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"Raus aus MySpace, rein ins Plattenregal" | ||||||||||||||||||
| So mancher Anhänger des Progressive-Metal-Bereichs ist wohl heilfroh gewesen, dass PERIPHERY nach den zahllosen MySpace-Veröffentlichungen, endlich auch mal eine Langrille auf den Markt werfen, auf der sie ihr nicht minderes Können zur Schau stellen. Gleichzeitig bildet das Album eine Bestandsaufnahme, inwieweit die Gruppe auch durch Songqualität überzeugen kann und nicht nur über technische Show-Offs. Seine Liebe zu den britischen Math/Tech Metal Heroen von SIKTH hat Band-Mastermind Misha Mansoor ja schon oft genug zum Ausdruck gebracht und diesen Einfluss hört man auf der Platte vom ersten Song an. Anhänger der britischen Ausnahmeformation, die leider vor ein paar Jahren das Zeitliche segnete, haben also allen Grund zur Freude und werden vielleicht wie ich bei Songs wie „Buttersnips“ unfreiwillig grinsen müssen. Gerade aufgrund dieser geistigen Ziehväter sind die Lieder für eine Veröffentlichung dieses Genres erstaunlich strukturiert. Anders als bei artverwandten Combos beginnen die meisten Stücke nicht mit einem Double-Bass-Inferno und Arpeggio-Lawinen, so dass man sich nach der Hälfte des ersten Liedes rühmen kann schon gut zwei Drittel des Kreativitätspulvers regelrecht verschossen zu haben. Nein, hier kann das Gewumme auch noch ruhen und wo es dann kommen soll, da geizt es nicht mit eingängigen Grooves und einem soliden Rhythmusformat. Der nuancenbetonte Sound fordert allerdings auch seinen Preis in der Klangqualität, die so sauber und steril wirkt, dass es einem vor einem Live-Gematsche nur so graust. In dieser Hinsicht teilen PERIPHERY das Los vieler zeitgemäßer Formationen, die sich nicht anders zu helfen wissen, als durch Überproduktion Klangfeinheiten retten zu wollen. Dieser Aspekt ist auch wahrlich der einzige, den man der Band zum Vorwurf machen kann. Alles andere wirkt wie ein Rundumsorglos-Paket für Liebhaber technisch/progressiver Klänge: Bei „The Walk“ kann man fröhlich mit den Becken gegen den Takt wippen, während „Jetpacks Was Yes!“ und „Light“ auch gerne mal sphärische Gitarrenwände gegen die gehetzten Rhythmen setzen. Frickelige 7 bis 8-Saiter-Passagen sind kontinuierliche Begleiter beim Hörgenuss und dort wo es Platz für Soli gibt, wird dieser auch nicht verschwendet. Alles in allem kann man sagen, dass PERIPHERY den Test bestanden haben. Die Songs tragen ein klar genretypisches Muster, sind aber nicht überfrachtet und laden zu häufigerem Hören ein. Das gleichnamige Debut-Album der Jungs aus Washington DC dürfte wohl so manchem Anhänger von neumodischem Metal mit Hirn munden. Alteingesessene Hörer könnten dieser Scheibe bestimmt auch etwas abgewinnen, wenn, sagen wir's mal in Anlehnung an Helge Schneider, „dieser verdammte Jazz nicht wäre.“ Besondere Highlights der Platte sind für mich „The Walk“, „Insomnia“, „Light“, „Buttersnips“ und „Zyglrox“. | ||||||||||||||||||
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