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Album:Phil Campbell And The Bastard Sons [EP]
Genre:Hard Rock
Label:100% Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:18.11.16
CD kaufen:'Phil Campbell And The Bastard Sons - Phil Campbell And The Bastard Sons [EP]' bei amazon.de kaufen
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"Ungewohnt zahm"

Dass es für die verbliebenen beiden Mitglieder von MOTÖRHEAD ein Leben nach Lemmy geben würde, war abzusehen und allmählich zeichnet sich ab, wohin die Reise gehen wird: Mikkey Dee trommelt inzwischen bei den SCORPIONS und Gitarrist Phil Campbell hat sich mit seiner Band PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS selbstständig gemacht. Nach einem erfolgreichen Sommer inklusive Auftritt auf dem „Wacken Open Air“ hat die Truppe mit ihrer gleichnamigen EP jetzt eine erste Veröffentlichung vorgelegt.

Vermutlich aus Pietät covern PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS live gerne auch Material von MOTÖRHEAD, was angesichts dessen, was die Truppe im Studio treibt, allerdings etwas unpassend erscheint. Auf Platte nämlich gibt es bei den Herren recht modernen und vor allem unerwartet amerikanisch anmutenden Rock, der für jemanden mit der musikalischen Herkunft von Mr. Campbell eigentlich viel zu glattgebügelt aus den Boxen kommt – von rotzig kann hier nicht die Rede sein. Da wirkt etwa de inflationäre Benutzung des bösen F-Wortes im eröffnenden „Big Mouth“ arg aufgesetzt und auch ansonsten hat das,was PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS auf dieser EP bieten zwar allemal Hand und Fuß, ist aber nicht wirklich weltbewegend. Größter Pluspunkt ist das Gitarrenspiel des Bandkopfs, denn wirklich zügeln lässt sich der Mann offenbar nicht und so zeigt das Schaffen seiner Band den meisten Charakter, wenn der Meister ähnlich schnoddrig vom Leder zieht wie einst bei MOTÖRHEAD. Natürlich ist es unfair – wenn auch nicht unverständlich – Phil Campbells neue Band ausgerechnet an Lemmy und Konsorten zu messen und diese EP macht auch in jeder Note deutlich, dass dem Gitarristen und seinen Mitstreitern nicht darum geht, MOTÖRHEAD zu kopieren.Wolle man Vergleiche ziehen, eine Band wie SLASH AND THE CONSPIRATORS [eventuelle Ähnlichkeiten in der Namensgebung sind selbstverständlich reiner Zufall] würde sich nicht zuletzt dank der Stimmlage von Sänger Neil Starr weit besser als Bezugspunkt eignen als das britische Trio. Songs wie das schmissige „Take Aim“ legen Nahe, dass PHIL CAMPBELL AND THE BASTAR SONS auf dem richtigen weg sind und auch soundmäßig ist bei den fünf hier vertretenen Songs alles in bester Ordnung, allerdings hätten ein paar mehr Ecken und Kanten dem Stil der Herren durchaus gutgetan.

Wirkliche Fehler machen PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS auf dieser EP freilich nicht, allerdings mach es doch stutzig, dass ausgerechnet der ehemalige Gitarrist von MOTÖRHEAD mit seiner neuen Band derart salonfähig und amerikanisiert daherkommt. Alles in allem machen Mr. Campbell und seine Band durchaus hörenswerte Musik, die vor allem vom Gitarrenspiel des Bandchefs lebt, allerdings bleibt zu hoffen, dass die Truppe auf ihr erstes volles Album noch eine gehörige Schippe Dreck auflädt. Bis dahin sind PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS eingeschränkt zu empfehlen.

Trackliste:
01. Big Mouth
02. Spiders
03. Take Aim
04. No Turning Back
05. Life In Space
Spielzeit: 00:18:06

Line-Up:
Neil Starr - Vocals
Phil Campbell - Guitar
Todd - Guitar
Tyla - Bass
Dane - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
02.02.2017 | 17:48
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