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Cover von Protest The Hero -- Scurrilous
Band: Protest The Hero Homepage Protest The Hero bei Facebook Metalnews nach 'Protest The Hero' durchsuchenProtest The Hero
Album:Scurrilous
Genre:Metalcore, Prog-Metal
Label:Spinefarm Records
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:22.03.11
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"„Fortress" reloaded?"

Die neue PROTEST THE HERO! Ja! Endlich! So dachte man mit Bestimmtheit eingangs jäh und unverblümt...

Aber irgendwie springt der Funke nicht über. Hat die Band anno 2008 noch mit ihrem überaus beeindruckenden Werk „Fortress" die Grenzen des Synkretistischen und Progressiv-Metallischen bis zum Exzess ausgelotet, ausgereizt und ausgetrickt, besticht das neue Einmacheisen „Scurrilous" vor allem durch eins: Wiederholung. Das Rezept ist dasselbe geblieben: Man dudelt, schwurbelt, soliert und tappt sich extrovertiert anarchoindividualistisch durch aberwitzige Songarchitekturen und springt von Taktwechsel zu Taktwechsel. Insgesamt macht das nicht weniger Spaß als bei den beiden bekannten Vorgängern, aber dieses Mal herrscht einfach das Problem vor, das man auch gerne mal mit der einen oder anderen Hookline belohnt werden möchte. Denn so kompositorisch genial PTH auch sein mögen, das mit einer eisernen Brechstange durchgesetzte Virtuosentum wirkt oft überholt, gekünstelt und ja... sogar monoton. Wenngleich die Monotonie von PTH klar von anderer Natur ist als die konventionelle metallische Monotonie. Sie ist weniger stumpf und vorhersehbar, aber doch automatisiert und in sich selbst verloren. Hört man nämlich genauer hin, so erkennt man einen fast schon Mozartschen Zwang zum Runterspielen von möglichst vielen Noten. Anders jedoch als bei klassischen Größen wie Mozart, fehlt eben jene Größe zur Größe. Es reicht nicht klassischen Metal mit Prog und modernem Core zu mixen und sich null Gedanken darüber zu machen, wie aufnehmbar, ja konsumierbar und nachvollziehbar die Musik für den Fan ist. Dumm ist auch, dass an und für sich jeder [wirklich nahezu jeder] Song von Scurrilous" auch auf „Fortress" hätte seinen Platz finden können. Allein schon mit dieser Feststellung wirkt vieles austauschbar. Es fehlen einfach die Melodien, die zum Mitsummen einladen, Textpassagen, die zum Auswendiglernen anregen, Rhythmen, die zum headbangen, moshen und pogen animieren und Riffs, die wie Felsen in der Brandung stehen. Ganz zu schweigen von der existenten Charakterlosigkeit der einzelnen Songs. Sogar eine Prog-Metal-Band mit Pionierstatus wie DREAM THEATER [auch wenn sie offenkundig im Schatten von RUSH standen] wusste während ihrer Anfangsphase noch, wie man Dramaturgie und Progressivität in Einklang bringt. PTH haben das leider noch nicht begriffen. Vielleicht auch nicht gelernt.

Genau aus diesen und auch vielen anderen Gründen werden PTH auch auf ewig dazu verdammt sein im Geheimtipp-Sektor rumzukrebsen, trotz ausdrucksstarkem technischen Können und musikalischen Ausnahmetalents. Das ist wirklich schade. Denn allein aufgrund der herausragenden handwerklichen Fertigkeiten der fünf Musiker müsste man mutmaßen, sie könnten mehr und wollten mehr. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber dann bitteschön mit dem Mut über den eigenen Tellerrand zu schauen. Denn ein drittes „Fortress" will niemand hören.

Trackliste:
01. C’est La Vie
02. Hair-Trigger
03. Tandem
04. Moonlight
05. Tapestry
06. Dunsel
07. The Reign of Unending Terror
08. Termites
09. Tongue-Splitter
10. Sex Tapes
Spielzeit: 00:44:19

Line-Up:
Rody Walker - Vocals
Tim Millar - Guitar, Piano & Vocals
Luke Hoskin - Guitar, Piano & Vocals
Arif Mirabdolbaghi - Bass & Vocals
Moe Carlson - Drums
Markus Amadeus Sievers [Lester Bangt]
27.03.2011 | 14:12
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