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"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
King Fear
King Fear [ EP ]
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The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye
Female Fronted, Gothic Rock, Pop
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"Zucker bei die Fische!"
Kill Devil Hill
Kill Devil Hill
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5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
.: NICHT EINGELOGGT
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"So einfach wie möglich, so komplex wie nötig" | ||||||||||||||||||
| Bei dem hohen Output müssen denen doch einfach mal die Ideen ausgehen. Erst letztes Jahr gab es eine neue EP, das letzte Album ist auch grad zwei Jahre alt und in der Zwischenzeit gab es noch eine fast unüberschaubare Menge an Soloveröffentlichungen, Re-Releases, Live-CDs, Kooperationen usw. Die Mitglieder von PORCUPINE TREE ruhen sich trotzdem auf all diesen Veröffentlichungen nicht aus und kündigten für das neue Album wieder einen eher positiven, ruhigen Sound und weniger harten Metal, der die letzten Alben dominiert hatte, an. Das Ergebnis ist "The Incident", ein 56-minütiger Track mit dem der Band fast Unglaubliches gelingt. Den Auftakt bildet das riffige "Occam's Razor". Dieser akademische Leitsatz besagt so viel wie, "so einfach wie möglich, so komplex wie nötig". Genau daran halten sich PORCUPINE TREE auch bei ihrem ambitionierten Projekt namens "The Incident": Kein Gefrickel, das nur sich selbst dient, kein vertrackten Jazz-Core im 7/8-Takt, nur bodenständiger Prog Rock, der allerdings immer an die Grenze geht. Dazu mehr im Detail. Die 56 Minuten sind eigentlich - ähnlich wie bei "Six Degrees Of Inner Turbulence" von DREAM THEATER - mehrere längere [~ 11 Minuten] und kürzere Songs [~ 2-7 Minuten] bzw. Ambientschnipsel, die aber flüssig ineinander übergehen und so ein Ganzes bilden, das weit mehr als die Summe seiner Teile ist. Da gibt es das hitverdächtige "Drawing The Line", aus dessen Refrain man auch leicht einen einzelnen Song hätte bilden können, das nachfolgende "The Incident" schlägt mit seiner düsteren Atmosphäre wieder mehr die Richtung des Vorgängers "Fear Of A Blank Planet" ein und nach dem verträumten "The Yellow Windows Of The Evening Train", das einen schon fast aus dem Song hat träumen lassen, folgt das PORCUPINE TREE-typische "Time Flies" mit Überlänge, eingängigen Strophen und ausladenden Instrumentalpassagen. Man mag es kaum glauben, aber das passt alles hervorragend zusammen und obwohl jeder einzelne Teil seinen Songcharakter bewahrt, nimmt man das Ganze doch als - eigentlich nicht als ein Song, sonder eher - eine Reise war, um die Metapher zu bemühen, die bei Kompositionen dieser Art oft gebraucht, aber hier wirklich angebracht ist. Die einzelnen Teile unterscheiden sich, wie gesagt, beträchtlich voneinander. Teils gibt es ganz neue Töne zu hören, manches erinnert an ältere Alben, jedoch im positiven Sinne. Von bloßem abkupfern, wie es manche andere Prog-Band zuletzt zelebrierte kann hier nie die Rede sein. PORCUPINE TREE haben inzwischen jedoch genug Erfahrung, um aus jedem der Teile, den düsteren und den Refrain-getragenen, den ruhigen, verträumten und den Metalparts [die es noch immer gibt] fast immer das Maximale herauszuholen. "Drawing The Line" hat einen Refrain zum niederknien, "The Incident" wäre auf "Fear Of A Blank Planet" einer der besten Tracks gewesen und "Octane Twisted" schafft mühelos den Spagat vom zaghaften Einstieg zur metallischen Klimax. Und, so einfach wie genial, hier liegt auch das Geheimnis von "The Incident": Die Reise gestaltet sich so abwechslungsreich wie möglich, so zugänglich wie möglich und trotzdem immer so niveauvoll und ganz einfach gut, wie es nötig ist, um die 56 Minuten ohne Durchhänger zu überstehen. PORCUPINE TREE schaffen das locker in jeder der 56 Minuten. Zu Ende ist das Album aber dann noch lange nicht: Es folgen noch vier weitere Songs, die dankbarer Weise nicht auf einer separaten EP gelandet sind, sondern zum Teil des Albums wurden, auch wenn sie von "The Incident" zu trennen sind. Es gibt einmal die beiden kürzeren Songs "Black Dahlia" und "Flicker", die recht ruhig, teilweise sogar sphärig daherkommen und besonders wegen dem Gesang sofort als PORCUPINE TREE-Songs identifiziert werden können. Für diese Band Durchschnittsware, für andere Bands wären es Hits. "Bonnie The Cat" schlägt, anders als der Name vermuten lassen würde, eine sehr düstere Richtung ein und wirkt fast noch finsterer als "Fear Of A Blank Planet". Auf kalte Elektronik, ganz nah an der Grenze zum Industrial, folgen die härtesten Riffs des Albums, die man auch locker auf jedes OPETH-Album packen könnte. Den Abschluss bildet das längere "Remember Me Lover", das etwas an "Collapse The Light Into Earth" erinnert und sich schnell als wunderschöner Song entpuppt, der geschickt eine intelligente Komposition mit Eingängigkeit kombiniert. Es war sicher die richtige Entscheidung, diese Songs mit auf das Album zu packen, denn alles andere würden ihnen einfach nicht gerecht werden. PORCUPINE TREE schaffen mit "The Incident" das Unglaubliche, wirklich einen Song zu schreiben, der fast eine Stunde dauert, aber auch nach mehrmaligem Hören keine Minuten langweilig wird. Und dazu gibt es noch mal vier Songs die ausnahmslos höchste Qualität bieten. Eigentlich steht der Höchstnote nichts im Weg, oder? Verdient hätten sie es. Einen halben Punkt Abzug gibt es aber aus folgenden Gründen: Ich traue einigen Teilen des Albums zu, sich doch schnell abzunutzen. Das ist zwar noch nicht geschehen und reine Spekulation, aber leider wahrscheinlich. Außerdem war meine Erwartungshaltung diesem Album gegenüber ziemlich bei null anzusiedeln, da ich in den letzten Monaten kaum noch PORCUPINE TREE gehört hatte. Insofern will ich eine gewisse, vielleicht nicht völlig objektive Euphorie meinerseits nicht ausschließen. Und letztlich war diese Band zu einigen Momenten auf Alben wie "Stupid Dream" und "In Absentia" noch besser als hier. Und ich traue den Burschen auch zu, dass sie auf "The Incident" noch einen draufsetzen. Also, da oben wird die Luft dünn, aber die 6,5 Punkte sind mehr als verdient! | ||||||||||||||||||
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