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Cover von Paradox -- Tales Of The Weird
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Album:Tales Of The Weird
Genre:Heavy Metal, Power Metal, Thrash Metal
Label:AFM Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:14.12.12
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"Wie wütende Blind Guardian"

Die fränkischen Thrash Metaller PARADOX hatten es in der Vergangenheit nicht gerade leicht: Nach einem grundsoliden Album mit Namen „Riot Squad“ folgten keine Welttournee sondern diverse Umbesetzungen, die u.a. den Ein- und Wiederausstieg von Ausnahme-Drummer Alex Holzwarth sowie dessen Bruder Oliver involvierten. Mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt, allerdings ist neben Frontmann Charly Steinhauer nur noch Bassist Olly Keller vom letzten Line-Up übrig. Wie ihr neues Album „Tales Of The Weird“ zeigt, ist das allerdings gar nicht schlimm.

Der Titeltrack eröffnet dabei mit einem ausladenden Bombast-Intro, das auch jeder Power Metal-Platte gut zu Gesicht stehen würde und ganz so abwegig ist dieser Vergleich auch nicht: Zwar werden die sphärischen Cleangitarren sogleich von brachialstem Riffing inklusive typischem Thrash Metal-Drumming abgelöst, allerdings ruft der Gesang von Fronter Charly Steinhauer sofort Erinnerungen an frühe BLIND GUARDIAN wach, was bestens zum hymnischen Refrain der Nummer passt und auch die singenden Leadgitarren tragen stark zu diesem Eindruck bei. Die BLIND GUARDIAN-Schlagseite kann die Truppe auch werden im folgenden „Day Of Judgement“ noch im weiteren Verlauf der Platte so richtig abschütteln, was jedoch ganz und gar nicht stört, denn da Kürsch und Co. inzwischen sowieso ganz anders klingen, ist es nicht verkehrt, wenn jemand a die Speed Metal-Tage der Truppe erinnert. Außerdem zeichnen sich PARADOX auf ihrem neuen Album durch äußerst gelungenes Riffing du eine schön ausgewogene Mischung aus brachialer Härte und melodiöser Eingängigkeit aus, was „Tales Of The Weird“ zu einem durchweg gelungenen Metal-Album irgendwo zwischen Thrash- und Power Metal macht – gute Beispiele für den Erfolg dieser stilistischen Gradwanderung finden sich in Nummern wie „Brutalized“, „Escalation“ und „Slashdead“. Dabei tun der Truppe die erwähnten Umbesetzungen offenbar durchweg gut, denn nicht nur macht HATRED-Überläufer Daniel Buld hinter der Schießbude eine ziemlich gute Figur, sondern auch der neu verpflichtete Saitenhexer Christian Münzner brennt ein solistisches Feuerwerk der Superlative ab – kein Wunder, frickelt der Mann doch aktuell auch bei Formationen wie OBSCURA und SPAWN OF POSSESSION und durfte auch schon bei MAJESTY und NECROPHAGIST mitmischen. Ebenfalls kaum überraschend also, dass sich PARADOX für ihre Songs etwas mehr Zeit nehmen – Songlängen jenseits der sechs Minuten sind keine Seltenheit – und der besagte Flitzefinger hier wie im abschließenden RAINBOW-Cover „A Light In The Black“ nach Herzenslust und schwer beeindrucken in die Saiten greifen darf.

„Tales Of The Weird“ ist ein durch die Bank gelungenes Heavy Metal-Album auf technisch höchstem Niveau geworden, welches deutlich macht, dass PARADOX ihre Phase der Ungewissheit hinter sich gelassen und zu alter Form zurück gefunden haben. Dabei haben sich die Franken mit ihren Neuzugängen ganz offensichtlich genau die richtigen Leute für den Job geholt, denn ihr neues Album zeigt die fränkischen Dreschflegel so stark wie lange nicht mehr und lässt das 2009 erschienene „Riot Squad“ um Längen hinter sich – obendrein fällt die Platte so abwechslungsreich aus, dass nicht nur Thrash-Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Trackliste:
01. Tales Of The Weird
02. Day Of Judgement
03. Brutalized
04. Fragile Alliance
05. Escalation
06. Brainwashed
07. Slashdead
08. Zeitgeist
09. The Downward Spiral
10. A Light In The Black [RAINBOW-Cover]
Spielzeit: 00:56:00

Line-Up:
Charly Steinhauer - Vocals, Guitar
Christian Münzner - Guitar
Olly Keller - Bass
Daniel “Evil Ewald” Buld - Drum
Thomas Meyns [Metalviech]
12.12.2012 | 18:43
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