass das Quintett auf seinem inzwischen 13. Album jetzt natürlich nicht – à la „Host“ oder „One Second“ damals – seinen Sound komplett umkrempelt und die Grundformel somit leicht nachvollziehbar ist, dürfte logisch sein, wobei es eben auch Ausnahmen wie den überraschenden Doom-Part in „To The Darkness“ gibt. Außerdem kommt mit „The Glorious End“ dann eines der besten, weil ebenfalls ein bisschen mehr über den Tellerrand blickenden Stücke ganz am Schluss, das einen noch mal im Nacken packt, wenn man schon fast gar nicht mehr damit gerechnet hat. Großes Kino! PARADISE LOST liefern mit „Tragic Idol“ ein nahezu durchgehend hochwertiges und überragendes Album ab, sodass manchem Freund der „alten Tage“ richtig warm ums Herz werden dürfte, da nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Gothic Metaller hiermit natürlich offene Türen eintreten [und sich dessen auch bewusst sein dürften]. Gleichzeitig begeht die Band aber nicht den Fehler, lediglich stumpf die Rückbesinnungsschiene zu fahren, sondern blickt gleichermaßen nach vorne und hat am eigenen Sound gefeilt bzw. diesen hörbar verschlankt. Kurzum: Ein wirklich tolles Album, das im direkten Vergleich mit „Faith Divides Us – Death Unites Us“ sogar eine Spur besser abschneidet. | ||||||||||||||||||
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