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Album:The Serpent's Curse
Genre:Gothic Metal, Power Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Graviton Music Services
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:16.11.12
CD kaufen:'Pythia - The Serpent's Curse' bei amazon.de kaufen
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"Ansatzweise gut, aber nicht in allerletzter Konsequenz"

Jaja, ich weiß und ich habe es selbst auch schon oft genug hier erwähnt, aber man soll ein Buch ja nicht nach seinem Einband beurteilen. Trotzdem macht man sich so seine Gedanken, wenn man auf der neuesten Rezensions-CD einen Bandnamen wie PYTHIA liest, ein Backcover vor der Nase hat, auf dem vier, in mittelalterliche Gewänder gekleidete und mit Streitaxt ausgestattete Herren, nebst Burgfräulein, posieren und man dann noch Songtitel wie „Cry Of Our Nation“, „Betray My Heart“, „Kissing The Knife“ oder „Heartless“ vernehmen muss.

Doch der Reihe nach: PYTHIA sind – und das passt dann schon nicht mehr so ins Bild - eine britische Kapelle [wirklich JEDER hätte doch auf Holland oder Finnland getippt, oder?], die seit 2007 existieren und ihrem vor drei Jahren erschienenen Debüt nun mit „The Serpent's Curse“ einen Zweitling nachfolgen lassen. Angeführt von Sängerin Emily Ovenden, die als Teil der All Girl-Mittelaltercombo MEDIAEVAL BAEBES bereits mehr als 500.000 Alben absetzen konnte, bewegt sich die Band zwar erwartungsgemäß in Symphonic/Gothic-Gefilden, flankiert wird das Ganze allerdings von einem knackigen Power Metal-Sound. So kann der bereits erwähnte Opener „Cry Of Our Nation“ zunächst mal positiv überraschen, bringt er doch die Stärken der Band gekonnt auf den Punkt, ohne auf allzu ausgetrampelten Pfaden zu wandeln. Das ändert sich allerdings schlagartig mit „Betray My Heart“, der zweiten Nummer des Albums. Zwar hat der Song auch eine ordentliche Portion Pfeffer im Hintern, trotzdem nervt der penetrante Refrain schon beim ersten Hören. In der Folge wechseln sich ein paar wenige lichte Momente mit überwiegendem Schatten ab. Immer wieder schaffen PYTHIA es zwar, aufhorchen zu lassen [„Dark Star“, „Long Live The King“, oder dem fast schon THERION-mäßigen „My Perfect Enemy“] und gerade mit dem Power Metal-Anteil bringen sie mal etwas frischen Wind in das sonst schon arg angestaubte Genre, trotzdem sind die Briten nicht davor gefeit, auch mit schöner Regelmäßigkeit in die vielen Fettnäpfchen zu treten, die sich im Laufe der letzten zehn, fünfzehn Jahre im Gothic/Symphonic Metal-Bereich gebildet haben, sei es mit allgemein viel zu vorhersehbaren und dadurch langweiligen Songideen oder allzu kitschigen Refrains.

Man hat in den letzten Jahren wahrlich schon Schlimmeres ertragen müssen, was – speziell im Gothic und Symphonic Metal-Bereich – so auf den Markt kam, schließlich deuten PYTHIA ja durchaus immer mal wieder an, dass sie nicht nur mit Emily Ovenden eine starke und attraktive Frontfrau in ihren Reihen haben, sondern auch generell etwas drauf haben. Trotzdem kann „The Serpent's Curse“ weder dem kränkelnden Genre irgendwelche entscheidenden neuen Impulse verleihen, noch die Lust auf ein Wiederhören nachhaltig entfachen. Eine wirklich starke Aktion haben sich PYTHIA [oder deren Label] aber noch einfallen lassen, um ihrem bislang nur im UK und in Japan veröffentlichten Debütalbum „Beneath The Veiled Embrace“ möglichst auch noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu bescheren, denn zu einem wirklich mickrigen Aufpreis erhält man „The Serpent's Curse“ auch als Doppel-CD, erweitert um eben jenes Debüt.

Trackliste:
01. Cry Of Our Nation
02. Betray My Heart
03. Kissing The Knife
04. Just A Lie
05. Dark Star
06. Long Live The King
07. The Circle
08. My Perfect Enemy
09. Heartless
10. Our Forgotten Land
Spielzeit: 00:49:44

Line-Up:
Emily Alice Ovenden - Vocals
Ross White - Guitars
Tim Neale - Guitars, Bass
Marc Dyos - Drums
Richard Holland - Keyboards
Timo Beisel [kaamos]
15.11.2012 | 00:04
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