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Album:To The Nameless Dead
Genre:Dark Metal, Pagan Metal
Label:Metal Blade Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:16.11.07
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"Melancholisch! Wütend!! Überragend!!!"

Nach der Stille, die auf den tosenden Sturm folgte, und der kargen Wildnis, die schleichend um sich griff, melden sich PRIMORDIAL mit einem Werk zurück, das vor allen Dingen ihren eigenen Landsleuten und den zahlreichen namenlosen Toten der zerrütteten irischen Geschichte gewidmet sein dürfte. Auf „To The Nameless Dead“, dem sechsten Album der Dubliner, kommt somit auch wieder das große irische Thema des Auswanderns, der Verlust der Heimat und die Tradierung von Mythen und Geschichten zum Tragen.

Nachdem der Vorgänger „The Gathering Wilderness“ in erster Linie vertonte Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit darstellte, wirkt „To The Nameless Dead“ wie ein wildes und wütendes Aufbegehren, das dem des irischen Sagenhelden Cúchulainn gleichkommt. Dieser sammelte im Angesicht des sicheren Todes sämtliche Kräfte und versuchte trotzig, so viele Gegner wie möglich mit ins Totenreich zu nehmen. Demzufolge agiert das Quintett von der grünen Insel auf dem neuen Output bissiger, schneller, energischer und kraftvoller, doch wird natürlich weiterhin ausreichend Freiraum für akustische, minimal instrumentierte und beschwörende Zwischenparts gelassen. Angeführt durch den bereits im Vorfeld präsentierten Opener „Empire Falls“ machen PRIMORDIAL von Beginn an klar, dass sie nach wie vor sehr griffige, melodiöse und treibende Songs schreiben können, denn nach nur kurzer Zeit bekommt man diesen Ohrwurm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Das schwermütige „Gallows Hymn“, mein persönlicher Favorit, wird getragen durch Alans faszinierend melancholisch-charismatischen Gesang, der auf „To The Nameless Dead“ seine insgesamt reifste und vielschichtigste Gesangsleistung abliefert und für so manche Gänsehaut sorgt. Daraufhin folgen – getreu dem nach der ruhigen Überleitung „The Rising Tide“ urplötzlich lospreschenden Blast Beat in „Traitors Gate“, der einem gellenden Schlachtruf mit anschließender Raserei gleichkommt – unerbittlich Schlag auf Schlag, Treffer auf Treffer. Abwechslung, Atmosphäre und Charisma waren seit jeher das Aushängeschild der Iren, die ab dem ersten Ton unverwechselbar und sofort erkennbar nach PRIMORDIAL klingen und mit allen Songs ausnahmslos punkten können. Produktionstechnisch wurde übrigens die mit dem letzten Album aufgegriffene Rückbesinnung auf die altbewährte analoge Aufnahmetechnik – ähnlich wie bei NEUROSIS – weiter verfolgt. Der Sound klingt daher wieder sehr erdig, druckvoll und ein wenig dumpf, was zur Grundstimmung des knapp einstündigen Werkes erneut ausgesprochen gut passt.

PRIMORDIAL haben sich von den nach „The Gathering Wilderness“ an sie gestellten Erwartungen mitnichten einschüchtern lassen, sondern ganz besonnen das gemacht, was sie am besten können: Abwechslungsreiche und eigenständige Musik mit sehr viel Gefühl, griffigen Melodien und treibenden Riffs zu schreiben, die auf der ganzen Linie überzeugen kann. Weiterhin haben sie sich selbst den Gefallen getan, nicht „The Gathering Wilderness Part 2“ zu schreiben, sondern haben mit „To The Nameless Dead“ etwas andere, jedoch nicht gänzlich abweichende Pfade beschritten. Ein überragendes Album, das die sympathischen Iren einen weiteren Schritt vorwärts bringen sollte!

Trackliste:
01. Empire Falls
02. Gallows Hymn
03. As Rome Burns
04. Failures Burden
05. Heathen Tribes
06. The Rising Tide
07. Traitors Gate
08. No Nation On This Earth
Spielzeit: 00:54:42

Line-Up:
A. A. Nemtheanga – Vocals
Ciáran MacUiliam – Guitars
Michael O’Floinn – Guitars
Pól MacAmlaigh – Bass
Simon O’Laoghaire – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
12.11.2007 | 22:24
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