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Cover von Prong -- Ruining Lives
Band: Prong bei Facebook Metalnews nach 'Prong' durchsuchenProng
Album:Ruining Lives
Genre:Alternative, Hardcore, Thrash Metal
Label:Steamhammer
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:25.04.14
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"Seitwärts"

Wirklich überbordend aktiv waren PRONG seit ihrer Reunion im Jahre 2002 nicht unbedingt: Vier [teils umstrittene] Studioalben in knapp 12 Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Kein Wunder, dass PRONG inzwischen im Hartwurst-Sektor etwas zu sehr in Vergessenheit geraten sind. Als Kind der Nullerjahre ist es bestimmt schwer vorstellbar, dass diese Band 1992 und 1994 mit dem legendären Dynamo Open Air [damals in Eindhoven, Holland beheimatet] ein Festival geheadlined hat, das zeitweise größer als das heutige Wacken Open Air war. 1997 schmiss die Band nach dem Verlust des Majordeals [das großartige „Rude Awakening“ von '96 brachte nicht den erwarteten Durchbruch auf allen Ebenen] entnervt hin. Seit dem letzten, weitestgehend positiv aufgenommenen und somit fast als Comeback zu wertenden Album „Carved Into Stone“ [2012] scheint es der Dreizack um Mastermind Tommy Victor, dessen Engagements bei MINISTRY und DANZIG wohl auch für die zwischenzeitichen PRONG-Funkstillen verantwortlich waren, wieder wissen zu wollen.

Und so erscheint „Ruining Lives“ nur zwei Jahre nach dem Vorgänger und das ohne Label-, Line-Up- und Produzentenwechsel. Eine Seltenheit in der inzwischen 28 Jahre, Pausen eingerechnet, andauernden Historie der Band. Aber PRONG wären nicht PRONG, wenn sie es sich einfach machen würden, denn stilistisch bietet „Ruining Lives“ durchaus einige Überraschungen. Statt wie auf „Carved Into Stone“ weitestgehend den kantigen Groove-Thrash aufzufahren, der die Band bekannt machte, präsentiert sich die Band hier einerseits ungewohnt melodisch, geht aber andererseits gar zu den Hardcore-/Punk-Wurzeln der „Primitive Origins“/„Force Fed“-Phase (1987 bzw. 1988) zurück. Kommerziell gesehen mag das völliger Schwachsinn sein, aber immerhin bleiben sich PRONG insofern treu, als dass sie noch nie das gemacht haben, was man von ihnen erwartet hat. Der Einstieg mit dem melodischen Hardcore-Feger „Turnover“ irritiert demnach stilistisch trotz der unumstrittenen Qualität des Songs, während das nachfolgende D-Beat-Massaker „The Barriers“ noch größere Fragezeichen hinterlässt. Erst der dritte Song, „Windows Shut“, hätte in dieser Form auch auf „Carved Into Stone“ stehen können. „Remove, Seperate Self“ ist dann der unumstößliche Hit der Scheibe, eine typische PRONG-Single, mit großen Ohrwurm-Qualitäten. Der Titeltrack bietet fieses Death Metal-Riffing im Hardcore-Bett und ergeht sich einmal sogar in Blastbeats. Gut, aber untypisch. Danach verlieren sich PRONG leider stellenweise etwas zu sehr in solidger Belanglosigkeit, aus der lediglich einige Momente des Melo-Groovers „Self Will Run Riot“ hervorstechen. Erst der dyamische, energische Rausschmeißer „Limitations And Validations“ zeigt die Band wieder in Höchstform und ist neben „Remove, Seperate Self“ das unumstößliche Highlight der Scheibe.

„Ruining Lives“ ist leider nicht der ganz große Befreiungsschlag, den man sich nach „Carved Into Stone“ insgeheim erhofft hatte, sondern der etwas überraschende Schritt zur Seite geworden. Deswegen aber auf jeden Fall das integerste Werk, dass PRONG zu diesem Zeitpunkt hätten aufnehmen können. Alleine dafür muss man diese Band respektieren!

Trackliste:
01. Turnover
02. The Barriers
03. Windows Shut
04. Remove, Seperate Self
05. Ruining Lives
06. Absence Of Light
07. The Book Of Change
08. Self Will Run Riot
09. Come To Realize
10. Chamber Of Thought
11. Limitations And Validations
Spielzeit: 00:46:20

Line-Up:
Tommy Victor - Vocals, Guitar
Tony Campos - Bass, Backing Vocals
Alexei Rodriguez - Drums
Michael Siegl [nnnon]
26.04.2014 | 13:53
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