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Cover von Patterson, Dayal -- Black Metal: Evolution Of The Cult [Buch]
Band: Patterson, Dayal Homepage Patterson, Dayal bei Facebook Metalnews nach 'Patterson, Dayal' durchsuchenPatterson, Dayal
Album:Black Metal: Evolution Of The Cult [Buch]
Genre:Black Metal
Label:Feral House
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:16.01.14
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"Dem Black Metal auf der Spur"

Black Metal ist für viele Anhänger härterer Musik mehr als nur eine Tonkunst. Für wenige ist es ein authentischer Ausdruck einer okkulten und elitären Lebensform, die nahezu frenetisch bejaht wird. Für die meisten ist Black Metal aber abgesehen von der Musik zusätzlich interessant, weil es rund um die Musiker dieses Genres immer wieder heftige Kontroversen gibt [diese reichen von Verbrechen bis hin zum Ausdruck fragwürdiger Ideologien und Meinungen]. Es ist aufgrund dieses vielfältigen Interesses am Schwarzmetall nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren vermehrt der Versuch aufgekommen ist, das Genre sowohl wissenschaftlich als auch journalistisch zu erforschen. Es gibt zum einen zig Dokumentationen über Bands und auch allgemein über das Genre, zum anderen aber auch Dutzende wissenschaftliche Abhandlungen, die versuchen, das Phänomen „Black Metal“ soziologisch oder auch philosophisch zu erklären. Anfang dieses Jahres ist ein knapp 500 Seiten langes Werk namens „Black Metal: Evolution Of The Cult“ erschienen, welches von einer metallischen Perspektive aus versucht, den Fans dieser Musik verschiedene Bands, Stile und Geschehnisse näher zu bringen. Beim Autor handelt es sich um Dayal Patterson, einen Journalisten und Fotografen, der für Magazine wie Metal Hammer und Terrorizer arbeitet – es ist also jemand aus dem inneren Kreis der Metalszene.

Patterson entscheidet sich in seinem Werk – abgesehen von einer kurzen allgemeinen Einleitung und einigen zusammenfassenden Kapiteln – dafür, die Geschichte des Black Metal mithilfe einzelner Bands zu erzählen. Das heißt, dass pro Kapitel in der Regel eine Band betrachtet wird; lediglich in manchen Fällen werden auch gewisse Truppen unter einem Überbegriff zusammengefasst, so z.B. DISSECTION und WATAIN oder die Bewegung französischer Underground-Bands namens „Les Légions Noires“. Spannend ist, dass Patterson dabei auch Bands in den Vordergrund stellt, die im Normalfall weniger im Rampenlicht stehen – ABORYM, BLASPHEMY, GEHENNA, TRELLDOM und VON seien hier nur als Beispiele genannt. Leider fokussiert er sich trotzdem auf norwegische Bands, und die angeblich essenziellen Ereignisse in Norwegen werden auch in diesem Buch wieder einmal sehr ausführlich dargestellt, wobei dies hauptsächlich anhand der Band MAYHEM [und natürlich auch BURZUM] geschieht. So kommt es dazu, dass MAYHEM im weitesten Sinne vier Kapitel bekommen, während die gesamte griechische Black Metal Szene in einem einzigen Kapitel abgehandelt wird. Dieses konzentriert sich zudem noch hauptsächlich auf ROTTING CHRIST. Patterson folgt hier also dem klassischen Verständnis, dass vor allem norwegische Bands sowohl für den Sound und die Ästhetik als auch für die Verbreitung des Schwarzmetalls entscheidend waren. Auch wenn in dieser Annahme sicher viel Wahrheit steckt, stellt sich die Frage, ob es nicht langsam an der Zeit wäre, sich stärker auf Länder/Kontinente wie Griechenland, Finnland, Südamerika, Kanada oder auch Russland zu konzentrieren. Unabhängig von dieser Grundsatzfrage merkt man den einzelnen Kapiteln von „Black Metal: Evolution Of The Cult“ an, mit wie viel Liebe und Können der Autor hier zu Werke geht. Selbst Kenner von Bands wie EMPEROR oder GORGOROTH [das Interview mit Infernus muss grundsätzlich hervorgehoben werden!] finden in den einzelnen Kapiteln noch Anekdoten und Infos, die ihnen vorher wohl nicht bekannt waren. Dass dabei manche Kapitel stärker und manche schwächer ausgefallen sind, versteht sich von selbst, trübt aber den Gesamteindruck nicht. Lobend muss zusätzlich erwähnt werden, dass Patterson auch über die „klassische“ Zeit des Black Metal hinausgeht und einen Ausblick auf zukünftige Ausprägungen dieser Musik liefert beziehungsweise liefern will. So haben auch Bands wie LIFELOVER oder die ganzen Post-Black Metal Bands zumindest einen kleinen Platz im Buch erhalten. Eine Sache jedoch, die gerade in Deutschland für Furore sorgen wird beziehungsweise schon sorgt, ist, dass Patterson sehr beschreibend an die Bands und die Aussagen der Musiker herangeht und selten irgendwelche Meinungen bewertet. So kommen in diesem Buch auch einzelne Musiker und Bands dazu, ihre politische und ideologische Meinung zu vertreten, und dem Phänomen des NSBM wird sogar ein ganzes Kapitel gewidmet. Es ist zwar absolut verständlich, dass diverse Truppen für die Geschichte des Black Metal wichtig sind und insofern auch beachtet werden müssen, aber gerade Pattersons Zugang zu diesen Musikern ist eindeutig vom angelsächsischen Raum geprägt. Ein deutschsprachiger Autor wäre an solche Bands und an diverse Aussagen anders und mit mehr Fingerspitzengefühl herangegangen.

Pattersons große Stärke ist weniger der innovative Zugang als sein extrem flüssiger und angenehmer Schreibstil [sofern man des Englischen mächtig ist]. Auch findet er eine gute Balance zwischen Infos, Beschreibungen der Musik und lustigen Anekdoten. Das alles führt dazu, dass man die 500 Seiten schneller gelesen hat, als man denkt. Das Ganze wird von zahlreichen Fotos – auch in Farbe – abgerundet. Wer sich mit dem Werk „Lords Of Chaos“ nicht anfreunden konnte, weil es sich im Wesentlichen auf Verbrechen und esoterisch-philosophische Analysen konzentriert hat, der findet bei Patterson nun endlich ein dichtes Buch über Black Metal, welches sich auf die Bands, die Musik und die Metalszene fokussiert. Anders gesagt: Man merkt dem Buch deutlich an, dass es ein Metal-Journalist geschrieben hat. Patterson will das Buch in Zukunft scheinbar durch mehrere Artikel, die sich mit verschiedensten Black Metal Szenen und Ländern beschäftigen, ergänzen. „Black Metal: Evolution Of The Cult“ ist also der Beginn einer Serie. Man kann nur voller Vorfreude hoffen, dass Patterson auch die anderen Bands und Musiker mit ebenso viel Liebe zum Detail betrachten wird.

Apropos: Für Black Metal Nerds gibt es von Patterson noch ein kleines Büchlein namens „Prelude To The Cult“, in welchen noch einige Interviews versteckt sind, die es nicht in das Hauptbuch geschafft haben. So spricht der Autor noch ausführlich mit MARDUK, knöpft sich Frost bezüglich SATYRICON und 1349 vor, quatscht mit HADES ALMIGHTY und TAAKE und beschäftigt sich vor allem mit der finnischen Black Metal Szene etwas ausführlicher [IMPALED NAZARENE, BEHERIT, ARCHGOAT et cetera]. Das Büchlein ist ein netter Zusatz, aber kein Muss und ist wohl vor allem für jene interessant, die vom Black Metal niemals genug bekommen können.

Trackliste:


Jonathan Jancsary [Squiggofant]
29.11.2014 | 12:59
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