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"Eine lange Reise"
Cover von Prong -- X - No Absolutes
Band: Prong Homepage  Metalnews nach 'Prong' durchsuchenProng
Album:X - No Absolutes
Genre:Hardcore, Thrash Metal
Label:SPV
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:05.02.16
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"Reißbrett"

Obwohl PRONG-Mastermind Tommy Victor [DANZIG, ex-MINISTRY] seit einigen Jahren völlig offen zugibt, dass er die „Band“ mehr oder weniger am Leben halten muss, weil er sonst seine Rechnungen nicht begleichen könnte und PRONG somit klaren Jobcharakter einräumt, was völlig legitim ist, hat das Ganze inzwischen doch eine fast merkwürdige Stufe erreicht: Fünf Veröffentlichungen in vier Jahren, externe Songwriter, verschiedene Line-Ups für die Live- und Studio-Situation – das deutet inzwischen einfach zu offensichtlich darauf hin, dass das Verhältnis von Reißbrett und Leidenschaft doch etwas aus den Fugen geraten ist.

Produzent Chris Collier hatte bereits beim letzten regulären Album „Ruining Lives“ [2014] großen Anteil am Songwriting [und spielte nebenbei noch die Drums ein], was wahrscheinlich die vielen PRONG-untypischen Elemente erklärt, die auf „X – No Absolutes“ noch zahlreicher geworden sind. Klar, Tommy Victors Stimme und Riffing sind weiterhin unverkennbar und auch die vielen Hardcore-/Punk-Elemente kann man mit viel gutem Willen als „Back To The Roots“-Geschichte abtun, aber irgendwie fühlt sich „X – No Absolutes“ noch weniger nach PRONG als schon der Vorgänger an. Hat sich Tommy Victor das Zepter doch zu sehr aus der Hand nehmen lassen, um Fließband-PRONG zu ermöglichen? „X – No Absolutes“ ist jedenfalls ein saufett produziertes, handwerklich sehr professionelles Album, dessen Songs allerdings oft nicht zwingend genug und seelenlos wirken. Immerhin gibt es dieses Mal kein „Snap Your Finger, Snap Your Neck“-Remake, aber dafür mit „Do Nothing“ und „With Dignity“ zwei sehr softe Nummern, die einfach nicht zu PRONG passen wollen. Der Titeltrack ist zwar ebenfalls recht poppig, hätte aber immerhin eine gute „Rude Awakening“-B-Seite abgegeben. Trotzdem: Egal, ob sich das Ganze jetzt nach PRONG anfühlt oder nicht, die Songs sind meistens zwar ok, aber nicht stark genug, um wirklich mitzureißen.

Man gönnt PRONG und Tommy Victor zwar immer noch jedes Quäntchen Erfolg [dafür hatten die Jungs während der Neunziger einfach zu viel Pech], aber etwas mehr Mühe könnte sich Tommy in Zukunft dann doch geben. Wenn PRONG für ihn wirklich überlebenswichtig sind, dann sollte er sich davor hüten, den Markennamen so leichtfertig zu zerstören.

Trackliste:
01. Ultimate Authority
02. Sense Of Ease
03. Without Words
04. Cut And Dry
05. No Absolutes
06. Do Nothing
07. Belief System
08. Soul Sickness
09. In Spite Of Hindrances
10. Ice Runs Through My Veins
11. Worth Pursuing
12. With Dignity
13. Universal Law [Bonustrack]
Spielzeit: 00:44:17

Line-Up:
Tommy Victor – Vocals, Guitar
Jason Christopher – Bass
Art Cruz – Drums
Michael Siegl [nnnon]
07.02.2016 | 16:48
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